Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

Page: 311
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AMT FREIBURG. — LITTEN WEILER. MENGEN. 311

Im Glockengeschoss des Tkunnes, dessen zweitheilige und spitzbogige Schall-
öfthungen mit zerstörten Masswerken jetzt theilweise zugemauert sind, hängt eine ältere
Glocke (Durchmesser 0,68 m), welche 1698 von Hans Heinrich Weitnauer in Basel
gegossen worden ist *

Das jetzt verschwundene Weiherschlosscken an der Ostseite des Dorfes war Sitz
der Herrschaft Lehen und Betzenhausen, die von den Grafen von Freiburg verkauft,
nacheinander in den Besitz der Edlen von Nankenrüti, von Blumeneck, von Stadion und
1587 in denjenigen der Stadt Freiburg gelangte. Dieses ältere Weiherschloss, von dem
nur noch ein Theil des Weihers vorhanden ist, scheint bereits im Bauernkriege zu Grunde
gegangen zu sein, während ein neueres Schloss, ein dreistöckiges, verputztes Giebelhaus
mit Architekturtheilen in rothem Sandstein unweit davon heute noch steht. Auf dem
geraden Sturz der Hauptthüre dieses in ummauertem Hofraum sich erhebenden Gebäudes
sind gleichwie an der Pforte des Treppenthurmes der Thalvogtei zu Kirchzarten zwei
flott gezeichnete Wappenschilde, Vorderösterreich und Freiburg, ausgehauen. (B.)

Ein Ortsadel wird 1315 und in der zweiten Hälfte des 14 Jhs. (domina de
Leheim s. Gall. ÜB. III 775) erwähnt.

Lehen kam von den Zähringern an die Grafen von Freiburg und wurde nach
mannigfachem Besitzerwechsel endlich von der Stadt Freiburg 1587 gekauft. Patronat
und Zehnt stand im 12. Jh. dem Basler Stift zu und kam später an den Weihbischof
Joh. Kerer, mit dessen Hinterlassenschaft es an das Kollegium Sapientiae zu Freiburg
überging. Bis 1805 gehörte der Ort zur Landgrafschaft Breisgau. Ueber die Schicksale
desselben vergl Schau ins Land passim (Index zu XXVI 43). (K.)

LITTENWEILER

Schreibweisen: Luttenwille 1311; Luttenwiller 1344 f.

Die einfache Kapelle (tit. s. Barbari et Nicolai) mit kleinem Dachreiter ist gänzlich Kapelle
unbedeutend.

Auch die in einer Schlucht südlich des Eichbergs gelegene Wallfahrtskh-che Wallfahrtskirche
S. Barbein mit Eremitage, die 1765 neu geweiht worden war, ist im Anfange unseres
Jahrhunderts wieder in Abgang gekommen. Heute ist nur noch ein einzeln stehender
Hof dort vorhanden. fB.J (Schau ins Land VIT 77.)

Der Ort war eine Besitzung der Herren von Falkenstein, dann der Snewelin von
Landeck, zuletzt theilten sich darin die Deutschherren zu Freiburg und die Sickingen.
Er gehörte bis 1805 zur Landgrafschaft Breisgau. (K.)

MENGEN

Schreibweisen: villa qui dicitur Maghingas 786 S. Gall. ÜB. I 104; in pago
Brisegowe in Maginger marca z. J. 794 Cod. Lauresh.; in pago Prisicauge in Maingas
873; Mainga 861; Maingen 1147 ; Mengen zw. 1248 bis 1262 u. s. f.

An der Strasse nach Hausen fand man in den 1820er Jahren ein alemannisches Aiemannbch«
Steinplattengrab mit Skelettresten, aber ohne Beigaben (s. H. Schreiber Neuentdeckte
Hünengräber im Breisgau, 1826, p. 42). Es dürften dort noch mehrere zu finden sein.
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