Heidelberger Zeitung — 1863 (Juli bis Dezember)

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richtS.Msu»^.'"' Die Schwurge-

,g.n für das 3. Quartal wurden
yruke durch den Prästdente», Hrn. Hofgerichts-
rath Retnhard, eröffnet. Soforl kam znr Ber-
handlung die Anklage gegen Wllhelm August
Mühl von Freiburg wegen Wechselfälschung.
Der Angeklagte, 28 Jahre alt, katholisch, ledi-
ger Kaufmann von Hcrdern (Stadtgcmeinde
Freiburg) ist 1854 nach Amerika ausgewan-
dert, nach seiner eigenen Angabe dort wegen
eines Verbrechens zu mehrjähriger Freiheits-
strafc verurtheilt worden. und im vorigen
Späljahre wieder in seine Heimath zurückge-
kehrt. Jm Mai d. I. begab er sich, mit einem
Reisepaß vensehen, abermals vvn Hause fort
und trieb sich in dondon, Liverpool, Rotter-
dam, Hamburg, Köln, Mainz und Mannheim
herum. 3» Hamburg halte er den Rest seines
BermögenS von ungefähr 500 fl. mit lüder-
lichen Dirncn durchgebracht und schließlich noch
den OberkcÜner eincS dortigen Gasthauses um
100 Thlr. (für Zeche und Darlehen) geprellt,
indem er diesem einen Wechsel auf Gebrüder
Metz in Freiburg ausstellte, der natürlich nicht
honorirt wurde. Während seineS Aufenthalts
in Mannheim, in der zweiten Hälfte deS Mo-
nats Juni, suchte Mühl sich durch verschiedene
Betrügereien die Mittel für seinen Unterhalt
zu versHaffep. Diese Vergehen unterstehen
theilweise ver Aburtheilung des großh. Hvf-
gerichts. — Vor dem Schwurgericht ist heute
Mühl angeklagt und geständig: 1) einen Han-
delSzettel in englischer Sprache auf 30 Psund
Sterling und 2 Schillinge und 2) einen ge-
zogenen Wechsel in sranzvsischer Sprache aus
856 FrcS. unb 25 Cent., mit den darauf be-
findlichen Indoffamenten gefälscht zu haben,
daß er den ganzen Znhalt selbst geschriebeu
und von diesen Urkunden als vvn echten in
gewinnsüchtiger Absicht zur Verübung eines
Betruges Gebrauch gemacht zu haben; er bot
nämlich den HandelSzettel BanquierS hier und
in Mainz zum Kaufe an, übergab den Wech-
sel dem Conducteur eineS Dampsbovtes als
Sicherheit für die Fahrtare zu 15 Silber-
groschen von Mainz nach Mannheim und ließ
flch auf Nechnung ves Conducteurs mit deffen
Zustimmung eine Flasche Bier geben. Auf
Grund des Wahrspruches der Geschworenen
wurbe der Angeklagte unter dem Strasmil-
derungSgrunde, daß bezüglich deS WechselS
weder der eiugetretenc, noch ver beabsichtigte
Schaden den Betrag von 25 fl. erreiche, sür
schuldig erklärt und zu Zuchthausstrafc von
2 Zahrcn und einer Geldstrafe von 200 fl.
verurtheilt. (B. B.)

Die 3- Bersammlung der Lehrer -er
Mittelschulen Badens. II.

(Schluß.)

