Kraus, Franz Xaver [Editor]
Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 6,1): Die Kunstdenkmäler der Amtsbezirke Breisach, Emmendingen, Ettenheim, Freiburg (Land), Neustadt, Staufen und Waldkirch (Kreis Freiburg Land) — Tübingen u.a., 1904

Page: 320
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32°

KREIS FREIEURG.

2) Holzrelief: Gestalt eines h. Abtes ohne Mitra, mit der Inschrift: SANCTVS ■
BERNARDVS; gute Arbeiten vom Anfange des 16. Jhs.; in der Reliefbehandlung und
dem Faltenwurf den bekannten Reliefs aus Wangen und der Bodenseegegend nicht
unähnlich; womit indess der Ursprung dieser Stücke nicht etwa dahin verlegt werden
soll. Die Bemalung ist in späterer Zeit erneuert worden. Die Reliefs befinden sich
jetzt in der Alterthumssammlung der Stadt Freiburg.

3) Gemälde auf Holz: h. Katharina mit reichem Kopfschmuck und Schwert, in
3/4Lebensgrösse — Rückseite leer. Recht gute Arbeit des 15. Jhs.

4) Gemälde auf Holz: Maria, vor einem Verkündigungsbild. Auf dem Spruch-
band Rest der Inschrift {ave raaria gra)(EA P&NÄ. Gute Malerei des 15. Jhs. von der-
selben Hand. Alles Uebrige ist schlechte Zopfarbeit. (K.)

OPFINGEN

Prähistorisches

Pfarrkirche

Fachwerkhaus

Schreibweisen: Hoffinchen 1139; Obfingen 1147; Opfingen Anf. 13. Jh.

Prähistorisches: Am östlichen Abhang des Tunibergs, eine Stunde nördlich von
Munzingen, wurde ein Thonscherben eines Gefässes der jüngeren Steinzeit (jetzt in
der Universitäts-Sammlung in Freiburg) gefunden (s. Schumacher in Schau ins Land,
27. Jahrlauf 1900, p. 13 f.). (W.)

Kirche (sant Nicolaus Kilchun 1344). Der Betraum der ganz einfachen protest.
Pfarrkirche, die hoch über dem Ort auf ummauertem Friedhof liegt, ist neu, der seitlich
davon stehende Thurm mit Satteldach hingegen alt. In seinen unteren Stockwerken
nur durch schmale Schlitze erhellt, wird das Glockengeschoss von vier weiten Schall-
öffnungen ohne Gewände durchbrochen.

Eine ältere Glocke hat sich hier noch erhalten (Durchmesser 0,78 m), die 1698
von Onoferion (?) Roth ■ und ■ Albert • Weitenauer • und ■ Hans ■ Virich ■ Roth ■ zu
Basel gegossen wurde.

Die ehemalige Friedhofkirche von Opfingen und dem nah gelegenen Weiler
S. Nikolaus, >S". Bartholomae genannt (erw. 1347) stand im jetzigen Gewanne 'Btgarten'
auf der Höhe zwischen den beiden Dörfern und wird als Filiale der Kirche 'Wzppehrts-
kilch' auf dem Tuniberg bereits 1353 genannt; heute ist sie völlig verschwunden.

Auch in S. Nikolaus befand sich eine heute ebenfalls nicht mehr vorhandene
Kapelle, tit s. Nikolai, deren Ruinen noch Anfang dieses Jahrhunderts sichtbar gewesen
sein sollen.

Eine weitere Kapelle, 5. Katharinenkapelle. wird in der zweiten Hälfte des
15. Jhs. erwähnt (GLA.).

Das Haus No. 61 in Opfingen, am Kirchberg gelegen, ist der alte Pfarrhof, ein
hochragendes, vierstöckiges Fachwerkhaus mit dem Giebel nach der Strasse und weiten
malerischen Holz-Gallerien.

Der nahe bei S. Nikolaus in den Wiesen stehende Badhof, ein einfaches, aber
interessantes Gebäude, mag vielleicht das Schloss sein, das vor etwa 150 Jahren den
Herrn von Rüppurg und im 14. Jb. der Freiburger Patrizierfamilie Geben gehörte. Zwei
Giebelhäuser werden durch zwei quergestellte Gebäudetrakte an beiden Giebelseiten
mit einander verbunden und umschliessen so in der Mitte einen engen rechteckigen
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