Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

Page: 210
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2IO KREIS FREIBURG.

Das Rippengewölbe des Chörchens mit Rippenwandbogen ruht auf Wanddiensten
mit einfachen Wulstbasen und ziemlich plumpen Blattkapitälen auf und schliesst mit
einem ornamentirten Schlussstein. Die Decke des im Westen durch zwei übereinander
liegende Holzemporen ausgefüllten Langhauses ist flach. Beleuchtet wird die Kapelle,
deren Boden bedeutend tiefer liegt als das umliegende Terrain (man steigt durch ein
spitzbogiges Thürchen auf zehn hohen Stufen zum Fussboden hinab), im Chor durch ein
spitzbogiges Fenster ohne Masswerk, im Langhause durch eine im Rundbogen geschlossene
Fensteröffnung.

Nach der später angebauten, beinahe leeren Sakristei führt vom Chor ein Thürchen
mit geradem Sturz und der Jahreszahl 1712; daneben ist eine Nische in die Mauer ein-
gelassen, die, im Kleeblattbogen geschlossen, von einem von Masswerk durchbrochenen
und mit Krabben verzierten Giebel überragt wird.

Im Langhause hängt eine schlecht gemalte, das alte Riegel darstellende Votivtafel
von 1709, die von Riegel aus in Folge glücklicher Errettung aus einer Ueberschwemmungs-
gefahr gestiftet wurde. (B.)

Für die in Riegel ansässigen Geschlechter s. Kindler v. Knobloch Oberbad.
Geschlechterbuch I 248 und Krieger 574. Die urkundl. Erwähnung der Herren von
Riegel geht von 1179 bis 1312. Nach mannigfachem Besitzerwechsel war R. zuletzt
getheilt zwischen dem Fürsten von Schwarzenberg, der Abtei Ettenheimmünster und der
Grafen von Sickingen. Es wurde 1805 badisch. (K.)

SEXAU

(HOCHBURG)

Schreibweisen: in pago Brisahgawe . . . Secchosowa 862, Cop.; Sexowe 1284 f.;
die zwey Segsow 1356, Cop. 15. Jh.; inner- und usser Sexow 1413; Nidern- und Obern-
Sexow 1389 u. s. f.

In der protestantischen Pfarrkirche zu Sexau (plebanus in Sexowe in dec. Gloter
1275 Lib. dec; eccl. Sexow in dec. Waltkilch zw. 1360 bis 1370 Lib. marc; ob der
usserem Sexowe ob der kilchun 14. Jh.; capplany unser lieben frowen zu usseren
Sexaw 1419) scheint nur der quadratische, von zwei doppelt abgetreppten Streben gestützte
Chorbau alt zu sein, von einfachem Sterngewölbe überdeckt, dessen Rippen auf plumpen
Konsolen aufruhen und dessen kreisrunder Schlussstein durch einen Vierpass geziert wird.
Alles Andere ist modernen Ursprungs oder völlig überarbeitet.

Unter den Glocken hat sich eine ältere, von 1740 datirte (Durchmesser 0,72 m)
erhalten. (B.J

Ein Burgstall erw. 1419 u. s. f. — Der Ort, ehemals Kloster Andlau gehörend,
kam 1344 an Hachberg. (K.)

HOCHBURG (Hachberg)

Litteratur: General-Landesarchiv: Aktenstösse über Schloss und Herrschaft
Hochburg, von 1571 ab meistens unter den Titeln 'Festungssachen', 'Visitationen der
Burg', 'Militär-, Bau- und Kriegssachen'.
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