Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 1.1909

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Heft 4

Kleine Nachrichten s Neue Kataloge

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Mr. Stephen Gooden, Hauptberater des Ver-
storbenen, hat auch den Katalog der Burton-
sammlung verfaßt. Daß eines oder das andere
dieser Werke der Nation vermacht worden sei,
hat man leider nicht gehört. F.

— Ein Hoppner Catalogue Raisonne.
Colnaghi & Co. halten die Zeit für gekommen,
Hoppner ein großes Werk über sein Leben und
seine Werke zu widmen. Herausgeber des
großen Werkes sind Mr. William Mc. Kay und
Mr. Roberts, der schon einen ähnlichen Cata-
logue der Werke Romneys und der Pierpont
Morgan-Gemäldesammlung herausgegeben hat.
Da vor acht Jahren Hoppners „Lady Louisa
Manners“ bei Messrs. Robinson & Fischer nicht
weniger als 14752 £ eintrug, glaubt man wohl
mit Recht, daß es genug Interessenten für einen
solchen Catalogue unter den Sammlern eng-
lischer Gemälde gibt. F.

Stuttgart. In dem Wettbewerbe um die
dekorative Ausmalung der neu erbauten ersten
Kammer siegte Hermann Pleuer. Sein Bild
wird den Rotenberg darstellen, auf dem das
Schloß Württemberg stand.

In Stuttgart wird die Errichtung eines
großen Kunstausstellungsgebäudes ge-
plant.

Klinger - Sammler seien auf das diesem
Hefte beigegebene halbseitige Inserat der Firma
Amsler & Ruthardt, die den Oeuvre-Katalog
von Hans W. Singer ankündigt, besonders
aufmerksam gemacht und speziell darauf hin-
gewiesen, daß es dem Verfasser des Kataloges
trotz aller Bemühungen nicht gelungen ist, fol-
gende drei Werke in den besonderen Ausgaben
zu Gesicht zu bekommen:

Opus III. Eva und die Zukunft, 4. Äusg.

Opus VI. Fund eines Handschuhs, 3. Äusg.

Opus XIII. Blatt „Elend“ 2. u. 3. Zustand.

Sammler, die im Besitz der fraglichen Aus-
gaben sind, würden durch Bekanntgabe ihrer
Adressen an die obengenannte Firma dem Unter-
nehmen Singers sehr große Dienste leisten.

NEUE KÄTÄLOGE

♦♦♦

C. G. Boerner, Leipzig, Nürnberger Str. 44.
Auktion XCV. Bibliothek Hewett Ithaka New York.
Deutsche Literatur, Silhouetten, Äutographen, Stamm-
bücher. (Siehe Beridit unter Kunstmarkt).

Rudolf Bangel, Frankfurt a. M., Kaiserstr. 66.

726. Katalog. Verzeichnis über Gemälde, Kunstblätter
(Japan-Holzschnitte), Antiquitäten und Kunstsachen (dabei
Medaillen) u. H. Sammlungen: Hermann Ottos und Karl
Faber gest. Stuttgart, Ärdititekt Carl Beisbarth, Bau-
direktor von Leins und im Auftrag der Verlassenschafts-
pfleger wegen Todesfall.

Rudolf Bangel, Frankfurt a. M., Kaiserstr. 66.

727. Katalog. Verzeichnis chinesisch-japanischer Samm-
lung des Baron N. von der Brüggen, St. Petersburg. (Siehe
Bericht unter Kunstmarkt.)

K. K. Versteigerungsamt Dorotheum, Wien.
Antiquitäten (Keramik, Plaketten, Miniaturen usw.) aus
dem Besitze eines Tiroler Sammlers. Auktion am 1. März
und folgende Tage.

Franz Meger, Dresden, Struvestr. 2. Katalog 41.
Kupferstiche. Radierungen. Holzschnitte alter deutscher
und niederländischer Meister. 700 Nummern.

(Nach Schluß der Redaktion)

PARIS. Das Museum der Stadt Paris im
Petit Palais enthielt schon drei große sehr wich-
tige Werke von Gustave Courbet: Prudhon und
seine Kinder, Die Heuernte und die Fräulein an
der Seine. Dieses letztere Bild, ein Hauptwerk
des Meisters, war von Fräulein Courbet, der
Schwester des Künstlers geschenkt worden. Wie
der Rappel erfährt, hat sich Fräulein Juliette
Courbet jetzt entschlossen, dem Petit Palais noch
eine weitere Serie von Werken ihres Bruders als
Geschenk zu überweisen: Ein Selbstbildnis des
Meisters, ein Bildnis von Zelie Courbet, Ein
Bildnis der Schenkerin, Ein Bildnis von Courbets
Vater, die „Liebenden auf dem Lande“ und die
„drei Badenden“. Diese sechs Werke geben
mit den bereits vorhandenen drei Bildern ein
wichtiges Ensemble ab, das eine große Be-
reicherung des Petit Palpis bedeutet. Dies ist
um so freudiger zu begrüßen, als die Courbets
im Louvre, 9 an der Zahl nicht besonders gut
präsentiert sind. Besonders hängt das große
Begräbnis von Omans (ebenfalls ein Geschenk
von Mlle. Courbet) an einer durchaus unmög-
lichen Stelle. Wie verlautet sind die dem Petit
Palais überwiesenen Bilder nicht an das Louvre
gegangen, weil die Geschenkgeberin sich mit
dem Museum nicht über die Art der Aufstellung
einigen konnte. Die Bilder gehören verschiede-
nen Epochen des Künstlers an: Das Selbstbildnis
ist von 1844, das erste von Courbet im Salon
ausgestellte Werk. Das Bildnis des Vaters ist
von 1874. Dem kunstliebenden Deutschen stehen
also jetzt in Paris zwei wichtige Gruppen von
Werken Courbets zur Verfügung, um sich mit
der Kunst eines Meisters vertraut zu machen,
der mit der deutschen Kunst so vielfache Be-
rührung gehabt hat.
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