Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

Seite: 107
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AMT BREISACH. — W ÄSEN WEILER. 107

Hier stand von Alters her ein bekanntes Bad, das schon im Jahre 1300 als Hoch- Bad

stift Basel'sches Lehen der Herren von Uesenberg erwähnt (Z. XV 238) und noch 1508
und 1571 unter den im Gebrauch befindlichen Bädern aufgezählt wird.

Das Pauliner-Eremitenklösterchen 5. Peter auf dem Kaiserstuhl (Augustinerordens)s* Ka^erstuhle"
— erw. capella filialis ss. Petri et Pauli app. in sede imperiali Constanc. diöc. ab ecclesia
in Foxberg pendens 1333, 1373 (GLA.); 1387; domus fratrum s. Pauli dictum Kaiserstul
zw.1469 bis 1508; Poinsignon Das verschollene Klösterlein S. Peter auf dem Kaiser-
stuhl, Schau ins Land XIV 13-—17 —, dessen Provinzial und Konvent Markgraf Otto II
von Hachberg-Höhingen im Jahre 1411 die schon von seinem Vater Markgraf Hesso I
von Hachberg-Hachberg 1373 bewilligte Vergabung der Kirche und des Kirchensatzes
zu Vogtsburg neu bestätigte, existirte schon ziemlich frühe, trat aber niemals besonders
hervor und scheint in den Zeiten der Reformation eingegangen zu sein. Wo es gelegen,
ist nicht mehr genau bekannt; doch darf man mit ziemlicher Sicherheit annehmen, dass
das Klösterlein nahe bei Vogtsburg auf jener Bergkuppe gestanden hat, die von den
Umwohnern eigentlich Kaiserstuhl genannt wird, dem 'Neunlindenbuck' (950 m), auf
dem noch vor ungefähr 40 Jahren einzelne Mauerstücke zu sehen gewesen sein sollen
und wo noch heute Fundamentmauern, Ziegelreste u. s. w. auf das ehemalige Vorhanden-
sein von Gebaulichkeiten schliessen lassen.

Gross kann die Ausdehnung der Gebäude allerdings nicht gewesen sein, da das
Plateau nur 30 auf 40 Schritte misst, was zu der Vermuthung Veranlassung giebt, dass
auf dem Neunlindenbuck nur Kapelle und gemeinsame Konventsräume gestanden haben,
während die einzelnen Mönche zerstreut in verschiedenen Zellen lebten, deren eine auf
der Eichelsspitze, die andere auf dem nahen Todtenkopf gelegen haben mag. Und
in der That finden sich auf der Eichelsspitze, auf deren Kuppe niemals ein noch so
bescheidenes Kloster hätte Platz finden können, unbedeutende Ruinen eines Bruder-
hauses und auch auf dem Todtenkopf soll man beim Setzen des Marksteins auf ein
Gewölbe, angefüllt mit menschlichen Gebeinen, gestossen sein.

Ob, wie die Sage erzählt, auf einem dieser Berge eine Niederlassung des Templer-
ordens gewesen ist, lässt sich nicht mehr konstatiren, ist aber mehr als unwahrscheinlich.

Auf dem Neunlindenbuck stehen alte Bannsteine mit den Schilden derer von
Fahnenberg, der Herren von Oberbergen und dem Wappen von Ihringen (abgeb. Schau
ins Land XIV 16). (B.)

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WASENWEILER

Schreibweisen: Wasenwiler 1232; 1330 f.; in dem dorf und dem Kilchspel ze
Wasenwiler 1298; die vogte und die gebursami des dorffes ze Wasenwiler 1354.

Prähistorische Reste: Grabhügel. (?)

Römisches: Hertweg 1341 (Mone UG. I 144).

Kirche (decanatus Wasenwiler 1275, Lib. dec; ecclesia Wasenwiler in decanatu
Gündlingen pertinet Thentonicis in Friburg zw. 1360 bis 1370; Lib. marc.; Tit. Assumpt.
B. M. v.; Wernher Stehelin, priester, frügmesser zu Wasenwiler 1480).

Schlosskapelle (anno 1446 capella in castro dominorum Theutonicorum in villa Schiosskapdk
Wasenwiler situata una cum altari in eadem capella in honori s. et gloriosissime virginis
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