Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

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BOLLSCHWEIL

Schreibweisen: in villa nuncupante Puabilinswilare 838 S. Gall. ÜB.; Buabiiinis-
wilare 871 eb.; villa quae Boleswiler dicitur z. J. 1090 vit. S. Udalr.; Bolswiter 1184.

Oberhalb des Dorfs im sogen. 'Erle' alemannische Steinplattengräber (s. H.
Schreiber Die neu entdeckten Hünengräber im Breisgau 1826 p. 39). — Nach An-
gaben des Grossh. Topograph. Bureaus von 1882 befindet sich südlich vom Ort ein Ring-
wall. (W.)

In der neueren Kirche (ad. s. Hilarium; Buolswilare cum ecclesia 1147; sacerdos
de Bolswilare 1183; plebanus in Bolwiler in dec. Wasemviler 1275; dec. Gündlingen
zw. 1360 bis 1370 Lib. marc.) ist nichts von Interesse.

In der Sakristei wird ein einfaches, spätgothisches, sechsseitiges Ciborimn mit
spitzem Dache aus vergoldetem Kupfer aufbewahrt (14. Jh.).

Der vor dem Dorfe zwischen alten Bäumen und Oekonomiegebäuden gelegene
Schlossbau erscheint als einfaches, zweigeschossiges Wohnhaus mit Mansardendach ohne
architektonische Bedeutung. (B.)

Im Dorfe ein Rococokreuz mit Statue; unten deutsche Inschrift mit dem Datum
17 63; Basis, Säule und Kapitell haben noch gute Formen; des weiteren eine Säule, auf
der die Gruppe der h. Dreifaltigkeit, wohl 18. Jh., die Typen aber älter.

Am Haus No. 177 Rundthor mit Hohlkehle und kleinen Voluten, am Sturz
Rocailleverzierung.

Fronhof und Kirche des Orts gehörten s. Ulrich, dessen Stifter zuerst hier 1090
das 1115 nach Sölden verlegte Frauenkloster errichtet hatte. Ein Ortsadel wird
urkundlich zw. 1303 bis 1454 erwähnt. Seit Ende des 13. Jhs. war das Dorf im Besitz
der Snewelin-Bernlapp als gräfl. freiburgisches Lehen, später ist es Besitz der Familie
von Berstett. Es gehörte bis 1805 zur vorderösterreichischen Landgrafschaft Breisgau.

In Bollschweil errichtete der h. Ulrich (in villa quae Boleswiler dicitur, vita s. Udalrici
prioris Cellensis, St. XII 262) ein Frauenkloster (ca. 1090), welches Gerold von Scherzingen
1115 nach Sölden verlegte, indem er dieses der Cluniacenserabtei einverleibte und die
Aufnahme von Nonnen von der Zustimmung des Abtes von Cluny abhängig machte
(Mabillon, cum Append. V 694; Gerbert HNS. I 469, II 69, 165)

BREMGARTEN

Schreibweisen: Bremgarten 1341; Bremegartin 1256.

Der Ort war ein Reichslehen, das die Herren von Staufen inne hatten, bis er
1313 von den Johannitern gekauft wurde. Seither stand er unter dem Grosspriorate
Heitersheim und zählte zur Landgrafschaft Breisgau; 1805 wurde er badisch.

Eine Kirche (tit. s. Stephani papae et mart.) wird seit 1275 (plebanus de Brem-
garton in decanatu Wasemviler, Lib. dec.; ecclesia B. in decanatu Gündlingen zw. 1360
bis 1370 Lib. marc.) erwähnt. (K.)

Das Dorf Bremgarten sowie der kleine Weiler Weinstetten am Rhein sind ohne
Bedeutung.
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