Heidelberger Zeitung — 1864 (Juli bis Dezember)

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— Von der Berqstraße, 26. August,
Jn der neucsten Zeit wurdeu die kirchlichcn
teebelstände der stadt und Diöcese Weinheim,
die in der Unverträglichkeit der rcligiöjcn Rich-
tung der dortige» Geistlichen mit den Anschau-
ungen und Grundsätzen der Gemeinden wur-
zcln, in verschiedenen vaterländischcn Blättern
zur Sprache gebracht, Es scheint nnn, daß die
laut gewvrdenen HLufigen und wohlbegründeten
Klagcn bei dcn zuständigen Behörden Eingang
gefunden haben; wenigstens verbreitet sich daö
Gerücht, daß die Weinheimer Diöcesk, welche
nur scchs Pfarreien in sich faßt und zur För-
derung eines kirchlichen Gemeingcistcs wenig
geeignet ist, mit der Ladenburger Diöccse vcr-
einigt werden soll, Gleichzeitig gewinnt die
Hossnung immcr mehr Raum, daß ein gewisscr
Pfarrer, dcr schon Zahre lang mit seincr Ge-
meinde in Strcit und Hader lebt, in Pensions-
stand versetzt werde, Doch so^s das fragliche
Zerwürfniß, an welchem das Gemeindcleben
sortwährend kränkelt, vorerst, wie man hört,
durch den Diöcesan - Ausschuß untersucht und
sodann an die oberste Kirchenbehörde darüber
Bericht erstattet werdcn,

! Aus dem Unterrheinkreis, 30,

August, Das als altcr Rest aus einer frühern
Zeii noch viclfach bestehende Prasentationsshstem
bei Pfarrcien und Schulen, wie es besonders
»on kleineren Grundhcrrcn hie und da geübt
wird, erweist sich im Lichte unscrer Zeit unbe-
streitbar als sehr vcrdcrblich, Neben dcm Miß-
stande, daß diese Ar! der Verleihung von Stel-
len lediglich an gar keine bei den Slaats- uud
Kirchcnbehörden geltenden Ordnungen sich zu
binden hal und bindct, daß wedcr Anciennität
noch Vcrdienst in Betracht kommen und «tellen
gar schou urkundlich verliehen werden, ehe ste
vacant sind, soll es überdies vorkommcn, daß
Unterhändler muthmaßlichcn Bewerbern grund-
herrlichcr Kirchen- und Schuldienste zur Erlan-
gung derselben ihrc ersolgreiche Vermittlung an-
tragen,

Wir meinen, wcnn es so weit gekommcn ist,
daß fraglicher Dicnste, dercn ersolgreiche Bcklei-
dung in der Gegenwart viel von der Arl ihrer
Erlangung abhängt, der Schacher sich bemäch-
tigen kann, so werde die Oberaufstchtsbehördc,
Kirche und Staat, es im Znteresse deS geist-
lichen Wohlcs der betrcffenden Gemeinden als
ihre Pflicht erkennen müssen, dahin zu wirken,
daß mindestens die Grundsätze, wornach Schul-
und Kirchenbchörde diese Dienste besetzcn, auch
bei den Präsentationcn der bercchtigien Grund-
herren in Geltung und Anwcnduug kommen,
und daher jedes einseitige und vcrwerfliche
Vorgehcn derselben durch Verweigerung der
Staatsgenehmigung vereiteln.

Zm Rechtsstaate kann ein Verhältniß, daS
mannigfach das schreiendste Unrecht gegen ein-
zelnc Klassen von Staatsbürgcrn und Gemein-
den mil sich sührt, unmöglich auf die Daucr
mehr aufrecht erhalten werden,

Möchtcn aber vor Allem die bei der Sache
zunächst Znteressirten stets selbst dazu beitragen,
durch ein rechtlicheS männliches Verhalteu ein

Ohmedgras - Bersteigerung

„ Mittwoch „ 7. „

gen Wiesen des Jnsultheimer Hoses öfsentlich verstei-

Schrvetzingen, den 30. August 1864.

Großh. Marckgräflich bad. Rentamt.

Großh. Bezirksamt Philippsbürg.

Thierarzt Rupp zu Hockenheim wurde heute alS
Bezirks-Agent ver Feuer-Versicherun^-Gesellschaft
„Northern Affecurance Lompany in Averdeen unb
London" für den diesseitigen AmtSbezirk bestätigt,
was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Philippsburg, den 26. August 1864.

E s ch b o r n.

Ohmdgras-Verstetgerung.

Hockenheim. Samstag, den b. k. M., Mor-
genö 8 lkhr, wird bas Ohmdgras von 70 Morgcn
Gemeindrwicsen aus dem Rathhause dahrer vcr-
steigert,

Hotenheim, den LS, Augnst 18«jt,

Das Bürgrrmeisteramt.

N e u d e r g e r,

Rabir.

System, verdammen zu hclfen, das des Ver-
werflichen so viel in fich schließt, wie es jüngst
in einem Falle zu unscrer Freude durch die
tactvolle Abfertigung eiucs Unterhändlers ge-
jchehen ist.