Refirent crklärt dem angedcutcte» Zwcckc gcmäß und t»
Räcksicht auf dic vorwaltendcu Berhällntssc dcn Latcinunter-
rtcht ntcht al« nathwendtgen Unlerrtcht jnr höhcre Bürger.
schulcn; tnsosern dtcsc Anstatt aber, wte eS jcht beabfichttgt
jst, zugletch tn manchen größercn Städtcn jcncn knnsltgcn
Beamten, dcren BtldungSgang kctnc akatcmischen Stndtcn
vrrlangt, als VordcicttungSaustalt sür das Ipolytcchnikum
dtcnen soll, so tst eS crfordcrlich, »om 4. JahreSkursc etner
ficbcnklasfigcn höh-r-n Bürgcrschul- an, d-n Lateinuntcrricht
sacultattv zn lihrcn. Rcfcrcnt Mktnt. daß tn »tcr
Jahreskuisc» mit wöchcntltch L -d-r 4 Stunden s° vicl
gelcrnt wrrden könne, naS sür d°S Vcrständntß vcrschtc-
dencr tcchntschcr KunstauSdrückc rc. nölhtg sct, d-ß solchc
Schülcr, »ach tcm g-noss-ncn Untcrrtchte tctchtcre lalctntschc
Stück- zn tescn und zu üb-rsctzen tm Standc seten.

Pros. Maycr wtll dagcgc» dcn Ulltcritchl fruhcr bc-

gonncn wtffcn, »ämltch mt. d-m L J°h---knrs° tn wöchcnt-

ttch L Stünden, sortgesetzt tn Klasse IH, IV, V, VI, VU
mtt 4 4 3 3 3 w. Stunden; dagegen wrll Vorstand
A lt »on Spvtngcn mlt Rückficht -ns den sttftungSgcmäßcn
Eharaliir manchcr Il-in-!-n höh-r-u Bürgcrschnlcn, wclchc
vormals RcctoratS- odcr Latcinschulen waren, llnd in An-
b-trach«, daß cben geradc tn klctncren Städtcn Gclrg-nh-it
gcboten wcrdcn sollc, Schüler sür clnc mlllleie Klaffc ciucS
GymnafiümS vvrzubereltcu, daß der Latcinunkerrtcht ^iu
Klaffe 1 begonnen und tn Alaffe 1 und II obttgatortsch,
d. h. snr allc Echülcr der Austatt bchandclt werde.

Dte Versammlung »crltcß »tescn Gcgenstand, ohne nber
b-sttmmte Anträge abznsttmmen. ^ ,

Hteraus sprach P>°f. Furtwängler nbcr die srag>
mentartjche Behandtnng der Mythologte »- °us
höh-re Schnlanstalten nnd schlng vor, dtesm Untrrncht !n
b-sond-rn, ntcht gcrade tm Stnndcuplanc vorgeschenen Wtun-
den dnrch dt- Lehrcr dcr latetnischcn und grlcchlsche» Sprache
nach -tn-m L-itfaden eith-llkn za laffen.

Prof. Baumann »on Mannhetm will letne Vermch-
ruug der Unt-rrtchtS-DiSctpltnen, ehcr V-r-insachung, da
man ja sortwährend kl-g- über das Vt-l-rlei, d. h. dtc
Uib-rl-dnng der Schuten mtt so viclen llnteirtchtSdlSliptlnin.

Di- Schule «oge di-s- Sächer d-r Univ-rfilit üb-il°ff°n,

d-rt möge, w-r B-wf und Z-tt hat, sich mlt d-m Etudtnm
der Mythologie rc. b-faff-n. W° dte Lectüre mythologische
Erktarungen -rsorderlich mache, da moge der b-tr. L-hr-r
fi- g-ben tc.

