Kraus, Franz Xaver [Hrsg.]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

Seite: 396
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KKKIS KRKIlU'Ki;.

Wappensdwibe Wappenscheibe, die im oberen Abschluss die Anbetung der Hirten und Weisen aus
dem Morgenlande erzählt, während sich unten die Aufschrift vorfindet:
CASPAR - DIVINA • FAVENTE ■ CLEMENTIA - ABBAS • MONASTERII •
SANCTI ■ BLASII ■ HERZYNAE • SILVA® 1565. (B.)

K!emstäDc£esen Femer erwähnenswerth: ein Bischofskopf aus Thon, äusserst charakteristisches,

vorzüglich gearbeitetes Fragment von einer Statue angeblich vom Geburtshaus des Ulrich
Zasius am Gerberbach in Konstanz(r), etwa aus dem Ende des 15. Jhs.; 1898 gefunden;
eine Zinnkanne von 1629 mit eingravirten Scenen aus dem alten Testament, gute Arbeit
der Spätrenaissance; kleines Alabasterrelief mit einer Anbetung der Könige aus Tirol (?},

datirt 1420 mit Farben-
spuren; ein Alabaster-
relief, bezeichnet G N:
Christus und die Ehe-
brecherin, leicht mit
Gold verziert, in ver-
goldetem Rahmen, etwa
um 1600; eine eiserne
kleine Truhe mit den
gemalten Gestalten eines
Mannes und einer
Frau, derbe Renaissance-
arbeit.

Vor Allem aber
ein Ofenmodell aus
Thon, ungebrannt, mit
leichter Vergoldung.
Der Aufbau und die
sehr geschmackvollen
Flinzelheiten im feinsten
Rocaillestyl. Der Aufsatz zeigt das Wappen des Abtes Gerbert von S. Blasien; das Modell
stammt von dem Hafner Nüssle von Grafenhausen. (Wth.)

Ein Ortsadel noch 1113 erw., bis zweite Hälfte des 15. Jhs. Ursprünglich
Sitz eines zähringischen Ministerialengeschlechtes (vielleicht Verwandte der Urach, deren
Burg Alturach in der Nähe lag, s. d. A.), gelangte der Ort 1296 als Lehen Stühlingen
an die Grafen von Freiburg (FUB. V n° 274), dann an die Blumenegg und endlich an
die Fürstenberg. Frau Elisabeth von Bisingen, hern Cunrates von Blumenegg Wittwe,
schenkte den Johannitern den Kirchensat/, 1316 (FUB. V 327); daher die Erw.: ecclesia
Lenczkilch in decanatu Limpach pertinet Johanniticis in Vilingen zw. 1360 bis 1370,
Lib. marc. — vergl. betr. das den Brüdern und Schwestern des h. Johannes in Lenzkirch
1328, Okt. 10. durch Conrad von Bucbberg verkauften Seihof; Neugart Cod. dipi.
II 390, 409, 412, 413; Stollenhof 1333 k. Joh.-Arch. (Lenzkirch) Das Johanniter-
haus gestiftet 1316 (FUB. Vn° 354).
Burgruine Schloss Urach.

Schreibweisen: bürg zeÜrai3i6 (FUB. II 55); turnUra gelegen zeLentzki!chi365;
zuLentzkilch vf den felß nebentzii an den turn, dem man spricht Ura 1404 {eb. VI 225). fK.J

Fig. i6j. Lenzkirch. Sammlung Spiegelhaider.
Jagdstücke. Alarm orskulftwen.
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