Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

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218 KREIS FREIBÜRG.

In einem Bericht des Isaac Veltenauer an Generalfeldzeugmeister von Reinach
vom 30. Mai 1636 schreibt dieser Folgendes: 'Gestern abents hab ich die Mine
zwischen dem scharfen Eck und dem Rundöhl gehen lassen, auch den weissen
Thurm gefohlt, so sein sanft niedergesessen und alles zerschmettert; die übrig
Minen will ich, gelibt es Gott, heutig abend auch gehen lassen und mich dahin
richten, dass ich biss khünftig Montag zu Breisach seyn kann und die Handtirer
abschaffen.' (Mehrere hundert Bauern, manche von weit her, waren zur Ver-
nichtung der Werke aufgeboten und zusammengetrieben worden.)

Die Burgkommandanten in diesen Jahren waren Burger
1603 Besold von Steckhofen; Albrecht Mander von Steinkallenfels;

1606 Stürze] von Buchheim;

1607 Michael Zahn von Schneeberg;

1609 Johann Buwinkhausen von Wallmerod, gest. 1625 und zu Eichstetten begraben;

1616 Hans Jacob von Helmstadt (gest. 1619 und in der Kirche zu Emmendingen
beigesetzt);

1619 Johann Burkhard von Gaudeck;

1625 Joseph Wagner, der vorher Capitän von Mühlburg war.

Kaum waren die Bauten der zweiten Periode unter Markgraf Karl II fertig gestellt,
als man anfing, die Angriffsfront durch Anlegen von vorgelegten Wällen, Erdwerken
und Bastionen zu verstärken und es nöthig erschien, auch die Befestigungen des Schlosses
Hachberg in der neuen Art zu vervollkommnen. Die Ausführung dieser Bauten, welche
die Hochburg zu einer der stärksten Burgfesten gestaltete, geschah unter der Regierung
des im Artillerie- und Ingenieurwesen sehr unterrichteten Markgrafen Georg Friedrich
und bezeichnet die dritte Bauperiode. Mehrere Ingenieure, Johann Buwinkhausen von
Wallmerod, Michael Zahn, beide spätere Burgkommandanten, und Hamann aus Offenburg,
wurden aufgefordert, Entwürfe zu den neuen Befestigungsanlagen einzureichen; nach
mannigfachen Prüfungen wohl unter Zugrundelegung der verschiedenen Vorschlägen
wurde ein neuer Plan ausgearbeitet und zur Ausführung bestimmt.

Wiederum wurde der Haupteingang der Burg verlegt und zwar nach (s), dem
sogenannten 'Rothgatterthor'. Jetzt führte der von Sexau heraufkommende Burgweg
gleich wie früher zwischen Hornwald und Schlossfelsen nach der Seite des Krumm-
bachthales hinüber, zog aber dann, stets unter den Augen der Besatzung, die ganze West-
front der Burg entlang bis an die Nordwestecke, bis zu einem Paltisadenthor, von dem
der 'gedeckte Weg' auf dem Glacis zum Rothgatterthor mit Fallbrücke und Wachthaus
weiterleitete. Der Thorweg war eingewölbt und der Raum zwischen der inneren und
äusseren Absperrung durch Schiessscharten bestrichen, die aus dem links unter dem
Hauptwalle liegenden Wachtlokal kamen. Von hier aus bog dann der Weg nach rechts
um und führte, stets dem Angriff von der hohen Mauer des Schlosses ausgesetzt, zum
ersten eigentlichen Schlossthor f/J.

Sieben Bastionen mit den Namen 'Röteln, Hachberg, Baden, Badenweiler,
S. Rudolf, Diana und Sausenberg' umgaben den Mauerkern des Schlosses. Sie waren
untereinander durch sogenannte Curtinen verbunden und die stärkste Flesche, die Bastion
Baden, die eine höhere Lage hatte, als die angrenzenden Werke Badenweiler und Hach-
berg, war wiederum gegen die Südseite, den Hornwald zu, gerichtet. Die Escarpen
haben im Allgemeinen eine Höhe bis zu 10 m und bestehen aus Schichtenmauerwerk, die
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