-! Heidelberg, 1, Scpt, Der Schloßhof
war gestcrn von fremden Gäst-n, nainentlich
von Franzosen und Engländcrn, die sich die
Sehenswürdigkciten der alten Fürstcnbiirg zei-
gen ließen, sehr belebl, Zm obern Theil d-s
Schloßgartcns bemerkt man mit Vergnügen das
fröhliche Gebeihen und WachSthum der jungen
svrstbotaiiischcn Anlagc, die mit lobenswerther
Ausmerksamkcit gehegt und gepflegt wird; ganz
bcjondcrs interessanl für den Bolanikcr sind die
schöncn, üppig einporschießcnden TaruSstämme
japanischen Urjprungs. — Herr Bürgerincister
Snlzer wird nächstcns scin Amt nicdcrlegen
und nach KarlSruhc übersiedeln, — Gestern
Mitiag erschoß stch d-r swll, zibil, P, Wil-
hclin von Rastati, angeblich wegcn Schulden,
Ein Musensohn frühercr Zeit, ebenfalls Zög-
ling der allen Ruperto-Carola, der auch tief in
Schulden stack, bcnahm sich klügcr, Es ist gcgen
die heilige Schrift, sagte er, stch daS Leben zu
nchmc», ich werde mich demnach weder hängen
noch crschicßen, mögen dieS mcine Gläubiger
thunl

Univerfitäts - Nachrichten

Heidelberg, 28, Aug, Geh.-Rath Che-
lius hat mit Ende diescs Semesters seine
öfscntliche Lehrthätigkcit beschlossen (Frb, Z.)

Kiel, 27, Aug, Gcstern fand hier auf cine
bisher noch nicht aufgeklärle Weise der Prof.
Dr. BLrensprnng, welcher sich seit einiger
Zeit geisteskrank in Hornheim anfhielt, seincn
Tod, Seine Leiche wurdc bei der sog, Schloß-
lreppe aus dem Wasser gezogen.

vrrmischte Nachrichtrn,

Dem „Handelscouricr" wird ml« St. Gallen ge-
schriebcn: „Man hört überall die Klage über Verfall der
Religwn und zunehmende Entchristlichung und fchreibl

ohne das Nichlige zu treffen. Dem Pfarrer von Wald-
kirch war es vorbehalten, die Ursache dieser Entchrist-
lichung zu enideckeii, und er soll letzlhin eine donnernde
Piedigl darüber gehalten haben. Als Ursachen gab er
wörklich an: die Zeitungen, die schlechten Bücher,
Säiiger- und Turnvereine. Schützengesellschaflen nnd
in^d^soi^erei Feldsch^tzen

iviederkehrende Flulh in die Grolte eindrang. Der Rück-
weg war versperrt und das verzweifelndc Hilsegeschrei
der Armcn verkallte in der gewaltigen Stimme des an-
schwellenden Meeres. Höher und höher stieg die Fluth
und um ihr zu entrinnen, mnßte die Unglückliche an

weiter konntc, nnd kaum mit dem Haupte über dem
Waffer 4 gräßliche Stunden zubringen. Zum Glück
war daS Mecr ruhig, denn bei einigermaßen lebhaftem

Der Calvarienberg bei Krakau ist am Maria-
HlmmelsahrtStag daS Ziel vieler Wallfahrer. Am Abend
dieses TageS kamen ungefähr 300 Landleute, von dort
zurückkchreiid, an die Fährte bei Czernichow, um über
dre Weichsel gesetzt zu werden. Die Fährleute, welche
belrnnken gewesen fein sollen, ließen das Boot auf cine
am jcnseitigen User stehende Galeere mit solcher Macht
anstoßen, daß dasfelbe zertrümmert wurde und etwa 100
von den Passagieren erlranken.

IRannsieim, 30. Aug. Aus die Morgenthau'schen
Fichkennadel-Cigarren hat nun auch daS bayrische Mi-
nisterium für Handel und Gewerbe ein Patenl für den
Umfang dieseS Landes ertheilt.

