Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 1.1925-1926

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MITTEILUNGEN DES DEUTSCHEN WERKBUNDES

Mitgliedsbeitrag. Wir haben bis jetzt auch
denjenigen Mitgliedern diese Zeitschrift regel-
mäßig zugestellt, die mit ihrem Mitgliedsbei-
trag noch im Rückstand sind. Vom nächsten
Heft ab können wir die Zeitschrift nur noch
den beilragszahlcnden Mitgliedern liefern. Wir
bitten daher alle diejenigen Mitglieder, deren
Beilrag noch aussteht, um recht baldige Ueber-
weisung. Die Zustellung erfährt dann keine
Unterbrechung.

Die Mitgliedsbeiträge für das am i. Januar
beginnende neue Rechnungsjahr werden durch
besonderes Rundschreiben Anfang 1920 von uns
eingefordert werden.

Mitgliederverzeißhnis. Das erstmalig nach dem
Kriege wieder im Druck erscheinende Mitglie-
dervcrzeichnis ist nun fertiggestellt und geht
in diesen Tagen unseren Mitgliedern zu. Das
letzte Verzeichnis ist im Jahre 1918 erschie-
nen. Wir sind uns darüber klar, daß infolge
der langen Unterbrechung manche Umstimmig-
keit im neuen Verzeichnis festzustellen sein
wird. Deshalb bitten wir unsere Mitglieder um
Bekanntgabe aller Veränderungen, damit wir
sie im Nachtrag, der im Laufe des nächsten
Jahres erscheinen wird, berücksichtigen können.

Unser 1. Vorsitzender, Herr Riemerschmidt,
hat einen Ruf nach Köln angenommen. Mit der
Berufung wird die Absicht verfolgt, allmäh-
lich aufbauend auf die bestehende und unter
der Leitung Marlin Elsässers mit vorzüglichen
Werkstätten ausgestaltete Kunstgewerbeschule,
eine das ganze Gebiet der bildenden Künste um-
fassende neue Schulform ins Leben zu rufen,
in deren Mittelpunkt nicht ein fester und aus-
gedachler Lehrplan, sondern die lebendige Be-
gabung der Schüler und Lehrer stehen soll. Von
der Baukunst über Malerei und Bildnerei bis zu
Handwerk und Industrie, soweit diese sich mit
Formgebung und Gestaltung befassen, soll an
den „Kölner Wcrkschulen" der weite Bogen
gespannt werden und in engem Zusammenwir-
ken mit dem städtischen Bauamt, dem mit dem
vorzüglichen jungen Baudirektor Abel ebenfalls
vor kurzem ein neuer Leiter gegeben worden ist,
soll der Schule die Möglichkeit gesichert wer-
den, von Anfang an die Schüler an zweckdien-
lichen Aufgaben und an fruchtbarer Arbeit her-
anzubilden, so wie das stets in den Zeiten hoher
Leistungen geschehen ist. In wirtschaftlich
schwierigster Zeil ist man in Köln besorgt, sich
für die Zeit neuen Aufschwungs, die wohl auch
einmal wieder kommen wird, zu rüsten und be-
reit zu sein.

Wilhelm Deffke folgte einem Ruf als Direk-
tor an die Kunslgewerbeschule Magdeburg.

Eine aus allen Gegenden des Reiches sehr
zahlreich besuchte Vorstands- und Ausschußsit-
zung hat am 29. und 3o. November in Hanno-
ver stattgefunden. Den Hauptpunkt der Bera-
tungen bildete die Berliner Ausstellung, deren
Durchführung auf der diesjährigen Tagung in
Bremen zum erstenmal erörtert worden ist. Ein-
mütigkeit bestand bei den Anwesenden darüber,
daß das Unternehmen sich nicht auf Deutsch-
land beschränken, sondern internationalen Cha-
rakter haben sollte. Als Ort soll auch weiterhin
die Reichshauplstadt zunächst in Aussicht ge-
nommen werden, aber auch die Wahl eines
Ortes im Rheinland soll dadurch nicht ausge-
schlossen sein, wenn sich dort besonders gün-
stige Möglichkeilen bieten. Man war sich ferner
darüber einig, daß die Durchführung des Un-
ternehmens im Hinblick auf die wirtschaftliche
Lage vor 1929 oder ig3o kaum möglich sein
wird. Die nächsten Sitzungen sollen sich mit
der Angelegenheit weiter beschäftigen.

Die Jahresversammlung 1926 wird in den
Tagen vom 23. bis 26. Juni stattfinden, und
zwar in Gestalt einer Rhein-Ruhr-Tagung. Die
Hauplverhandlungen werden in Essen abgehal-
ten, denen sich Besuche und Veranstaltungen
in Krefeld und Düsseldorf anschließen.

Anträge der Werkstattgruppe, sowie eine sehr
eingehende Aussprache über die neue Zeitschrift
„Die Form'' und die Notwendigkeit ihrer wei-
teren Ausgestaltung bildeten den Abschluß der
anregenden Beratungen.

Am Sonnlag abend versammelten sich die aus-
wärtigen Teilnehmer mit den Mitgliedern der
Ortsgruppe Hannover und Vertretern staatlicher
und städtischer Behörden zu einem Vortrag des
Herrn Professor Dr.-Ing. Vetlerlein über „Bau-
liche Eindrücke aus Amerika". An den Vortrag
schloß sich ein gemeinsames Abendessen an.

Am Montag waren die Teilnehmer Gäslc der
Firma Günther Wagner, die zu einer Besichti-
gung ihres Betriebes eingeladen hatte. Unter
sachkundiger Führung wurden den Besuchern in-
teressante Eindrücke von dem vorbildlich gelei-
teten Unternehmen vermittelt. Ein den Teil-
nehmern dargebotenes Frühstück bildete den Ab-
schluß der Besichtigung.

Die Internationale Kunstgewerbeausstcllung in
Monza ist am 10. Oktober ds. Js. geschlossen
worden. Das Ausstellungsgut ist bereits Anfang
Dezember zum Rücktransport gekommen und
dürfte inzwischen in den Besitz der Aussteller
wieder gelangt sein. Milteilungen über noch
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