Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

Seite: 431
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AMT STAUFEN. — OFFNABINGEN. 43j

Münster im Thale, ein jetzt eingegangenes uraltes Bergstädtchen, entstand durch Münster im Thai
den Betrieb der dortigen Silberbergwerke, war schon frühe mit Mauern und Thoren
umgeben, sowie vor der Stadt Staufen im Besitz eines Stadtsiegels (mit dem Bilde eines
Bergmannsschlegels) und scheint namentlich im 12. und 13. Jh. sehr zugenommen zu
haben. 1346 verkaufte Herr Johannes von Staufen in Geldnoth die Feste Scharfenstein
und das Städtlein Münster, alte habsburgische Lehen, an Herzog Albrecht von Oesterreich.
Als dieser jedoch die mit übernommenen Pfandbriefe gegen sein Gelöbniss beim Verkaufe
nicht einlöste, zogen die Freiburger 1346 aus und zerstörten Feste und Stadt, wie die
Sage berichtet, ohne Widerstand zu finden, da sie über das Gebirge den Weg ins Münster-
thal genommen, die Münsterer aber die Freiburger kampfbereit auf dem Krotzinger Felde
erwarteten.

1539 wird die Stadt zum letzten Male urkundlich erwähnt, sinkt darnach zum
Dorfe und ist heute nur noch eine sogenannte Rotte zwischen S. Trudpert und Wasen.

Die Burg Scharfenstein (castram Scharphenstein 1267 f.; burgstall Scharffenstein B"r8s^arfen"
1480) liegt nahe der heutigen Strasse auf steilem Felsen im Obermünsterthal zwischen
dem Spielweg und dem Wiedener Eck. Von den Herren von Staufen zuerst 1267,
dann wieder 1325 an S. Trudpert (Z. XXI 374, 377), dann 1346 an Herzog Albrecht
von Oesterreich verkauft, wird die Feste zugleich mit dem Bergstädtchen Münster in der
oben genannten Fehde 1346 von den Freiburgern zerstört {Matthias Nuewenburgensis, bei
Boehmer Fontes IV 238), und wurde wahrscheinlich nicht wieder aufgebaut. Heute
sind von den im Anfange unseres Jahrhunderts noch sichtbar gewesenen Mauerresten
nur mehr ganz geringe Spuren vorhanden. (Vergl. R. Hugard und Ad. Poinsignon
Burg Scharfenstein, Schau ins Land XV 67—74, XIII 79, III 74 [römische Anlage!]
VII 7, 20, 24, XV 73, XXIV 15; Abb. bei Herrgott Geneal. Habsb. I, Tafel 2;
M.fehlis?] Strassb. Post 1903 Nr. 819.)

Die Regelsburg (auch Rödelsburg und Rotteisburg genannt) stand nordöstlich von lu-eisbrng
S. Trudpert, 2300 Fuss über dem Meere, an den obersten Anfängen des Ambringer und
Norsinger Grundes, sowie des Riggenbachthales. Mauerwerk ist keines mehr vorhanden;
doch lässt sich noch an einer Art Ringwall aus aufgeschichteten Steinen, der mit einem
Graben die kleine Kuppe umgiebt, die befestigte Niederlassung erkennen (s. oben). Urkund-
liche Nachrichten über die Burg sind keine vorhanden, die Wahrscheinlichkeit ist dem-
nach gross, dass man es hier mit einer früh mittelalterlichen, nur aus Holz erstellten
und mit einer Erdanschüttung umgebenen Burg, ohne Maueranlagen zu thun hat (Abb.
bei Herrgott I, Tafel 2). (B.)

OFFNADINGEN

Schreibweisen: villa que dicitur Ofmanningen 1139; Hoffmenninchen 1139; Off-
nathingen 1316; Offemenningen 1350 u. n.

Die alte Kirche (tit. Inventionis s. Crucis) ist durch einen unbedeutenden Neubau Kirche
des 18. Jhs. (1786) ersetzt. Nur der an der Nordseite des Schiffs stehende Thurm Ttm™
gehört in seinem untern Stockwerk der romanischen Zeit an. Seine schmalen Mauer-
schiitze scheinen als Schiessscharten gedient zu haben. Das achteckige Glockenhaus
und die Zwiebel sind späteren Ursprungs.
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