Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 1.1909

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Der Cicerone

Heft 19

(über das von der Bremer Kunsthalle erworbene
Bildnis des Zacharie Ästruc von Manet), von
G. Pauli (über Kleinskulpturen in der Kunst-
halle, über die Leihausstellung moderner Kunst
ebenda und über Cranachs Heilige Nacht in
Bremer Privatbesitz), von K. Schaefer (über
die Fagencefabrik in Kellinghusen und über die
Erwerbungen des Kunstgewerbemuseums), sowie
von E. v. Spreckelsen (über die Peter Wilckens-
sche Porträtsammlung im Histor. Museum).
Diesem Heft sind 20 Tafeln vorzüglicher Auto-
typien beigegeben. Der geringe Preis von 3 M.
verdient besonders hervorgehoben zu werden.

Kl

Die Librairie centrale des Beaux Arts in
Paris 13 rue Lafayette beginnt unter dem Titel
„Encyclopedie artistique de la Plante“ eine groß-
angelegte Publikation herauszugeben, die auf
400 Tafeln über 100 der wertvollsten Pflanzen
unterrichten will. In jeder Lieferung werden
zwei Pflanzen behandelt werden; von jeder
Pflanze wird eine Photographie, eine exakte
Zeichnung, eine künstlerische Interpretation und
ein Aquarell gegeben werden. Der Preis des
ganzen Werkes beträgt 300 Fr.

* *

*

Henri Vever hat seine umfassende Arbeit
über die Geschichte des französischen Schmuckes
im XIX. Jahrhundert vollendet,. aus dem die
neueste Nummer der Art et Decoration einen
Auszug veröffentlicht.

* *

*

Weimar. Das Goethe-Nationalmuseum plant
die Herausgabe eines großen Sammelwerkes
von Handzeichnungen Goethes, die Dr. Marie
Schütte im Inselverlag publizieren wird. Mit
Recht wurde bei Gelegenheit der Leipziger
Universitätsausstellung auch an dieser Stelle
darauf hingewiesen, wie lange man eigentlich
vergessen habe, daß der größte deutsche
Dichter zugleich auch der bildenden Kunst be-
merkenswerte Gaben geschenkt hat, und wieviel
künstlerische Qualität und frischen Impressionis-
mus im besten Sinne des Wortes Goethes
Handzeichnungen aufweisen können. Die Würdi-
gung, welche Karl Scheffler den Goethe-Zeich-
nungen in dem eben erschienenen Heft von

„Kunst und Künstler“ angedeihen läßt, verdient
die wärmste Anerkennung, da sie von einem
großzügigen Verstehen für künstlerische Werte
zeugt, das man den sogenannten Goethe-
Philologen oftmals eben nicht nachsagen darf.

* *

*

Die erste Auflage des bekannten prächtig
ausgestatteten Werkes von R o e s s 1 e r über
Ferd. Georg Waldmüller ging kürzlich aus dem
Kunstverlage P i s k o in den Besitz der Firma
Gilhofer & Ranschburg, Wien I. über, die
den Preis des zweibändigen Werkes von 135 M.
auf 55 M. herabsetzten.

Einen prächtig ausgestatteten Katalog ver-
sendet soeben der Kunstverlag von G r a u e r t
& Z i n k , Berlin W. mit sorgfältig ausgeführten
Reproduktionen, die einen Überblick über .die
vielseitige und reichhaltige Verlagstätigkeit der
genannten Firma gewähren. Die Einleitung hat
Paul Schubring verfaßt, der in ihr manchen
Wink für die Behandlung des Wandschmuckes
gibt. Neben den Photogravüren, die an sich
schon zu der vornehmsten Art unserer heutigen
Reproduktionstechnik gehören, verzeichnet der
Katalog Radierungen meist nach den Porträts
berühmter Meister, darunter die prächtigen
Charakterköpfe von Karl Bauer sowie eine
Sammlung von Original-Farblichtdrucken nach
den wertvollsten Stücken alter Kunst. Der
Katalog stellt zugleich dem Verlag ein schönes
Zeugnis aus für den Gesichtspunkt künstlerischer
Qualität, der bisher in seinem Wirken be-
stimmend war.

Auf Veranlassung derDirektion derkgl.Hof-und
Staatsbibliothek in München wird noch im Laufe
des Oktober ein Handbuch sämtlicher, von den
öffentlichen bayerischen Bibliotheken gehaltenen
Zeitungen und Zeitschriften ausgegeben werden
unter Angabe der Stelle, wo dieselben aufzu-
finden sind. Dabei sind auch kleinere Biblio-
theken, wie diejenigen derkgl. Kunstgewerbe-
schule und der kgl. Akademie der bildenden
Künste, einbezogen. Durch dieses Handbuch,
dessen Erscheinen auf allgemeinen Beifall rech-
nen darf, wird künftighin ein vergebliches Suchen
vermieden.
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