Heidelberger Zeitung — 1863 (Juli bis Dezember)

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lungen, die ihre Operationen wieder begonnen
haben oder binnen Kurzem brginnen werden,
beträgt 26. Die Stärke der einzelnen Ab.
thrilungen ist sehr verschieden, sie varii'rt zwi»
schen 50 und 400, doch erreichen letztere Stärkc
nur wenige. Nimmt man den Durchschnitt
der Stärke mit 200 Mann an, so bcträgt die
Gesammtstärke drr 26 Abtheilungen 5200
Mann. DicS kst die ganze Macht, über welche
die Jnsurrecti'on im gegenwärtigcn Augenblick
zu verfügen hat. Die Schwierigkeit der gänz.
lkchen Unterdrückung dieser kleincn Macht liegt.
in der die Operationen einkS regulären-Hee-
re« erschwerenden Art der Krlegsührung.
Guerillabanden sino immer schwer zu unter>
drücken. — 3» iütihauen, Volhpnien, Podolien
uad der Ukraine ist dke Ruhe sast überall her-
gestellt. Jn den drei letztgenannten Gouverne«
mentS wird seit dem 4. d. die zur Deckung
der Koste» deS AnsstandeS auSgeschrkebene Con>
tribution erecutort'sch bcrgetrieben, die für die
loyalgesinnten GutSbesitzer in der Ukraine auf
IV, Procent, in Podolien und Volhpnien auf
2'/, Procent de« ReinertragS der Güter er«
mäßigr worden ist.

Meueste Skachrichten

New-Uork, 1- Oct. Die letzten Nach«
richten von Rosenkranz sind vom 29. Septbr.
Der UnionSgeneral schreibt, daß nicht« iu der
Position geändert ist. Dic Blätter von Rich-
mond berichten, daß Burnside sich von Ten-
nessee zurückzieht. Zwei Armeecvrps von
> Meade wrrdcn die Armee de« GeneralS Ro«
senkranz verstärken. Man spricht von Ent-
deckung eineS EomplotS, welche« »um Zwecke
hatke, alle UnionSschtffe in den westlichen Ge-
wäffern zu zerstören.

New-Nork, 2. Oct. Die Sendung von
Berstärkungen an Rosenkranz macht durchaus
keine Schwierigkelten; die Verdindungen zwi«
schen Washingkon und Chattauoga sind keineS«
wegs unterbrochen. Es sind über die Lage
Rosenkranz'S widersprechende Gerüchte im Um>
lauf. Ein bedeutcndkS CorpS Conföderirten
geht in nördlicher Richtung in der Nähe der
blauen Berge vorwärts.

New-Aork, 3. Oct. Das unionistische
Kanonendoot „Suami« hat in der Nähe von
Matamoras den englkschen Dampfer „Robert
Peel" genommen; man meint, derselbe sei alS
Freibculer armirk.

Düffeldorf, 12. Oct. Die „Rhkinische
Zeirung" bringt die amtliche Nachrichk, Künig
Wilhelm werde morgen auf der Durchreise in
Köln ven Dom bcsichtigen, dem Domdaufeste
selbst aber nicht beiwohnen.

Wien, 12. Oct. Dcr „Botschafter" mel.
vrt: England und Frankreich sind übereinge«
kommen, nach PeterSburg Noien abzusenden,
welchc Rußland seines BesitztitelS auf Polen
verlusttg erklären, und davon das Wiener Ca-
binet zu denachrichtigen. 3» Wicn scheinen
aber in den letzten Tagen Verhandlungen fiatt«
gesunden zu haden, welche die biSherige Ge«
meinsamkeit der Action aufrecht halien; dem-
zufolgr würden die beide» Noten nicht nach

Anzeigebl

PeterSburg abgesendet werdeu. DaS Strebe«
der Mächte geht nun dahkn, eine Sundgebung
zu formulireu, welche theoretisch weniger,
praktisch aber wehr sage und den ganzen Erust
einer That in sich schließe.

