Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

Seite: 293
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AMT FREIBURG. — EBRINGEN.

EBRINGEN

Schreibweisen: Eberingen zw. 716 bis 720 Cop. Ende 9. Jh. S. Gall. ÜB. I 3; 1144;
1179; 1184; Eburingen z. J. 773 Cod. Lauresh.; Prisigauia Heburinga vel. 793; in pago
Brisagauge in loco nuncupante Eboringa c. 802; Hebiringa c. 850; Ebringa 861; Ebringen
1147 t

. Litteratur: P. Ildephons von Arx Geschichte der Herrschaft Ebringen i. J. 1792
aus alten Urkunden gezogen, dem Drucke übergeben von J. Booz, Freib. i. Br. 1860;
Mone 95. I 96; Bader Urk. über die Schneeburg bei E. (Z. XVIII 462—476};
Oechsler Geschichtliches über die Pfarrei E. in FDA. NF. III 219 ff.

Alemannisches: In den Gewannen 'Scharretenäcker' und 'Herrengärten' am west- .
liehen Fuss des Schönbergs ein 1825 von Prof. H. Schreiber entdecktes und unter-
suchtes grösseres alemannisches Reihengräberfeld. Ueber dasselbe und die
dortigen Funde s. F. Schreiber Die neu entdeckten Hünengräber im Breisgau, Freiburg,
Fr. Wagner 1836, mit Abb. und Mone, Urgeschichte Lp. 215 No. 18, 19 und p. 218.
No. 2. (W.)

Römisches: Münze des Antoninus Pius. Der Ort angeblich das römische Eburum
(Schau ins Land I 8, 40, 41, 48, 49; II 22, 29—31 (Abb.), 30, 39—43, 54f.; VII 8,
n° 1; XII 55.

Kirchs (quidam clericus nomine Manegoldus de Ebringen, Anf. 12. Jh. Rot. San.;
plebanus de Ebringen in decanatu Wasenwiler 1275, Lib. dec; ecclesia E. cum filia
Norsingen in dec. Gundlingen zw. 1360 bis 1370 Lib. raarc; kilchherre ze Ebringen
1392). Ehemals Propstei von S. Gallen, Schau ins Land II 29, 31; XI 22; XH 50,
93; XXI 57; 1536 wurde ihr noch die Pfarrei Berghaupten inkorporirt.

In dem Chor der über dem Ort gelegenen Pfarrkirche a. s. Gallum et Ottraarium
haben sich wenige Reste älterer Zeiten erhalten; so das spätgothische Portal mit über-
greifendem Stabwerk und im Aeusseren des einfachen Putzbaus schlicht profilirte gothische
Gurten und Gesimse, sowie die im Grundriss dreiseitigen Streben; im Innern ein hübsches
Netzgewölbe mit runden bemalten Schlusssteinen und auf einfachen Konsolen aufsitzenden
Rippen. Der dreistöckige, viereckige Thurm hat oben je ein Paar zweigetheilte mit
Dreipässen verzierte gothische Fenster; er ist mit einein Satteldach gedeckt

Von dem aus drei Seiten des Achtecks geschlossenen Chor nach der Sakristei
führt eine profilirte Pforte, auf deren geradem Sturz sich ein Wappenschild und die
Jahreszahl 1670 ausgehauen vorfindet

Das vielfach vergrösserte Langhaus stammt aus neuerer Zeit. 1721 wurde die
Gipsdecke mit den Gemälden angebracht. —■ Der Hochaltar, der über 1600 fl. gekostet,
wurde 1689 vom Konstanzer Weihbischof von Wildegg konsekrirt. Er zeigt den üblichen
Barockaufbau in Marmor-Imitation.

Mehrere alte Grabplatten sind an den Mauern des Gebäudes aufgestellt: im
Inneren der Kirche vor allem das Doppelgrabmal des 1533 gestorbenen Sigmund von
Falkenstein und seines 1537 zur Herrschaft in Ebringen gelangten Sohnes Christoph
(1* 1559). Das Denkmal, eine ziemlich massige Arbeit des ausgehenden j^Jhs. *st
durch Pilaster getheilt und zeigt in jeder Hälfte in einer Nische die Gestalt eines Ritters
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