Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

Seite: 321
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AMT FREIBURG. — S. GEORGEN. S.MARGEN. 32 I

Hofraum, der in den verschiedenen Stockwerken von hölzernen Gailerien umgeben
wird, auf die sich Stuben und Kammern Öffnen. Ein spitzbogiges gothisches Portal,
auf dessen rechtem Seitengewände ein Baden-Hachbergischer Wappenschild mit Helm
und Helmzier ausgehauen ist, führt in das Innere, das leider heute in Folge vielfacher
Um- und Neubauten von der ehemaligen Ausstattung nichts mehr enthält. Die ganze
Anlage erscheint als interessanter Rest einer ehemaligen Wasserburg, deren breite Gräben
heute in saftige Wiesen umgewandelt sind. (B.J

Ortsadel erw. zw. uoo bis 1337. Es waren zwei verschiedene Familien, die
des Craft von O. und die des zähringischen Dienstmannes Cuno. Von den Zähringern
ging die Vogtei an die Grafen von Freiburg über, welche 1367 den Ort mit Baden-
weiler vereinigten. Er wurde 1445 hachbergisch-sausenbergisch, 1504 badisch.

Eine Burg zu Opfingen erw. 1528. (K.)

SANCT GEORGEN

Schreibweisen: in Hardchirihha villa 804 S. Galt ÜB. III 3, 684; Harthchillea
1178; Hartkilch 1367; Sant Jergen 1524.

Litteratur: Bader Fahrten I 99—105; Mone Qs. II 98.

Kirche (plebanus de Hartchilche 1223; eccl. Hartkilch cum capellis videlicet Kirche
Uffhusen et Wendungen cum filia Adelnhusen zw. 1360 bis 1370, Lib. marc; kiichherre
ze Hartkilch 1387). Die parrochialis eccl. s. Georgii de Hartkirch war 1382 der Kart-
hause bei Freiburg incorporirt (GLA.) worden; 1390 kam der Ort zum Theil, 1504 ganz
an die Johanniter, welchen später auch die Vogtei zufiel.

Im Thurme der modernen kath. Pfarrkirche a. s. Georgum hängt eine alte Glocke Glocke
(Durchmesser 1,16 m), auf der sich oben in 5,5 cm breiten Schriftbändern folgende
Inschrift in gothischen Minuskeln vorfindet:

bo * man + jalt + nad& + %$ + purt + iü + Im + in + goteö * namen + taart +

trfj + ga^en + unb ♦ m + btt + tt + be£ * nepen + geigen t rttttt t $mt +

tergen + namen +

Auf der Glockenwandung ist ausserdem in Relief die Figur eines Bischofs mit
Mitra und Stab, die Rechte segnend erhoben, aufgegossen, und weiter die Gestalt eines
Hundes, sowie eines Fuchsen (?) in ziemlich kräftiger Modellirung. (B.)

In der Kirche eine Holzstatuette, h. Anna selbdritt, sehr bewegte Barockskulptur, Hoi/statuette
nicht schlecht.

Hinter dem Chor auf dem Kirchhof Grabstein mit Wappen 1692. Grabstein

Ein Ortsadel erw. im 13. Jh. (vergl. Krieger S. 624).

S. MÄRGEN

Schreibweisen: cella sanete Marie in Nigra Silva 1275, Lib. dec; sant Marien
*3*' f.; santeMeriun 1316; s. Marien Celle in dem Swartzwalde 1384 f.; Meryenzelle 1463.

Litteratur: Handschriftliches, verz. bei Mone Qs. I (64); Gerbert HNS. I 477.
II 84; Petri Snevin Ecclesia stira 233—239; Gall. Christ. V 1075; Neugart EG

Band VI. 21
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