Paris» 12. Okt. Der Moniteur melbet,
daß die Ztnseu der Schatzscheine auf 4, 4*/,
und 5 pCt. erhöht worden flnd.

Mannheim, 8. Oct. (Schwurgeri'cht.)
(Schluß). Nach Einvernehmen einer Reihe
weitrrer Zeugeu wurde zu der Etnvcrnahme
der Sachverständigen geschritten. Di'eselbeu
sprachen sich unter «äherer Begründnng ihres
GutachtenS dahin auS, daß Adam Geier zwei-
fellos eines gewaltsamen TobeS, und zwar
durch Erwürgen mit dea Händen, gestorben
sek, welche TodeSart alS die am schwersten zu
bewerkstelli'gende, erachtet werden müffe, und
daß eS offcnbar dem Angeklagten nur nach
eivem harten und langcn Kamp,e gelungen sei,
sein Opfer zu überwältigen und deffen Tod
herbeizuführen. Für gerabezu unmäglich er«
achteten eS die Sachverständigen, daß der An-
geklagte den ganzen Kampf verschlafen habe.
Nach den vorhandenen Blutspritzen an der
Wand und den Blutlachen am Boden müffe
e- ebenfallS alS feststehend betrachtet werden,
daß die That in der Schlafkammcr verübt
worden sei; und scheine es, daß das Erwür«
gen in der Nähe der Thür in der Wohnstube
stattgefunden habe und daß die Leiche bano so
vor das Bett hingelegt worden, wie man sie
gefunden have. Bezüglich der an Kempf wahr«
genommenen Verletzungen wurde bcmerkt, daß
di'ese noch ganz frisch gewesen seieu und nicht
vom Tage vorher stammen könnten; von dem
großh. Medijinalkeferendea wurde inSbesondere
hervorgehoben, baß nach der Beschreibung der
Verletzung, welche die Gerichtsärzte gemacht
HLtten, die Angabe deS Angeklagtcn, alS rühre
sie vou einem Sturze vom Wagen her, keinen
Glauben verdiene. Von den GerichtSärzten
wurde noch darauf aufmerksam gemacht, daß
sie am Morgen deS 30. 3»li an Kempf im
Arreste ein blaucs Mal im Gesichtc wahrge-
nommen hätten, welches am Mvrgen deS 29,
noch nkcht sichtbar gewesen sei, und daher eben-
falls nenesten UrsprungS sei» müsse. Bei di'e-
sem Anlaffe wurde von eiuer Reihe von Zeu-
gen versichert, daß Kempf am 28. Zuii nicht,
wir er behaupte, «ine Kappe getragen habe.
Nachdem hierauf der großh. slaatSanwall be-
gründet, der Verthcidiger darauf gehört wor-
den war, und der großh. Staatsanwalt repli«
zi'rt hatte, resumi'rte dcr Präsident das Ergebniß
der Verhandlungen und händigte sodann den
Geschworenen den Fragebogen ein, worauf sich
dieselben in ihr Berathungszimmer zurückzogen.
Nach viertelstündiger Berathuyg traten sic
wieder ein und der Obmann verlas den Wahr«
sprnch, welcher die gestellte Frage bejahte.
Der Gerichtshof zog sich darauf zur Berathung
deS Urtheils zurück, und der Präsident ver-
kündigte solcheS nach dem Wirdereintritt deS
Gerichtshofes dem Angeklagten. ES erkannte
denselben des an Adam Gekk verübten Raubs

att der Heidelberqei

Medlklulfche PolMmlk.

Diejenigen Armcn HeidelbergS, welche auf un-
entgeltliche Vcrabreichung von Arznei Anspruch
mackeii, haben sick im ErkrankungssaUe von Mitt-
woch, den lt». Octobcr an, Morgens zwischc»
8—9 Mr im Lvcale der polikiinischen Anstalt zu
mrlden.

. 3n dringenden Mlen kann die Anmrldung
ledcrzeit l»i dem Director, Plockstraße 79, dcm
«ssist-nten in ver Anstalt oder bci bem Pförtner
des akadeinischen Krankcnhanses stattstnden.

