Heidelberger Zeitung — 1864 (Juli bis Dezember)

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für beziehungsweise ersprießlich, wemi sich ver-
schiedene Schattirunge» dariu varftnden, und
wollcn es auch deni Herrn Mühlhäicher gar
nicht verargen, wcnn er über dcn theologischen
Gehalt des Schcnkel'schen WerkeS eine von der-
jenigen seiner Collegen verschiedene Anjicht und
Ucberzeugung hat, Allein da es sich hicr nicht
um eine dogmatische Kritik, sondern um einen
protestantischcn Grundjatz und um eine An-
wcndung der Kirchenverfassung handelt, so kön-
nen wir nicht einsehen, wie cin dogmatischcr
Dissensus das Hinderniß eines einheitlichen
Beschlusses sein konntc, Wir müssen eS daher
wiederholt alS einen Uebelstand betrachtcn, wcnn
in eincr Kirchenbehördc widerjprechende Grund-
sätze in Bezug aus die Verfassuug herrschen,
die ein einträchtigcs Zusammcugehcn unmögtich
machen. S o weit geht unscrc protestantische
Tolcranz nicht, daß sie sich auch mit der Ju-
toleranz verträgt; und so verschiedenartig
darf nach unjerer Meinung eine Behörde nicht
zusammengesctzt sein, daß cin Theil den Ver-
fassungswagen vorwärts, der andere rückwärts
zieht.

. js. Aus dem Elscnzidale, 30. Aug.
Nicht länger soll gcsäumt werden, Zhnen auch
aus unserer Gegend eincn Bericht über dic Ernle
und über das, was wir voransjichtlich von
unscrn Feldern noch zu crwarten habcu, zu-
gehen zu lassen. Das dicsjährige Erträgniß
der Ernte ging über alle Erwartung, deun
hiese war nach oer nachtheilige» Winter- und
Frühjahrswitterung, wie durch die mannigsache
Störung deS Ungeziesers sehr hcrabgcdrückt.
Die Ernte war eine in jeder Bczichung besrie-
digende und wurdc unter fortwährend günstiger
Witterung gut cingebracht. Die schönen Er-
gebttisse dcr Getreidcarten hinsichtlich der Gütc
und Menge bcweisen folgcnde Angabcn: Kor n,
Ertrag per Morgcn 180 Garben mit 80 Sester
Erdrusch, Gerste 100 Garbcn init 108,8 Sstr.,
Spelz 226,6 Garben mit 235,3 Sstr. Erd-
rusch. Das Gewicht ist ebeusalls bei jcder
Sorte ein sehr gutes. Gleich gut fäüt die
bald vollendete Hafercrnte aus; die Kar-
toffeln leiden durch die Engerlinge uud sind

die frühen Sorten nicht besondrrS gut. Hans
sehr hoch, geräth meist vortrcfflich. Tabak eut-
wickelte jich. noch über Erwarten. Obst in
Füllc, besonderS Aepfel, weuiger Birnen, noch
seltener Zwetschen.

vermischte Nachrichten.

Berlin, 1. Septbr. Gestern starb hier Frau Elise
Wagner, die Mutter der Johanna Wagner, in den
zwanziger Jahren alS Frl. Gollmann Mitglied der

Warschau,^29. August. Der amlliche ^Dziennik*
mcldel, datz ein von der Zagd zurückkehrender russischet