Director Hofmaun sprach fich gletchem Stune, wt-
Baumaun aus; sodann -rhtelt Hr. Prof. Löhlein anS
R-rlSruhe daS Wort, um üb-r dte nachiräglich -tngebrachl-
Lh-s-, dte Neogestaltung der pädag-gtsch-n E-mtu°rt-n an
den Laud-suniv-rfitäten r-. betr., zu refertren. D-r Vor-
trag war klar und gründltch und wtes Reserent durch den>
s-lb-n tn s-hr üb-,zeug-nd-r Wets- nach. wte nothwendtg
eink prakttsche Vorbtlduug, an der Hand tüchltger Lyceal>
Profefforen, sür dtc künsltgen L-Hrer dee Mltt-lschul-n s-t.
R-fer-nt verlangt etne solche auch für ReallehramtScaudt.
daten an dcr höh-ren Bürgerschnle tn Kailsruhe. Dte
DtSharmonie, welche selther tn der tntellectuellen und mo-
raltschen Bitdnng ter Schüler höh-r-r Lehranstalten vorge-
kommen s-t, möge wohl auch dem Umstande zuzuschietden
seln, daß man dte Candtdaten sür's höhere L-Hramt sür
ihrcn künstlg-n B-ruf ntcht praktisch gcnng voibercltcle,
tndcm mau thnen kctne Gelegenheit böte, fich im llnter-
richten an d-r Hand bewäbrtcr Schulmänner zu üben; der
angehende L-hr-r war fich so ganz überlaffen, nach trgcnd
cincr Methode, nach dem Vorbtldc dieses odcr j-neS siüheren
LehrerS z« unteritchten. Di-seS Coptrcn hat b-kanntltch
k-tn-n Werth. R-s-r-nt schllcßt mtt solgendcn Anträgen:
Grüntung von pädagogtschcu S-mtnait-n an den betten
Landesnntverfitäten, tn dene» den Candtdaten deS höh-ren
Lehramtes G-leg-nhett g-boten wird, fich tm Unterrlchten
zu üben; deßglelchen für Reallihramtscandtdaten an d-r
höh-ren Bürgerschule tn KarlSruhe. Mtt U-b-rwachnng
und Lettung der prakttschen Uebungeu sollen bewährtc Lyceal-
Profcffore» betraut werden. Reallehrer Rtegel von Laden-
burg erllärt sich mtt dem Refcrenten tm Allg-mein-n -in>
verstanden, glaubt aber aus gewtffe Bedenken anfmerksam
machen zu müffeu; nämlich dtc Bedenkcn, welchc man von
Setten der größeren Anstalten, der Lyceen der b-iden llnt-
versttätSstädl- dem Vorschlag, dtesc Anstalten alS UebungS-
schulcn sür Candtdatcn des höhern Lchramtes zu gebrauchen,
entg-g-nstelleu witd, wctche Anstalten fich mtt Rückficht auf
ihren Zweck — dem Staate und der betr. Stadt durch
Vorberctlung threr Zögltnge für dl- akademtsche Lausbahn
vorzugswetse zu dtencn — bct etnem fortwährenden Ver-
suchen (Erpertmenttren) tm Untcrrtchte beetnträchtlgt fühl-n
würdcn. Dteser Umstand wurde schon anderpärts erwogcn
nnd hat tn Lctpjtg -tn- große Anzahl von Bülgcrn und
Gelchrten »cranlaßt, clncn Veretn zu gründen zu dem
Zwecke, mittclst srctwtlltge» Betträgen etnc UebuogS-,
Mntter- oder svgenannte Frcischule mtt sechs Klaff-n zu
gründen, an der dte Eandldatcn deS höhern LehramtS unter
Leitnng und Ausstcht etncs etgcnS angestelltcn OberlehrcrS
«nd des Dtrectors des phtlolog. Scmtnars den Untcrricht
abwechselnd bcsorgen.