H'tdelbera, h,n lO. October l8t>3.

Großh. Direction der medlcin. Poliklimk:

Pf ' Dufch.

» Scbnler von S.Idalberg,

ertkeiit l7üterriekt im Olsvier^piel. ^akeres io 6er
Slü8LLlievtiav61ullA vov L.. A1 e 6 e r. (2)

Zu vermiethen.

Moblirte Zimmer, zusammen und einrei».

(I) SchloKbcrg 63.

Haufen Dung zn verkaufen.

(1) Unter« Rcckarstraßc Nr.

36.

Bekanntmachung.

Dic Hcrbstordnung pro 1863 betr.

Die Traudenlese bcginnt:

I. Bann: Mittwoch den 14. d. M. von der
Marktscheide bis an den Staigerweg, mit Einschluß
der binteren Staig.

II. Bann: Donncrstag dt» 15. d. M. den Stai-
gerweg herein mit Einschluß dcs Klingentcichs.

III. Bann: Freitag den 16. d. M. die ganre

Ebene. .

Bemerkt wird, daß nach Großh. OberamtS-Bc
schluß vom 29. Scptember 1842 Rr. 36491 jrdcr
der außer dcm Bann liest, i« eine Strafe von
15 fl. verfällt wird; die Schütze» sind zur Uebcr-
wachnng dcS VcrbotS angewiesen.

Heidclberg, den 12. October 1863.

2tes Bürgermeisteramt.

S u l z e r.

Ein i""ücr kräftiger Burschc
xym Lande alS Aiisliufcr
in rinen Gasthof. Kann sogleich eintrctcn. Zu
erfragen bei dcr Erpedition dicser Zeitung. (1)

Ein Ofen zu verkanfen.

llnterestraße Rr. 22,

wobk» der Tod des Bcraubtrn vorsätzlich hcr-
beigeführt worden sei', schuldi'g und sprach di'e
TodcSstrase mittelst Enthauptung durch das
Fallbkil gegen lhn aus. Nachdem der Präfi-
dent dem Angeklagten noch eröffnet hatte, daß
dieses Urtheil, bevor es zum Vollzug gelangen
könn«, vorerst noch der Bestätigung Seiner
Königl. Hoheit des GroßherzogS bedürfe, schkoß
er die Sitzung mit der Mahunng an den An-
geklagten, die ihm vielleicht nur noch vcrblek-
bende kurze Zeit dazu zn benutzen, um in fich
zu gehen und stch auf die schwere Reise in
daS Zensei'ts vvrzubereiten.

Die „Freib. Ztg." berichtet weiter: Der
Muth, nm nicht zn sagen die Gleichgiltigkeik,
welchc der Verurtheilte, ein hübscher junger
Mann, während der Verhandlung gezeigt hatte,
wich nach der Rückkehr in'S Gesängniß wilder
Verzweiflung, so daß man eine dreisache Wache
dahkn bestimmte, um ihn an angedrohtem Selbst-
mord zu hindern. Dessen ungeachtet hat er
während der Nacht, wie wir hören, den Ver-
such gemacht, sich durch Bssse di'c Adern zu
öffaen.

Vermischte Nachrichlrn.

