Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

Page: 87
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kdm6bd1/0101
License: Creative Commons - Attribution - ShareAlike Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
AMT BRKISACH.

87

Staffel um einen Wirthschaftshof C die nöthigen Dienstgebäude Platz finden konnten.
(Vergl. Fig. 28.)

Die Anlage ist sehr zerstört und beinahe alles Mauerwerk abgetragen. Von den
Baulichkeiten der ehemaligen unteren Staffel, auf der jetzt ein Hof mit grossen Oekonoraie-
gebäuden sich ausdehnt, ist nichts mehr
erhalten und oben steht nur noch im Süden
ein drei Stockwerke hoher Mauerrest des
steinernen Palas mit drei weiten, über ein-
ander gelegenen Fensternischen, deren Hau-
steingewände ausgebrochen sind,

Bei b scheint ein Thurm mit Wendel-
stiege die Verbindung zwischen den ein-
zelnen Stockwerken hergestellt zu haben.

Von Architekturtheilen sind an der ,
südlichen Palasmauer hoch oben noch Reste :
eines das Gebäude ehemals unter dem
Dache abschliessenden Bogenfrieses erhalten
und ferner ein mit drei Hirschgeweihen
gezierter Haustein, der unter dem Schutt
sich vorfand und aus der Zeit stammt, da
das Schloss sich in württembergischem
Besitze befand.

Wann die noch vorhandenen Mauer-
reste errichtet worden sind, ist kaum mehr
zu bestimmen; doch scheint der Rund-
bogenfries des Palas vielleicht auf das
endende 12. Jh. zu verweisen. (?)

Eine Darstellung der Burg zur Zeit des
30jährigen Krieges findet sich in Merians
Topographia Sueviae' von 1643 auf demselben Blatte, das auch Höhingen zeigt.
Darnach besass die von hohen Zwingermauern umgebene Burg auf der Vorderseite des
Wohnhauses einen stattlichen Thurm, der jetzt, völlig verschwunden, damals den Wirth-
schaftshof und den Zugang der Nordseite deckte. (B.)

Sponeck.

IHRINGEN

Schreibweisen: in pago Prisecgeuue in comitatu Pirihtilonis Uringa 962; Ueringen
1297.

Litteratur: vgl, Jahrgeschichten des Pfarrers Huhn von I. (Mone 95I 241).

Prähistorisches: Auf dem 'Ried', 1 km südwestlich von Ihringen, befindet sich, :
vom Wege von Merdtngen nach Breisach durchschnitten, ein Grabhügelfeld mit noch
13 grossen Grabhügeln von 20—60 cm Durchmesser bei 1—3 m Höhe, die sog. Löh-
bücke. Immer noch recht sichtbar, sind sie doch durch Anlagen von Wiesen und
Ackerfeld mehr oder weniger abgeflacht. Prof. Schreiber (s. dessen Taschenbuch
loading ...