Dteje Etnrichtung zetgt fich schr vorthellhaft; auch wurde
fie mlt vielem Ersolg und t» ähnlicher Wetse am köntgl.
preuß. Schullehrcrsemtnare in BreSlau in den 4vr Jahren
unter Lem berühmien Schulmannc Scholz gctroffen, der
Scmtnartsten jc etnen Monat unterrichtcn lteß. Scholz
erklärte: „Dcr monatltche Wcchsel, dte Verschicdenarttgkett
der L-Hrkräjtc und dtc Etgcnthümlichkeit deS WcsenS j-deS
Scmtnartstcn übte etnen vorthctlhastcn Einfluß ans dte
Gctsteskrästc der Ktndcr aus." Es war auj diese Alt
I-tcht mögllch dte Lehrtüchttgk-tt etneS Semlnartsten selbst
an der größcren oder gelingercn Znncigung dcr Schüler
an einem oter dem andern wahrzuuehmen nnd dtenlc dtcse
Etnrtchtung tn g-wlffem Sinne alS Gradmcffer für dteselbe.
Nedner empfiehlt einc gletche Einrtchlung sür nnsere päda-
gogischen S-mtnarc und wünscht, daß auch tn gleicher
W-tje, wte sür philologtsch z» btldcnde Lehrcr, für Real-
lchramtscaudtdaten nnd Gewerblchrcr gesorgt werdc. E>
hebt hcrvor, wtc gewagt eS sclther war, diesen Candtdatcn
thre Vorberettnng sür -tn so wtchttges Lehramt also ohnc
zwcckmäßtge Lettnng sclbst zu üb-rlaff-n und wte man tn
Zürtch', wo am Polytechntknm eine 8. Abthctlung znr AuS-
bildnng der ReallehramtScandldaten bcsteht, jetzt ernstlich
daran denke, dtcser Abthctlnng eine zwcckentsprechcndc Etn-
richtung zu geben und sür dtesctbc einen auSgezelchneten
Proseffor der Mathematik und etncn solchen sük Pädagogtk
zu berusen. Es tst ntcht etnetlei, ob man mathcmatlsche
Vorlesnngen sür Candtdatcn etneS techntschen Amtes
oder des LehramtS halte, dort k°n»nt cs vorzngSweise aus
Aneignnng positlver Kenntniffc, hter aber »och darans an,
daß der Zuhörer tn dtc Rtchlung t-r Anwcndung nnd der
praktijchen Verwcrthung elngeführt werde. Mlt den Vor.
trägcn mößten prakttschc, mündliche und schriftlichc Uebnn-
g-n verbnnden wcrden. ES kann also künstig ntcht mehr
ctne gletchgtltige Sachc s-in, wie sür dt- Heranbttdung
tüchtiger Rcal- und Gewcrblehrcr g-sorgt wcrde, und etn
Wnnsch ln dtesrr Bezrehnng etner großh. Ob-rschulbehörd-
znr gcsälltgcn Beachtnug »orgklegt, -rsch-lne g-wiß ge-
rcchlserltgt.

H«. P,vs. Schröder von Mannhetm glaubt, daß cS
Ntcht am Plahe s-t, so speetelle Anträge zu stellen und
brtngl dcn Antrag -tn, d-° ungesähr also lantet: Gioßh.
Oberjchulbehördc möge tn Erwägung ztehen, wie künsttghtu
d-n Candldate« d-S höheren LehramtS G-leg-nhett znr prak-
ttschen Vorbtldung sür thren Beruf geboten werden könne,
welchen Antrag dt- B-rsammlung, sowte jenen dcs H-rrn
Prvs. Löhletn mtt etniger Modtficatton annahm, nach-
dem fich noch -lntg- Mttgltcder d-r Versammtung übcr den j
Gcgenstand gcänßert hatten.

Endltch wnrden noch Th-sen über dte R-organtsatlon deS !
V-rwattnngSr-thS an G-l-hrt-nschulen und öb-r die Oster- :
prüsungen zur Vcrhandlung und geetgncte Anträge ht-rüber >
zur Äbsttmmung g-bracht. !

Nach r Uhr wurden dte Verhandlungen geschloffcn, an
wetchcn sich außer d-m Hrn. Dtrcelor großh. Oberschuliaths
und" ekntgen andcrn Mttgltedern dteseS hohen CollegtumS
noch zwtschen 50-bst Schulmänner b-thetligten.

Die Veihandlungen wuiden mlt Würde, Tact und Etn-
sicht gelettet und hat fich Hr. Gch. Hofrath Gockel dcn
Dank der Bersammeltcn crworbcn. An dem Mahle, wel-
cheS ht-rauf eingenommeu «urde, nahmen gegen 45 jener
Männer Anthell, welche d,r V-rsammlung angewohnt
hatten.

Prrmischte Aachrichten.