Karlsruhe, 19. Aug. Von großh. Dircction der
Verkehrsanstalteii wurden ernannt: zum Post-u. Eisen-
bahnexpeditor in Haltingen: Assistent Theodor Wetzel;
zu EisenbahnexpeditionSgehilfen: Heinr. Ant. OechSner
von Ubstadl, Heinrich Lang von Kandern; zum Zug-
meister: Eisenbahnconducteur Georg Anselm Bohn; zu
Briefträgern und Packern: Packer und Güterbodenmei-
ster Ludwig Graf, Postamtsdiener Wilhelm Ritter; zu
Packern und PostamtSdienern: Jos. Kramer von Boll,
Joseph Reisenauer von Malsch; zu Eiseiibahnconduc-
teuren: Ludw. Haag von Herbolzheim, Wendelin Häußer
von Eschelbronn; zu Packern und Gülerbodenmeistern:
HomobonuS Schäfer vou Billigheim, AndreaS Zink von
Ötlenhöfen; zu Postamtsdienern: Martin Bergold von
Oberschefflenz, Martin Denzlinger von Hochdorf, Joh.
Heinrich Krebs von Gochsheim; zuin Eisenbahnbureau-
diener: Eisenbahnportier Kaspar Trey; zu Eisenbahn-
portierL: Eisenbahnconducteur Mar Bohn, Franz Jak.
Clevenz von St. Leon, Mich. Rapp von Kappelwindeck.
Uebertrac,en: der neu errichtete PosterpeditionSdienst in
Hockenheim dem Gastwirth Philipp Schwab daselbst.
Entlassen: Post- und Eisenbahnerpeditor Jakob Keidel,
Post- und Eisenbahnerpeditor Valentin Niescker. Eisen-
bahnerpeditionsgehilfe Wilhelm Eckert, Packer u. Eisen-
bahnburcaudiener Georg Ackcrmann, Eisenbahnporlier
Friedrich Hollenweger, Eisenbahnportier Jakob Büttner.

Verloosungen.

^ Karlsruhe,^ 31. Aug. Bei der ^heute stattgebabten

Nummern^gezo^en ^ ^95, 791 1195,

1706. 1795. 1813. 1864. 1930. 2041. 2112. 2121.

2425. 2603. 2703. 2764. 2845. 3265. 3531. 3561.

3683. 3847. 3995. 4126. 4402. 4438. 4495. 4795.

5089. 5257. 5482. 5901. 6177. 6508. 6545. 6775.

6840. 7057. 7151. 7220. 7305. 7373. 7514. 7653.

7922.

Karlsruhe, 1. Sept. Bei der heute stattgehabten
Gewinnziehung der badischen 50 fl.-Loose sind solgende

Nr?21,016 40°000 fl.°*Nr.' 28.331 10,000 st. Nr.
35,757 7000 fl. Nr. 85,713 5000 fl. Nr. 5641, 8105,
82,180 . 86,728 » 1500 fl. Nr. 3956, 7535, 50,172,
60,637, 70,239, 77,095, 96,173 ü 1000 fl.

Dem Steuercontrolbeamte» Hack wurde die erledigte
Sporteleinnehmerei zn Mannheim übertragen; ziim Con-
trolbeamten und^ Steuererheber an der Rheinbrücke zu

wurde dem Gendarmerieobcrwach^meister Hoffarth in
Constanz übertragen; Diurnist Franz Mayer bei der
Sleuerdirection zum Canzleiassistenten ernannl und end-
lich Sleueraufseher Berberich in TauberbischofSheim in
den Ruhestand versetzt. Znm Canzleigehilfen wurde
Ferd. Kammerer von Falkenstein ernannt.

Gottesdienst in Heidelberg.

Sonntag, den 4 Sept., Vormittags 9 Uhr, predigcn:
in der Heiliggeistkirche (Abendmahl): Hr. Staolpfarrer
Herbst; in der Providenzkirche (Abendmahl): Herr
Decan Zittel.

Nachmittags 2 Uhr,

in der Heiliggeistkirche: Hr. Stadtpfr. Sch ellenberg.

Deutschkatholische Gemeinde.

Sonntag, den 4. Sept., früh 9 Uhr, Gottesdicnst iu
unserem Betsaale durch Hrn. Dr. Bruggcr.

Großh. Bezirksamt Eberbach.

I. A. Lenz von Aglasteryausen wurbe als Agent
der Kölnischen Feuer - Versicherungs - Gesellschaft
„Colonta" für den biesseitigen Amtsbezirk be-
stätigt.

Eberbach, den^29. August 1864.

Großh. Bezirksamt Wiesloch^

I. Baust ll. von Oftersheim wurde heute alS
Bezirksagent der nordbritischen und mercantilen
Feuer- und Lebens-Verficherunßs-Gesellschaft bestä-
tigt, was wir hiermit zur öffentltchen Kenntniß
bringen.

Wiesloch, dcn 30. August 1864.

zum Zerquetschen von Obst, neuester
Construction, ist billig zu verkaufen. Wo? sagt
die Expedition dieser Zeitung._(2)

Zn vermiethen

auf Ostern 1865 eine Wohnung a. d. Anlage,
bel LtsKe — enthaltcnd 1 Salon, 6 Zimmer,
Küche, Speisekammer, Magd u. Bodenkammer
u. s. w. Nähere Auskunst ertheilt das Com-
missionsbureau von Keller, Kettengasse
Nr. 13.

auf Mtchaelt eine perfecte
Köchin für eine größere
Haushaltung. EVenso ein Mädchen, das kochen
kann und sich allen häuslichen Arbeiten unterzieht,
sogleich oder auf Michaelt. Näheres bet der Er-
pedition dieser Zeitung._ (2)

Auf Michaeli wird ein braves Mädchen
gesucht, welches in allen häuslichen Arbeiten er-
fahren ist und bürgerlich kochen kann. Wo? sagt
die Erpedition dieser Zeitung._

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