Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

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KREIS FREIBURG.

rkbsiec Das Kapuzinerktoster, 1672 erbaut, 1677 abgebrannt und 1682 wieder errichtet,

diente nach der Aufhebung von 1803 dem katholischen und protestantischen Pfarrer
als Dienstwohnung und lag da, wo jetzt das neue katholische Pfarrhaus steht, an der
Strasse Mahlberg-Orschweier. 1887 wurde es abgerissen; Aufnahmen des alten
Bestandes konnte ich keine auffinden.

ueeas" Die S. Andreaskapelle auf dem Friedhofe an der Strasse nach Orschweier

brannte 1892 ab und ist durch einen Neubau ersetzt; vom alten Bau ist nur noch ein
kleines, gothisches Spitzbogenfensterchen erhalten. (B.)

r Sarg Ein steinerner Sarg 'aus vier Ungeheuern Platten zusammengefügt', in welchem

noch Gebeine lagen, wurde a. 1809 in einer Hohlgasse 9 Schuh unter der Erde liegend
gefunden. {M-Akten, Gen. Ks. I, c. 1812 f.)

ss OrtsadelundSchloss: Merboto de Malberg 1215; nobilis dominus 1221;

ministerialis Cünradus de Malberc 1218; Sculteti de Malberg seit 1233!; Castrum
Malberch z. J. 1246, Ellenhardi Chron.; FTJ. V n° 145 — die bürg zu Malberg 1379;
stettlin Molberg 1571.

Malberg kam nach Erlöschen der Zähringer an die Hohenstaufen, von welchen
Friedrich II 1218 hier weilte, Konradin sein Recht an die Geroldseck verkaufte, welche
es 1312 zum Reichslehen erhielten. Es wurde die Stadt (ihre Mauern und Graben
1360 erw.) und das Dorf unterschieden; in letzterem wird 1360 das 'wasserhus ze Mal-
berg' als geroldseckisch erwähnt. Nach mehrmaligem Wechsel der Lehnsträger wurde
M. zu Beginn des 18. Jhs. von Baden eingezogen. Das Schloss wurde 1642 und 1677
verwüstet. (K.)

Das Sc/iloss Mahlberg, zur Zeit der Sitz der Wittwe des Grossh. Badischen Staats-
rates Freiherrn Hans von Türckheim, stammt grösstenteils aus dem Anfange des 17 Jhs.
wie aus den hier zum Theil publizirten Grundrissen und Schnitten von 1776 zu ersehen
ist, die in der Plankammer der Grossh. Baudirektion aufbewahrt werden. (Fig. 106.) Nur
einige Reste der Mauern in wohlgefügten grossen Bossenquadem mit Randschlag auf-
geführt, sind älter. Ebenso ist das südlich auf der Ringmauer stehende, in Fig. 107 im
Schnitt A B als das 'Landschreiberei-Gebäude' bezeichnete Wohnhaus mit mächtigen
Quaderecken, kleinen Fensterchen und hübschem aber einfachem Portal älter, da es auf
die Zeit des mit einer Gräfin Eberstein verheiratheten Grafen Jacob von Geroldseck
zurückzureichen scheint. Darauf verweisen das Geroldsecker Wappen und die Ebersteiner
Rose auf dem Sturz des Portals.

Das jetzige Wohngebäude, ein Putzbau mit Architekturtheilen in rothem Sandstein,
wohl errichtet von Markgraf Friedrich V, ist im Innern und Aeussern vielfach umgebaut
und ganz modernisirt. In der Mitte der Gartenfront steht noch das alte Säulenportal
mit Freitreppe und einem grossen baden- durlachischen Wappen über dem Gebälk, das
die Jahreszahl 1630 trägt. Ebenso ist über dem flach profilirten und in 7 Seiten eines
kreisumschriebenen Vierzehnseits schliessenden Eingang zu dem achteckigen Treppen-
thurm mit breiter Wendelstiege abermals ein grosses badisches Wappen angebracht mit
der Jahreszahl 1640(5)

aus Das Haus No. ijö, 'Alte Stube' genannt, jetzt Gastwirthschaft zur Sonne, zeigt

am Schlussstein der Kellerthüre die Jahreszahl 1598 und in die Mauer eingelassen eine
Art Wappenstein mit der Jahreszahl 1716 und der Inschrift:

DER STATT MAHLBERG WAPPEN.
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