Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

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AMT FREIBURG. — THIKXGIX.

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Hügel, ca. 350 m lang, 200 m breit bei ca. 10 m Höhe, der sogen. Hunnenbuck.
Er kann nicht als Grabhügel angesehen werden; seine Bedeutung und Entstehungszeit
sind nicht bekannt (S. Schreiber Gesch. der Stadt Freiburg 1857, p. 6). (W.) —
'hershop', urkundl. 15. Jh. (Z. XX 434). — Römische Funde.

Kirche (plebanus in Tungen in decanatu Wasenwiler 1275, Lib. dec; ein cappelan Kirche
1356 ; ein priester 1357 ; eccl. Tungen in dec. Gündlingen zw. 1360 bis 1370, Lib. marc;
der liebe heilige sant Symphirianus und sin gotzhus zu Tungen des dorffs in Brißgow
gelegen 1467; schuz, ban und der saz der chilchun ze T. höret in den vronhof ze
Tungen (1301). (K.)

Die protest Pfarrkirche wurde mit Benützung eines älteren Thurmes 1751 erbaut
und bietet nichts von Interesse. Der Thurm selbst, in dessen Erdgeschoss von einer
Tonne überwölbt die Sakristei mit einem direkten Ausgang nach der Kanzel untergebracht
ist, zeigt in drei Geschossen schmale Scharten und ein gerade abgedecktes spätgothisches
Fensterchen. Links des Haupteingangs findet sich die mit einem Wappen gezierte
Grabtafel des Pankratz Schütz, Leutnants, gestorben 1685 in die äussere Kirchenmauer GraibüW
eingelassen, und im Langhaus der Kirche steht das etwas schwülstige Epitaph des 1756
verstorbenen Badischen Hofpredigers Franz, ihm, seiner Gemahlin und seinem Sohne
errichtet von seiner Tochter.

Mehrere ältere Häuser mit Staffelgiebeln (Zehntscheuer) sind noch erhalten; vor Häuser
allem ist das Haus No. 68, das ehemalige Gasthaus zum Rebstock, zu nennen (Fig. 143),
ein reizender, origineller Fachwerkbau an der Längsseite nach dem Hofe zu mit offener
Holzgallerie und einem daran anstossenden achtseitigen Treppenthürmchen, in dem eine
Wendelstiege aus Blockstufen (Eichenholz) emporführt, lieber der Eingangsthüre findet
sich das Jahr 1700, wohl das Erbauungsjahr des Hauses, eingehauen. Die Hofanlage
ist die typische dieser Gegend.

Am Hause des G. Schiatter, das zum grössten Theile umgebaut ist, hat sich noch
der alte Zustand an dem Theil gegen den Hof zu erhalten, wovon Fig. 144 eine An-
schauung giebt.

Das am südlichen Ende des Blankenbergs in den Wiesen bei Thiengen gelegene
Schloss Wangen, das noch 1767 bestand, ist heute spurlos verschwunden. fß.J
Ortsadel de Tmngen, Tüngen erw. 1087 bis 1318.

Alter Sangallischer Besitz, durch Schenkung des K. Arnulf von 888 (Neugart
D- I 472; S. Gall. ÜB. II 269). Die Dompropstei von Basel hatte seit dem 13. Jh. hier
ihren Fronhof mit Zehnten und Patronat (curia prepositi maioris eccl. Basiliensis
«51 j 1301; villicatura eccl. Bas. in T. 1344; dinghoff 1556), vergl. Bader Der
Basel'sche Dompropsteihof zu Thiengen (Z. TV" 474—480); J. B. Trenkle Geschichte
des Domstift Basel'schen Fronhofes zu Thiengen im Br., Freib. 1871 (SA. aus Freib.
DA. VI i79).

Ausserdem waren hier Kl. Adelhausen (1250 f.), Günthersthal (1315), S. Märgen
(curia 1271, 1372, I399)j Tennenbach {1556) begütert; vergl. die Belege bei Krieger
s- 79o, wo (S. 791) auch die urkundl. erwähnten Vögte (1301 bis 1487) nachgewiesen
sind. Der Ort war baden-durlachisch. (K.J
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