Leinöl' wird bei^schwacher Bedarfsftage zu iiolirteii^Pieisen

Wechsel 280 BondS 111. BaumwoÜe 182.— Weizen,
hiesiger, fl. 10. 30 G, fl. 10. 45'P, ftänkischer,
fl. 10. 45 P.„ fremder, fl. 10. 30 P., Roggen, efsecliv,
fl. 7. 15 G., fl. 7. 30 P., anf Lieferung November,
fl. 7. 30 P., Gerste, esfecliv , biesiger Gegend, fl. 7.
30 G., fl. 7. 40 P.. würtembergische fl. 7. 20 G.,
fl. 7. 30 P-, sränkijche fl. 7. 45 P., auf Lieferung
October fl. 7. 45 P., Hafcr, effeciiv, fl. 3. 40 P.,
Kernen, effectiv, fl. 10. 30 G., fl. 10. 45 P., Kohl-
rep» fl. 20 — 21 P., Bohnen fl. 11 —12 P., Linsen.
neuc, fl. 16—18 P>, Kieesamen, dentscher, Im., st. 24
bis 26 P., Icks, fl. 2i—22 P., ESparsetle fl. 7. 45 G.,
fl. 8 P., Leinöl, esfecliv, in Parthien, Jnland, fl. 24 G.,
fl. 24. 30 P-, fatzweisc fl. 24. 45 P., in Parlhien,
transit fl. 23. 30 P.. Rüböl, Jnland, in Parthien.
efsectiv, fl. 25 G., fl. 25. 15 P., anf Liefernng Oc-
tobcr fl. 25. 30 P., Weizenmchl Nr.O fl. 10 P., Nr. 1
fl. 9 P., Nr. 2 .fl. 8 P, Noggenmchl Nr. 0 und 1,
Stetlincr, fl. 6 G., fl. 6 15 P, Branntwein, efiectiv,
transit, fl. 17. 30 G., fl. 17. 45 P., Sprit, transit,
N. 38 G., fl. 39 P., Oesterr. National, fl. 683/g G.,
fl. 69^8 P.. Bankaclien 796 G., 800 P., Bad. 4"/o
Obl. 99»/«. G.. 100'/« P-, 3'/r °/o Eisenbahnscheine
91V» G, 92V« P-. 3'/r "/a Rentscheine 9(?/z G.,
91'/« P-, Darmstädter Bankactien 224'/, G., 225'/, P.,
östcrr. Credit mob. 195 G., 196 P., österr 60r Loose
84 G., 84'/, P., Ludwigshafen - Berbacher Eisenbahn-
Actien 148 G., 149—150 P., Mannbcimer Schleppschiss-
sahrt 102 G., 103 P., WaghäuSler Zuckevsabrik-Aclien
134 G.. 138 P., Würtemberger. do.. 94 G.. 96 P.,
^.udwlg-hafener Brauerer 102 P.. Mamchermer,

* Locales.

Ein Kunstfrennd will eS nicht unterlassen, daS hie-
sige Publiknm auf daS schöne Schauspiel aufmerksam zu
machen, welches durch die Aufstellung deS mechanischen
TheaierS im GasthauS zum Prinz Mar geboten ist.
Die erste Vorstellung hat gezeigt. daß den Erwartungen
mehr als genügt wird. ES ist solcheS eben so schön alS
neu.^ ^Se^r ^ bedal^

Rube zu bringen oder nöthigenfalls zu ent-

Schließlich dem Darsteller der Rath, eine andere Musik
;n erwerben, nm das Schauspiel nicht dnrch lauter

' Theaternotiz.

Beschluß.

Die Gemeinderäthe werden auf die in Nr XXXll.
S. 397 ff. des Regicrungsblattes fttr das laufendc
Iahr abgedruckte Verordnnng hingewiesen und be-
aufrragt, hiernach dte Urlisten aufzustellen und
solche nach Zj. 13 fraglicher Vcrordnung bis zum
19. October hierher vorzulegen.

Heidelberg, dcn 1. Septcmber 1864.

_Fecdft__

Gras-Dersteigerung

Montag, den 12. September d. I.,
Dienstag, „ 13. „ „ „

^ Miftwoch, ^ ^ 14.^ „ ^ ^ ^ „ „ sch ^,

^ der Kctschau, mird am lctztcn Tage verstetgert.
Wieslock, den 30. Augnst 1864.

Großh. Domainen-Vcrwaltung.
Breitenberger.

Schafweide-Vcrvachtung.

Gemeinde Nußloch, Oberamt Heidelberg.

Die Wrntcrschafweide anf hiesiger Gemarkung,
wclche mit 400 bis 500 Stttck Schafen betrieben
werden kann, wird

Mittwoch, den 7. September d. I.,
Nachmittags 2 Ubr,

auf dem Rathhause dahier in öffentlicher Verstei-
gerung verpachtet.

