Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

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AMT EMMENDINGEN. — MUSSBACH. 197

Kirche (plebanus de Wupinisperch 1207; lutpriester ze W. 1343 f.; ecclesia Woplis- Kirche
perch in decanatu Gloter 1275, Lib. dec; eccl. W. cum filia Keppenbach in decanatu
Waltkilch 1360 bis 1370 Lib. marc; die pfarre ze Boblinßbergen 1489). Incorporation
nach Schuttern durch B. Heinrich von Constanz 1359. Die der h. Barbara geweihte
Kirche ist jetzt verschwunden (Z. NF. II 479). Die Pfarrei ist auch 1390 erwähnt bei
Mone 95 III 125. Interessant die Erwähnung einer Inclusa Z. XXI 256. (K.J

Die Kirche ad. s. Barbaram auf dem Wöplinsberge, wahrscheinlich eine noch •

ältere Gründung als die Kirche zu Emmendingen selbst, ist jetzt abgebrochen. Ursprüng-
lich standen hier oben in der Nähe des Meierhofs auf der Seite gegen Landeck an der
Stelle unterhalb des Waldes, da wo jetzt ein Weinberg angelegt ist, Kirche und Pfarrhaus
eines grossen Kirchensprengels, welchem die Orte Nieder-Emmendingen, Mundingen,
Thennenbach sowie Keppenbach angehörten und zu dem der Kirchweg von Nieder-
Emmendingen aus hinauf führte. Auf dem Altar der Kirche befanden sich, wie über-
liefert wird, die Bilder des h. Joseph und der h. Barbara, der Thurm war aus gehauenen
Steinen erbaut und rings hemm der Begräbnissplatz des ganzen Bezirks angelegt, der
bis 1750 benutzt wurde. (Eine Abbildung ist nirgends vorhanden.)

Eigenthümer der Kirche und des Hofgutes war ursprünglich das Kloster Schuttern
bis 1666. Nach dem dreissigjährigen Kriege kam das Gut durch Tausch an das Kloster
Thennenbach, das den Sitz des Pfarrers nach Mundingen verlegte, weil das Pfarrhaus
während des Krieges abgebrannt war. Später wurde auch die Kirche zu Mundingen
erbaut und die auf dem Wöplinsberge abgebrochen. Das Hofgut ging nach Aufhebung
des Klosters Thennenbach durch Versteigerung in Privatbesitz über und ist jetzt Eigen-
thum der Familie von Bodmann-Möggingen. (B.)

Der Ort, dessen jetzige Gebäulichkeiten kein Interesse darbieten, gehörte zur
Markgrafschaft Hachberg. (K.)

MUSSBACH

(Zinken, Gemeinde Fr ei am t)

Schreibweisen: duo feoda Musbach 11615 Muosbach das dorf 1261; Muspach
1514; Lützelenmüsbach 1341; villa et eccl. Musbach 1231 \ plebanus in M. in decanatu
Gloter 1275 Lib. dec; in dec. Waltkilch zw. 1360 bis 1370 Lib. marc; Patronat geh.
nach Tennenbach 1277.

Die evangelische Kapelle mit Dachreiter, deren Langhaus, wie die Jahreszahl 1731
über dem rundbogigen Seitenportal darthut, aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts
stammt, besitzt einen älteren gothischen, in fünf Seiten des Achtecks schliessenden Chor,
der wohl nie überwölbt war. Vom Chorraum aus führt ein rundbogiges Thürchen, um-
zogen von spitzbogigem Stabwerk, in die Sakristei neben einer Sakramentsnische in
Umrahmung, die mit Eselsrücken, Krabben und Giebelblume geziert ist.

Auf der Chorrückwand schaut hoch oben in Relief das Wappen der Abtei Thennen-
bach aus dem Bewurf, dazu die Jahreszahl 1763, die sich auch an der Aussenwand des
Chors nochmals vorfindet.
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