Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

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AMT ETTENHEIM. — GRAFENHAUSEN.

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pavillons aus rothem Sandstein in gefälligen Barockformen mitverwandt wurde. (JB.) Eine
ältere Kapelle (unnser Frawen capelle zu Wyler) 1509 erw.

Der Ort gehörte bis 1803 zum weltlichen Hochstift Strassburg (Herrschaft Etten-
heim). (K.)

GRAFENHAUSEN

Schreibweisen: Grauvinhusen 1225; Gravenhusen 1272, 1341.

Einfache, aber gefällige Kirche (ad s. Jacobum) aus dem Jahre 1789 mit ansprechen- Kirche
dem, in weiss und gold gehaltenem Plafond, der auch bei der jüngsten Restauration
beibehalten wurde.

In Grossh. Alterthümersammlung in Karlsruhe befindet sich unter C. 132 ein aus
Grafenhausen stammender Steindeckel eines gothischen Sarkophags, offenbar vom Sarkophagdcckd
Anfang des 14. Jhs., mit einer Darstellung, deren Sinn unklar (s. Fig. 103). (B.)

Fig. ioj. Grafenhausen. Deckel eines Steinsargs, jetzt in den Grossh. Altertkumssanimlungen Karlsruhe.

Auf dem Deckel liegt eine jugendliche, nackte Gestalt, zwei kleinere Figuren in
Zeittracht auf der rechten, zwei Engel auf der linken Seite halten das unter ihr aus-
gebreitete Bahrtuch. Ein weiterer Engel krönt ihr Haupt, ein anderer scheint ein Weih-
rauchfass zu schwingen und ein dritter umfasst den linken Fuss. Drei Gestalten,
deren Köpfe abgeschlagen, wie es scheint in Kettenpanzern, fügen der Gestalt Wunden
zu. (Vergl. Veröffenti. der Grossh. bad. Sammlungen für Alterthums- und Völkerkunde
und des Karlsr. Alterthumsvereins III 1902 S. 65 f.) Im Hofe des Schmiedes Kirner
ein als Brunnentrog dienender, gotbischer Steinsarg, der fälschlicher Weise mit dem oben
besprochenen Deckel in Verbindung gebracht wird. (Wth.)

Ein Ortsadel erwähnt z. J. im Roth. Petr. (FDA. XV 139). Der Ort gehörte
bis 1803 zum weltlichen Gebiet des Strassburger Hochstiftes (Herrschaft Ettenheim).

Band VI. 17
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