Nußloch, den 25^August 1864.

S t ck m i l l e r.

_ —Anweiler, Rathschr.

Großh. Ämtsgericht Neckargemünd.
Aufsorderung.

Die bekannten gesetzlichen Erben des Schreiner
Johann Jakob Skumpf von Spechbach haben auf
dessen Verlaffenschaft verzichtet, die Wittwc aber
um Einweisung in Bcsitz und Gewahr gebeten.

Dieser Bitte wirb nun stattgegeben, wenn nicht
innerhalb 4 Wochcn nährr Berechtigte Einsprache

Neckargemünd, den 19. August 1864.

Thilo. ^

^ , ^ auf Michaeli'eine perfecte

Köchin für eine größere
Haushaltung. Ebenso ein Mädchen, das kochen
kann und fich aUen bäuslichen Arbeiten unterzieht,

sogler

peditii

on dieser Zeitung.


b IUenau, dcn 27. August 1864.

Dircction ber Gr. bad. Heil- und Pstege-Anstalt.
N o l l e r.

Schrieshein^, de^27. Augiist 1864.

Einladung.

sjährigen Theater-Aboi

Im prinz Mar.

Pariser Kunst Theater.

Große Vorstellung.

Kasse-Oeffnnng halb 7 Uhr. Anfang 8 Uhr.
Erster Platz 30 kr. Zweiter Platz 18 kr. (Kinder
zahlen die Hälfte.) Gallerie 9 kr.

Mk- Täglich neues Programm. -W«
BiUets sind zu haben in der Kunst- und Mnfi-
kalienhanblung von L. Meder, sowie in der Erped.
des Heidelb. Anz. (Krämergasse Nr. 1) und im
Prinz Mar.

Von Sonntag den 4. Sept. an findet jcden Tag
eine Ertra-Vorstellung sowohl für Erwachsene als
auch für Kinber statt, in welcher die letzteren eben-
falls nur die Hälfte des Entre'S auf den beiden
ersten Plätzen bezahlen. ^ ^

Anfang der Ertra-Vorstellnng 5 Uhr.

Um gef. zahlreichen Besuch bittet

Driesch, Mechaniker.

ttemes IchWtinefett

pr. Pfimd 28 Krcuzer. bei Abnahme vvu eini-
gcn Psund billig-r. -mpfichlt

Charcutier.

Zu verkaufen:

Zu vermiethen^ ksL'uZV

Näheres Kettengaffe 13.

Zum diesjährigen Theater-Monnement er-
laube ich mir hiermit hochachtungsvollst und
ergcbenst einzuladen.

Hunst-AuZMunA

vou Ig. 1Vl6k1.6l7, IIuseiiM üimmer Ilr. 12

gcöffiiet jcden isoniitag von 10 Uhr Morgcns
bis 5 Nhr Abcnds. Mit freiem Eintritt. —
Außer dieser Zcit, gcgeu 12 kr. EintrittSgeld.

IeickLn-UutLMLkt.

Mit Vem 3. September beginnt
der Wintcrcurs, zu deffen Theil-
»ahme einladet

A. GLUlz Hist.-Maler.

Man sucht eine englische Dame zum Nntcr-
richt ihrer Sprache. Das Nähere bei der Er-

Pedition dieser Zeitung. _

Jn eincr hiesigen frequcnten Colonial-
Waaren-Haiidlnng kann, untcr aniichin-
baren Bedingungcn, ein gesilteter junger Mann
sogleich in die Lehre treten.

Nahercs anf Franco-Anfragen bei der Exp.
d. Ztg._ st)

Auf dem

Stellen-Vureau

LetteiiALSse kii- ri

werden Anmeldungen von stellesuchendcn Cvm-
mis, KeUner, Lehrltnae, Hausknechte,
Kammerjunqfern, Ladcnmädchen, Kö-
chinnen u. dgl. fortwährend entgegen genom-
men und Stellcn vcrmittelt. f2j

Zu vermielhen. Ein -inzeines Zimm-r

sir eine ledige Person. Wo, sagt d. Exp. jgj
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