Berli», 29. Sept. Vom 1. Ortober ab icträgt der
^artf für telegraphtsche Depeschen tn Preußen für unter
unv bts 10 Metlen 8 Sgr., über 10 btS 45 Metlen
10 Sgr., über 45 Metlen 16 Sgr.; von demselben Tage
^ Gebühr für Veretnsdepeschen innerhalb des
dentsch-osterrctchtschen TelegraphenverejnS wte folgt »mäßtgt:
Untcr und bts 10 Retlen auj S Sgr., über 1ü btS 45
M-tl-n ans 18 Sgr., über 45 bts 188 Mellen 24 Sgr.,
Lb-r 100 Metlrn 1 Thlr. 2 Sgr. Dic etnjachc Depesche
zahlt übcrall 20 Worte, sür je 1V Worte mehr «trd dtk
Hälfte deS betreffenden Satzes erhobcn.

Aus Baden. Etnc Anzahl kath-ltsch-r Decane hat
an den badtschcn Cl-rus etnrn Ansrns zu elnrr Gcncral-
Conferenz ans 7. Octobcr, Mittags 1 Uhr, tn Appen-
wcicr erlassrn, um dtr Schulfrage einer -rnst-n Piüsung
zu unterztehcn. — Jn Kehl hat dte Gendarmerte clncn
Mann verhaftet, welcher mit d-r Phdtographte d-s Stgmund
Dtetrichstetn, der deS großen Bankn°I-ndt-bstahl« im Be<
tragc von 100,000 fl. tn London verdächtig ifi, große
Aehnltchkett hat. Der Vcrhaftete nennt sich j-doch Stchel,
wtll Kanfmann tn London setn und hat fich ans Mateitallen-
händler Keller tn H-id-lberg, als einen persönltchcn Be>
kannten von thm, beeusen. Wte der O. C. metdet, so
hat Hr. K. den nach Hetdetbcrg »erbrachten Stchcl al«
Denjentgen erkannt, sür welchen -r fich ausgibt. Herr
Sichel hattc versänmt, Answetspapiere mtt fich zn nchmen
und fich daher dte Unannehmltchkelt selbst zuznjchretben. —
Dte Anwätte Eckard von Off-»burg nnd Sttgler vvn
Rastatt haben rtne Etntadung erlaffe» zn eiuer Beesamm-
lnng anf Sonntag, den 4. Oetober, nnd Bcsprechung nach-
stehender Fragen: 1) der deutschen Frage, tnsbesondcrc deS
VerhaltenS Sr. Köntgl. Hohctt deS GioßhcrrogS bct dem
Fürstegtage tn Franksurt a. M., 2) der Zubetfeter deS
18. Oct. d. Z., 3) d-r Schulsrage, 4) der Organtsatton
der ltbcralcn Partet im Amtsbeztrke Offenburg. — Zu
Boiberg tcabfichtlgt man am 18. Oct. etn Concert jür
dtc Brandvernnglückien in SchtlltngSstadt zu geben, zu
welchcm bcreitS mchrere G-sangocrctne d-S BanlandeS thre
Bcthcltigung zugcsagt haben. — Am 28. Sept. war Hr.
Baurath Hochfictter von KarlSrnhc in Mannhrtm an-
wescnd, um tm Anftrag dcs KonigS Ludwtg vvn Bayern
für dte FnndamcnttinngSardette» zn dem Zsfiand-Dcnkmat
dlc nöthigen Anordnungen zu trcffcn. Dtc Enthüllnng deS
Denkmal« findet bekanntltch am 1. Mat künsttgcn JahreS
flatt. — Nach der „B. Ldtz^" ist am 29. Septembrr zn
Karlsruhe etn srcmder (ans Preußcn) zugeretstcr Mann
verhastet worden, weil er versucht hab«, Soldatc» zum
Trenbruch und Etntrttt tn daS polnische AnsstaniShcer zn
»erletten.

