Der Cicerone: Halbmonatsschrift für die Interessen des Kunstforschers & Sammlers — 1.1909

Page: 319
DOI issue: DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cicerone1909/0335
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Die Leih-Äusstellung aus bremischem Privatbesitz

319

von feinem silbernen Gesamtton über
dem ruhigen Ensemble blauer, grauer
und grüner Farben. Er ist deutlich
bezeichnet. — Aus der alten Abteilung
ist dann ferner ein schönes Kirchen-
interieur zu erwähnen, das dem Saen-
redam gegeben wird, und eine frische
lebendige Seelandschaft bei Tageslicht,
bezeichnet Aart van der Neer. Weiter
dann noch die Halbfigur einer betenden
Madonna von Sassoferrato, eine
Replik des Londoner Bildes, sowie zwei
Kinderbilder von Quirin van Breke-
lenkam.

Was nun die Ausstellung moderner
Bilder betrifft, so ist es selbstverständ-
lich, daß in einer Stadt, in deren Nähe
sich vor etwa zehn Jahren ein Haupt-
entwicklungsstück der modernen Land-
schaftskunst vollzog, die Worpsweder
eine hervorragende Rolle spielen, als
sozusagen lokale Schule. Ich glaube,
es ist mit dieser Gruppe gegangen, wie

Äbb. 4. WILHELM LEIBL, Studienkopf. 35:25 cm

□ (Sammlung J. C. Pflüger)

Hbb. 5. WILHELM TRÜBNER, Wildstilleben. 76:90 cm
O (Sammlung Ä. W. v. Hetjmel)

es mit allen geht, die,
nach anfänglicher Ver-
spottung, dann nachher
über alle Maßen ge-
priesen, lanciert und
„modern“ wurden: am
Ende kommt dann die
gleichfalls wieder unver-
diente Geringschätzung.
Hiergegen bot die Aus-
stellung aus Privatbesitz
eine wohltuende Korrek-
tur. Man fand unter
den annähernd fünfzig
Bildern dieser Richtung
manches ernsthafte und
bedeutende Werk z. B.
von Overbeck (Abb. 3)
und von Vinnen (der
loading ...