Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 1.1909

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DEKCICEKONE

Halbmonäts s chrift

FURtDIE-INTERES S EN -DES

Kunstforschers & Sammlers

I. Jahrgang 17. Heft 1909

Die Porzellan-Äusstellung im
Bayrischen Nationalmuseum

Von Friedrich H. Hofmann

Der Gedanke, einmal die Produktion der beiden großen Porzellanfabriken
Bayerns — Nymphenburg und Frankenthal — in einem einheitlichen geschlossenen
Bilde vorzuführen, hat rasch eine unerwartet günstige Aufnahme gefunden. Es lag
dann nahe, den Erzeugnissen dieser beiden Manufakturen auch die Produkte von einigen
kleineren Porzellanfabriken beizufügen, derjenigen nämlich, die nicht von Wittelsbacher
Fürsten ins Leben gerufen worden waren, die aber jetzt im Gebiete des heutigen
Königreichs Bayern liegen, wie Ansbach-Bruckberg, Würzburg und Regensburg. Dazu
kam noch die kleine Pfälzer Manufaktur Zweibrücken.

Durch das von allen Seiten dem Plan entgegengebrachte rege Interesse und
durch die werktätige Förderung, die besonders der kgl. Hof in München dem Unter-
nehmen angedeihen ließ, war es möglich geworden, in verhältnismäßig kurzer Zeit
eine Kollektion von nahezu 3000 Stück zusammenzubringen, die uns in den Stand
setzt, die Produktion Bayerns auf dem Gebiete der Porzellanfabrikation während des
XVIII. Jahrhunderts ausgiebig und klar zu illustrieren.

Die Ausstellung ist in vier Sälen des sog. Studiengebäudes im Bayr. National-
museum untergebracht. Der erste Saal, als eine Art Repräsentationsraum gedacht,
enthält vor allem einige auf das kgl. Haus Bayerns bezügliche Stücke, sowie von
Frankenthal verschiedene Typen plastischer Werke aus den einzelnen Perioden der
Fabrikation. Der große Saal links des Eingangsraumes ist der Nymphenburger
Fabrik eingeräumt; der Saal rechts der Frankenthaler Plastik Vorbehalten. Im letzten
Raum endlich ist neben einer auf ausdrücklichen Wunsdi des Besitzers nicht auf-
geteilten Privatsammlung das Frankenthaler Geschirr untergebracht. Daneben sind die
Erzeugnisse der markgräflichen Fabrik Ansbach -Bruckberg aufgestellt, ebenso die für
Zweibrücken, Würzburg und Regensburg in Anspruch genommenen Stücke.

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