Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 1.1909

Seite: 311
DOI Heft: DOI Artikel: DOI Artikel: DOI Seite: Zitierlink: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cicerone1909/0327
Lizenz: Freier Zugang - alle Rechte vorbehalten Nutzung / Bestellung
0.5
1 cm
facsimile
Kleine Nachrichten

311

zugeschrieben: 50 000 frcs. (Canessa); Nr. 484.
Reliefporträt; dem Sperandio zugeschrieben:
7000 frcs.; Nr. 487. Engel, Ämadei zugeschrie-
ben: 3600 frcs. (Conte Ress); Nr. 488. Taber-
nakel: 6500 frcs.; Nr. 536. Äcus crinalis,

etruskisdi: 400 frcs. (Kanenkho); Nr. 537. Grie-
chischer Helm (VI. Jhdt.): 1400 frcs.; Nr. 554.
Porträt Clouet: 1500 frcs. (Romano); Nr. 566.
Gruppe der drei Grazien: 100000frcs. (Canessa);
Nr. 575. Etrusk. Relief Prothesis: 3000 frcs.
(Kanenkho); Nr.585. ArabischePgxis: 1100frcs.;
Nr. 595. Zwei Vasen Faenza: 2000 frcs.; Nr. 641.
Bronzebecken, antik:2300frcs.; Nr.643. Diskoboi,
etrusk. Bronze: 1000 frcs.; Nr. 658. Siegel, dem
Cellini zugeschrieben: 1000 frcs. (Vitalini);

Nr. 666. Vier Elfenbeinplatten, graviert, erste
Kaiserzeit: 6000 frcs. (Morgan); Nr. 667. 34 Mes-
sergriffe, antik: 1100 frcs.; Nr. 683. Dioskur-
Relief, römisch: 3000 frcs. (Magno für Bardini);
Nr.685. Kamin (XVI. Jahrh.): 2600 frcs.; Nr. 686.
Ägyptische Statue: 5600 frcs.; Nr. 688. Satyr,
antik: 2200 frcs.; Nr. 690. Porträtherme: 1000 frcs.;
Nr. 739. Teller, Gubbio: 1550 frcs. (Janniello);
Nr. 745. Zwei Skizzen, Öl, englisch (XVIII. Jfhdt.):
1500 frcs.; Nr. 750 bis Tiepolo Kirchenfahne:
950 frcs.; Nr. 754. Madonna, Mino da Fiesoie
zugeschrieben: 30 000 frcs. (Canessa); Nr. 756.
Dichterstatue, Torso, Inschrift Zeuxis: 35000 frcs.
(New York); Nr. 759. Weihwasserbecken
(XV. Jhdt.): 4000 frcs. (Berlin); Nr. 762. Johannes
der Täufer, wahrscheinlich Giovanni da Nola:
31 000 frcs.; Nr. 780. Tabernakel, Marmor
(XV.Jhdt.): 3800 frcs.; Nr.790. Gobelin (XVI. Jhdt.) :
9000 frcs. (Fiorentino). L. P.

S

WÄRSCHÄU =---

Bei JerömeWilder&Co. findet am 24. Mai
und folgende Tage eine Versteigerung von
Kunstgegenständen aus dem Besitz des ver-
storbenen Herrn Mathias Bersohn statt: Bilder,
Bronzen, Gemmen, Einrichtungsgegenstände und
Stoffe. Unter den Bildern ist vor allen Dingen
die spätere holländische Schule gut vertreten.
Unter den Italienern befindet sich ein schöner
Canaletto.

KLEINE NACHRICHTEN

Berlin. Als eines der schönsten Ergebnisse des
allgemeinen Interesses für H. v. Marees darf
man die photomechanische Herausgabe seiner
Neapler Fresken durch den Verlag Bruno Cas-
sirer, Berlin, betrachten. Man macht sich kaum

einer Übertreibung schuldig, wenn man die Aus-
schmückung der Zoologischen Station durch
Marees für die monumentalste Leistung der mo-
dernen Freskomalerei ansieht. Gerade dieses
Hauptwerk des Meisters nun mußte auf den
Ausstellungen in München und Berlin fehlen,
und die technisch vorzügliche Wiedergabe durch
den Verlag Cassirer füllt somit eine Lücke aus,
die alle Freunde moderner Kunst lebhaft be-
klagten. In der Eröffnungsrede zur Berliner
Mareesausstellung wies Heinrich Wölfflin
auf die Möglichkeit hin, daß dies Neapler
Freskenwerk als ein Hauptdenkmal moderner
Kunst einmal nach Deutschland übertragen
werden könnte, wie seinerzeit die Fresken in
Casa Bartoldi. Das jetzt erschienene Repro-
duktionswerk, das den Ruf der Neapler Fresken
weithin tragen wird, zusammen mit dem Texte
Paul Hartwigs, werden das Verlangen nach den
Originalen steigern und vielleicht von Einfluß
sein auf die brennende Frage nach dem Schicksal
der Fresken.

Brüssel. In einem Artikel der „Revue de
Belgique“ von Ä. J. Wauters weist dieser
Kunsthistoriker, Mitglied der Museumskommis-
sion, unter Hinweis auf Nachforschungen des
Konservators der Bibliothek van den Gheyn,
nach, daß das bis jetzt unter dem Namen
Gossart (Mabuse) katalogisierte Tryptichon
des Abt Jean de Tuegele, die Legende der
Maria Magdalena darstellend, nicht von diesem,
sondern von Cornelius van Coninxlo ist.
Gossart war 1533 oder 1534 gestorben, während
das Tryptichon 1537/38 bestellt wurde und zwar
für die Abtei von Diligem. Nach eingehenden
Darlegungen weist Herr Wauters auf eine An-
zahl anderer Gemälde, welche Gossart, Gerard
David, van Orley u. a. zugeschrieben wurden,
Coninxlo zu, so ein Bild „Jesus die heiligen
Frauen verlassend“ im Museum von Berlin.
Das hiesige Tryptichon trägt die Nummer 560
des Katalogs. F. M.

London. Catalogue Raisonne of the
Echtings of MuirheadBone by Campbell
Dodgson. Mr. Dodgson hat mit der ihm
eignen lückenlosen Genauigkeit hier das Werk
des schon weit über England hinaus bekannten
und geschätzten Künstlers behandelt. Eine treff-
liche Einleitung führt vorzüglich in die Wesens-
art der Kunst dieses Meisters ein. Mehrere
Stücke Muirhead Bones waren kürzlich bei
Mssrs. Ob ach in Bond Street ausgestellt, diese
Firma zieht es aber vor, ihre Ausstellungen nur
in echt englischen Blättern besprechen zu
lassen, weshalb darauf hier nicht näher ein-
gegangen werden kann. f.
loading ...