-j- Heidclbcrg, 1. Octbr. Dte sett ctntgcn Tagen
eingetictene beffere Herbstwitternng mtt mitdrr MtttagS-
wärm« ibt auj dte weltcre Entwtckelung und Retjc der
Wetntrauben ctnen günsttge» Etnfluß, so daß man, wenn
auch ketnen vorzügltchen doch etnen angcnehmen nnd an-
nehmbaren Rebensast erztelen wild. Ilnsere überrhetntschen
Nachbarn habrn brrettS angcsangeu, ite htcfigen Wochcn-
märkte mit süßen Tranbcn au« der bayertschcn Pfalz zu
versehen. — Der Bau d-r n-uen Spctschallc tm Schloß-
garlen schrettet ziemltch rasch voran. und vcrsprtcht dtesrlbe
etne recht behagltchs Localttät zu werden, dte znmal bel
fcstltchen Gelegcnheitcn ihre Zwcckmäßtgkclt bewähren dürste.

-j- Heidelberg, 30. Scpt. Eln von Kvwno hter an-
gelangter dentscher Landömann, dcr iet einer polntschen
GutSherrschast tängcre Zett htndurch Verwalter war, er-
zählt unS, daß dcr Aufstand in Litthauen uageachtet deS
cncrgtschen Vorgehcn» Mnrawteff's, tmmcr noch zahlrcichr
Anhängcr zähte. Vtele Gutsbcfitzer und Geschäftslcutc
warcn währcnd deS FrühjahrcS und SonnncrS fast gänzltch
ohnc Arbettcr, da jedcr kampffähtge Mann fich den Jasnr-
genten anschtoß. Kuez »or setner Abretse sah unser Gr-
währSmann tn clnem lttthauischcn Grenzstädtchen tn der
dorttgcn katholtschen Klrche nahezu hundert jnnge Polen
versammelt, um vor dcm AuSrücken noch den ktrchttchen
Segen zu empfangcn.

Verloosung.

Wien, 1. Octbr. Bet der heute stattgefundenen Ge-
wtnnztehung der österr. 250 fi.-Loose von 1854 fielen auf
folgende Loose dte beigesetzten Prämien: Serte 521 Nr. 22
70.000 fi.; Serte 679 Nr. 19 40.000 fi.; Serie 1324
Nr. 50. Serie 1324 Nr. 2t, Serie 2969 Nr. 5-, Serte
235 Nr. 29 und Serie 3428 Nr. 14 je 5000 fl. — Dte
Auszahlung findet am 31.

Dörsenbericht.

Frarrkfurt, 1. Oct. Dte Börse eröffnete auf Wtener
AnfangSnottrung von Creditactten mit 189. 50 ziemlich
fest. Auf schlechte Berltner Course und mehrfache Verkäufe
trat jedoch etne flaue Stimmung etn. Von Wten waren
zuletzt Lredttactien 168. 70. Loose 98. 70, Valuta 111,
von Berltn Credttactien 84^/z, Loose 88b/g bekannt.

Um 2 Uhr: Oesterr. Crcditactien 197^. Nat. 7N/g.
Loose 88^/2.

6V4 Uhr. (Schlußcoursc.) Credtt 197—»/«' Natton.
722/4, 60r Loose OZi/g - V4. Flau auf schlechte Partser
Notirungen.

Gottesdienst in Heidelberg.

Sonntag, den 4. Octbr., VormittagS 9 Uhr, prrdtgen:
ln der Hctltgg-tstklrch-: Herr Stadkpfarrcr Schellen-
berg; in der Prooldenzklrche: Hr. D-can Ztttel.

NachmtttagS 2 Uhr,

in d-r St. P-terSktrche (MtsfionSgotteSdienst): Hr. Siadt-
vtcar HönIg.

WochengotteSdtenste: tn ber St. PcterSktrche:

Mittwoch, 9 Uhr: Hr. Stadtpsr. Schelltnberg.

Dcutschkatholische Gemciilde.
Sonntag. den 4. October, früh 9 Uhr,
Csottcskicnst >n unserew Betsaale durch Herrn
Dr. Brugger.
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