Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 1.1925-1926

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MITTEILUNGEN

DES DEUTSCHEN WERKBUNDES

Die iü. Jahresversammlung findet, wie bereits be-
kanntgegeben, in der Zeit vom 23. bis 26. Juni in
Essen, Krefeld und Düsseldorf statt. Für den 27.
Juni ist außerdem bei genügender Beteiligung ein
Besuch von Duisburg vorgesehen. Die Einladung
mit dem genauen Programm wird in den nächsten
Tagen den Mitgliedern zugestellt. Wir bitten auch
an dieser Stelle, Anmeldekarte und Teilnehmerbei-
trag sofort nach Empfang der Einladung an die
Geschäftsstelle abzusenden, weil diese Unterlagen
für die Durchführung der Vorbereitungen und
für die Aufstellung der gedruckten Teilnehmer-
liste rechtzeitig in unseren Besitz gelangen müssen.
Als Ausweis für die Tagung gilt neben der Mit-
gliedskarte für 1926 die Teilnehmerkarte, die
nach Eingang des Teilnehmerbeitrages zugestellt
wird. Anschriften einzuladender Gäste bitten wir
rechtzeitig der Geschäftsslelle bekanntzugeben.
Auch die Gäste müssen als Ausweis eine Teilneh-
merkarte besitzen. Die Zimmerbestellungen sind
schnellstens an den Norddeutschen Lloyd, Börsen-
haus, Essen zu übermitteln. — Anträge für die Mit-
gliederversammlung sind bis 13. Juni der Ge-
schäftsstelle einzureichen. Später eingehende An-
träge können nicht mehr berücksichtigt werden.
Meldungen für die Aussprache in der Mitglieder-
versammlung über „Die Arbeit des Deutschen
Werkbundes in den kommenden Jahren" sind
möglichst bald an die Geschäftsstelle zu richten
mit der Angabe des ungefähren Inhalts, damit die
Vorschläge in eine gewisse Ordnung gebracht wer-
den können.

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In letzter Zeit taucht in Drucksachen und Zeit-
schriften der Name „Werkbund" auf, und zwar
im Zusammenhang mit dem Unternehmen eines
Verlages, der dem Abnehmerkreis seiner Ver-
öffentlichungen den Namen „Werkbund für
deutsche Volkstums- und Rassenforsahung" zu-
legt. Wenn auch ein Programm von 18 Punkten
über Arbeit und Ziele aufgestellt wurde, so ist der
Kernpunkt dieses Werkbundes doch die Absatz-
möglichkeit der Erzeugnisse des betreffenden Ver-
lages. Der Name „Werkbund" ist ein nicht nur
in Deutschland, sondern in der ganzen Welt be-
kannt gewordener Begriff, der von der Organisa-
tion des Deutschen Werkbundes ausgeht. Man
spricht von Werkbund-Ideen, von Werkbundge-
sinnung und von Werkbundarbeit.

Der Deutsche Werkbund sieht sich gezwungen,
gegen die Führung seines Namens im Sinne von
ganz anderen Bestrebungen, die weder mit dem
Begriff Werk etwas zu tun haben, noch ein Bund
genannt werden können, Stellung zu nehmen. Da

MAI 1926

der Deutsche Werkbund lediglich der Erkenntnis
zum Siege verhelfen will, daß schöpferische Ar-
beit so gut und wertvoll als möglich gestaltet wer-
den muß, und Künstler, Techniker, Kaufleute und
Handwerker im Bestreben zur Schaffung von
Werlarbeit zusammenführen will, ist er nicht ein
Verein zur Förderung seiner eigenen wirtschaft-
lichen Interessen oder derjenigen seiner Mitglie-
der. Er legt deshalb großen Wert darauf, kund-
zulun, daß er in der Führung des Namens „.Werk-
bund" durch ein Unternehmen mit ganz anderem
Zweck eine Schädigung der ideellen Ziele erblickt,
die er verfolgt, weil leicht bei denjenigen, die
nicht genau unterrichtet sind, Irrlümer entstehen
können. Dies könnte sich schon dadurch ergeben,
daß der Deutsche Werkbund schon seit langem
Veröffentlichungen herausgegeben hat und heraus-
gibt, während nunmehr der Werkbund für
deutsche Volkstums- und Rasscnforschung seine
Veröffentlichungen ebenfalls als „Veröffent-
lichungen des Werkbundes" herausgehen läßt.
Wir bitten unsere Mitglieder bei vorkommenden
Gelegenheiten vor Verwechslung zu warnen.



Der Schlesische Landesverband des Deutschen
Werkbundes hat am 27. April einen Lichtbilder-
vortrag veranstaltet, der von Dr. W. C. Behrendt
mit dem Thema „Der neue Baustil" bestritten
wurde.

»

Vor der Bremer Gruppe des Deutschen Werkbun-
des sprach am 21. April Waller Gropius über
den „modernen Wohnungsbau".

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England. Die Versammlung der Design and In-
dustries Association fand am 20. März d. Js. in
Bristol im Zusammenhang mit einer Konferenz an
der Universität statt. Das Thema der Konferenz
lautete: Erzieherische Hand- und Induslriearbeit.
Als Anstoß zur Abhaltung dieser Konferenz wur-
den genannt: Mangel an überlegter und zweck-
hafter Entwurfsarbeit, an künstlerischer Ausfüh-
rung und Mangel an Geschmack des Publikums.
Hiermit in Zusammenhang wird es interessieren,
daß der scheidende Vorsitzende der Feder.il ion
of British Industries gelegentlich einer Bede über
die Industrielage in England der Frage der Zu-
sammenarbeit von Kunst und Industrie einen Teil
seiner Ausführungen widmete. Er sprach von der
großen Pariser Ausstellung, die gezeigt habe, daß
schöne Form der Gebrauchsgegenstände sich nicht
nur ergibt, wenn man sich nur an historische Stil-
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