Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

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AMT STALTKN.

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STAUFEN

Schreibweisen: in pago Brisgowe in villa Staufen z. J. 770, Cod. Lauresham. II
548; Stoufen eb. z. J. 773; 1139; 1239; Stephen 1161; Stopfen 1187; St. 1220, FU.
I n° 184; Stophin 1258; Stouphen 1283; Stoffen 1356; Stawffen 1447 11. s. f.

Litteratur: Jos. Bader Die Herren von Staufen, Freibg. 1840; Ders. Die Herren
v. Staufen (Badenia 1844, III 43); Ders. Burg und Stadt Staufen (Schau ins Land VII 7,
VIII 37 mit vielen Abb. alter Fundstücke); A. Baur Regesten der Pfarrei Staufen (Z.
Xn 87); R. Hugard Regesten der Stadtgemeinde Staufen (eb. VU 118); Ders. Die
Beziehungen der Herren v. Staufen zu Freiburg (Schau ins Land XIV 85); Ders. Der
Verkauf der Kammeralherrschaften Staufen und Kirchhöfen an S. Blasien (eb. XIV 30);
Ders. Die Herrschaft Staufen im Bauernkriege (eb. XV 33); Ders. Die Stubengesell-
schaft und das Stubenhaus zu Staufen (eb. XV 49); Ders. Das Erbe der Freiherren von
Staufen (eb. XXI 96); Ders. Die Herren von Staufen zur Zeit der Herzoge von Zähringen
(eb. XXIV 10—18); Ders. Staufen während des holländischen Krieges 1672 bis 1679
(eb. XXVII 1); Ders. Hs. Notizen zur Gesch. v. Staufen (dem Herausgeber gef. zur Ver-
fügung gestellt und hier benutzt), sowie Schau ins Land (s. Index zu XXVI 63 f.).

Römische Reste: römische Anlage (Schau ins Land VII 8, VIII 37, 38). — Römische Reste
Mauerreste auf dem alten Schlossberge östlich von Staufen (Z. NF. II 465). — Römische
Lampe (abgeb. Schau ins Land VIII 58).

Geschichtliche Notizen. Staufen mit dem Schlossberge zum zähringischen Stamm- Geschichtliche
gute gehörig und erstmals 770 erwähnt, gelangte kurz vor im als Lehen an den
zähringischen Ministerialen und Ritter Adelbert (Rotul. Sanpetrin. FDA. XV 162), der
wahrscheinlich von einem ebenfalls zähringischen Hofgute Blankenberg unweit Freiburg
stammte. Im Besitze seiner Nachkommen (vergl. die Urkdl. Erwähnungen, Krieger 740),
die sich nach der neuen Heimat 'von Staufen' nannten, und die 1258 als freie Adelige
und 1451 als Freiherren erscheinen, verblieb Staufen, bis die Familie am 26. April 1602
mit dem Tode des Freiherrn Georg Leo im Mannesstamm erlosch. Im J. 1606 zog
Oesterreich, an welches mittlerweile die Lehensherrlichkeit übergegangen war, die
Herrschaft Staufen an sich und Hess sie, vereinigt mit der ebenfalls heimgefallenen Herr-
schaft Kirchhöfen als Kammeralgut verwalten. Schon am 7. April 1626 verpfändete
jedoch Oesterreich die beiden Herrschaften dem Johanniterkomthur, Kriegsrath und
Obersten Hannibal von Schauenburg, der im gegenwärtigen Kriege ein Regiment hoch-
deutschen Fussvolks gestellt hatte, und dessen Forderung dadurch auf 440,510 fl. an-
gewachsen war. In der Familie der Freiherren und Grafen von Schauenburg verblieben
sie, mit einer Unterbrechung von 1702 bis 1708, bis zum J. 1722, von wo an sie wieder
unter der Hofkammer standen. Am 15. April 1738 gelangten beide Herrschaften für
die Summe von 260,000 fl. als freies adeliges Lehen an die Abtei S. Blasien, welche
dieselben bis zu ihrer Auflösung im Besitze behielt.

Die Gemeinde Staufen, 1269 noch ein Dorf, erscheint 1341 erstmals als Stadt;
sie besitzt seit Alters sehr stark besuchte Wochen- und Jahrmärkte, und es scheint, dass
auch hier der Uebergang der Dorfgemeinde zu einer Stadt eine Folge schon früher ver-
liehenen Marktrechts war. Von den Herren von Staufen hatte die Gemeinde dabei die
niedere Gerichtsbarkeit und die Gefälle ab der Richtlaube, der Brodlaube und der Metzig,
sowie den Zoll und das Ungeld erhalten; diese werthvollen Einkommen verlor sie aber
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