AuS Baden. Bci dn am tl. b. 1n Aarlsrohe
stattgkhabtea Beisammlmig und Berathniig der Vorstände
dcr vrrschiidrarn dadlschrn Grsangvereine erklärte Ach wte-
drrholt Fretbnrg dtr Abh-ltnng dr« nächsten badtscheu
Säogcrseste« jn nbeenehmen, insosern drr Eemctnderath
srtae Znsttmmong d-jn erth-llt. — Die Bnrgermrtster der
Haoplstädte And hrnte nach Mainan »dgegangen, nm Sr.
Köntgl. Hohet» drm Großherzog dir Adreffrn b-jügltch
dr« Aranksnrter Fnrstrnlag« jn übrrrrtchen. — Am Dirn«- ^
tag, dea «. d. M., seüh Morgea« jwischen « uvd 5 Uhr,
wurde dcr Accisor »vn Urloffeo jwischrn dtesem Orte und
Lpprawrier oon L Barschen angrsallen, olcdcrgkworfea ond
seinrr Baarschast — elwa tn t»0Ü st. bestchend — «S
«aren ärarische Gelder, die er -ben an großh. BejirkSoer-
rechoung hier ablieserll wvllie — brraabt. Wtc der B. B.
»ernimmt, soll drr Accisor mrhrrre, jrdoch »nb-deotcntc
Wnnden erhalten habcn. Di, Unkrsnchnng ist »om großh.
AmtSgrricht ctngrlettrt und ist man aos tercn Ergrbniß
sehr gespaant. — llebrr den Ort, wohtn da« evangeltsche
Scmiaar vrrlrgt «rrdca soll, dürstc eine Entscheidung znr
Zrit Ndch nicht grtroffra stin; e« lißt fich also allch noch
ntchi s-gen, °b Dnrlach, Brnchsal, Bretten odrr Sill«he!m
drn Sieg daovn tragen wrrde.

— Aies Badeu, 1ü. Octbr. Die beidrn Statncn
M-lanchthon«, »on wclchrn dic ctae für sctnr GcbnrlSstadt
Brrtten, die -nderc für Wittenbcrg brstimmt ist, Anb aan-
mehr ta dcr jkuastglißere! oon Gl-dcabcck in Berlin im
Guffc »ollendct nnd werdrn cisrlirt. Bcidr Standbildcr
And nach drm Modell de« ProfefforS Drake anSgesühri,
nnd haben ohae Postament eine Hihe »on L Fnß. Der
Resormator tst ia der Amtstracht dargestellt; in der rrchten
Hand HLlt «r rine Papirrrollr, «ährend die linke anf der
Brnst rnhl. Wlr konnten noch nicht erfahren, «clchen
Plaß dic Stadt Bretten sür dte Ansstellnng de« Stand-
bilde« -llSeesehen hat.

Knrsonbcrichk.

Frankfnrt, tr. Octbr. Dir hcnttge Börsr »erlief
bnrchgchend« in matter Stimmnng, zn wrlcher thril« Vrr-
laofSanftiäge, th-ils answärtigr Rvtirnngrn beitrngen.
Von Wien waren Anfang« Credit-ctten tSS. Sü, r«°se
97. SS, Valnta 111. 45, voa Berli» gegen Schlnß Cre«
dilacttrn 8Z»/g, r°ose 87>/, bclannt.

Um 2 Ubr: Oesterr. Errblt-cttrn 194>/,. Nat. 7ü'/s
bls 7t. Loose 87'/..

8 Uhr Adcnds. Jn der Effrctensocirtät war wrnig Ge-
schäst. Orstcrr. Credttacttrn 184>/,. Lovsr 87«/,x bis
87>/, bez. 1881er Amertianische 7L>/g G.

' Zeitung.

Lehrlmgs-Gesnch.

Ein mit den nöthigcn Schulkcnntniffen versehener
braver Iungr «ird in eine hiefigc Buchdruckerci alo
Setzerlehrling gesucht und kann soglcich eintretkn.

Ich warne hicrmit, auf meinen Namen etwas
zu dorgen, indcm ich keine Zahlung leifre.

Leonhard Weiß.

Zu verkäüfen. Lirca 49 Stück Faßdauben

von 6 V-' und 2 Böden von 6' Breitc; auch ein
ovalcr Regenzuber, ungefähr-14 Ohm haltenk.

(1) Westliche Hauptstraße Rr. 55.

Für ein VcrstcherungSgcschäft ein diSpvnidlkr
Agcnt mit guttm Gehalt zu ciigagiren gesucht.
Franco Offertcn mit XX besorgt dte Erpedition
dicser Zeitung._(2j

Zu kaufen

g-sucht wtrd etn gebrauchter Ofm. NädereS bei
der Erpedition dieser Zeitung.

Kiften verkaust
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