Heidelberger Zeitung — 1864 (Juli bis Dezember)

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der Regierung sagen, man wisse nicht, welches
Gcsetz Bille übcrtreten habe. Es sei das erste
Mal, daß der § 61 zur Anwendnng komme,
und daher müsse man sich vorseheu, kein nach-
theiliges Präcedenz zu schaffen. Darauf nahm
Bille selbst das Worl: er fei durch den Schritt
der Negierung überrascht worden. Deine An-
sicht könne richtig oder unrichtig fein; sei sie
richtig, so sei es kein Verbrechen, sie auszu-
sprechen, ja, es sei sogar eine Pflicht. Er hälte
seine Stellung im Thinge benutzen können. nm
dasselbe auszusprechen, ohne daß man ihn hätte
zur Verantwortung ziehen können. Es sci nicht
das erste Mal, daß er diese Ansicht, daß das
Thronsolgegesetz mit dem Londoner Tractat
falle, ausgesprocheu. Der Chef der Regierung
habe sich früher, freilich in entgegengesetzter
Ansicht auch dahin ausgesprochen, daß die
Epbfolge mit den Verabredungen von 1851
und 1852 in innigster Verbindung stehe. Allein
man habc nur eine Demonstration gegen die
Preßfreiheit und andcre Freiheiten machen wol-
len. Die Negierung sei reactionär, was sich auch
darin zeige, daß die „Bcrl. Tid." einen Krebö
zum Redacteur (der neue Nedacteur heißt so)
bekommen habe! Die Regierung handle aber
solcher Weise nicht klug, jetzl sage alle Welt,
daß es hier eine Partei gebe, welche das Thron-
folgegesctz umstürzen wolle, und sein (Bille's)
Name erhalte große Bedeutung als cinc Art
Märtyrer der Freiheit (!) Er gehe freudig vor
die Gerichtsschranken und wünschc, daß das
Thing die Einwilligung gebe, doch bescheide er
sich, wenn man, um keine Präcedenz zu schaffen,
einen Ausschuß wolle. (Bravo! auf der Tri-
büne; der Präsident klingelt stark.) Winther
schlug einen Ausschuß von 9 Mitgliedern vor,
allein das Thing entschied sich mit 69 gegen 3
für eine von 5 Mitgliedern. (Hamb. Nachr.)

G r i e ch e n l a ir d

Aus Athen 15. d. M. wird Näheres über
den Mordversuch bekannt, dem der Minister des
Jnnern ausgesetzt war. Commoundoura kam
gerade aus seiner Wohnung, als ein Jndivi-
duum Namens Nerengis auf ihn eindrang.
Diescr that einen Pistolenschuß aus den Mi-
nister, der indeß so viel Geistesgegenwart hatte,
den Arm des Mörders zu ergreifen, eben, alö
er abdrücken wollte, und die Kugel flog in ein
benachbartes Haus. Ein Nationalgardeposten
verhaftete sofort den Mörder. Dieser Mordver-
such scheint nicht von den Feinden der Regie-
rung herzurühren. — Die tumultuarischen Auf-
tritte in den Sitzungen der Nationalversamm-
lung dauern noch immer fort.

Reueste Nachrichten.

Neuyork, 13. Oct., Abends. Vor Rich-
mond ist von keiner neuen Schlacht zu melden.
Sheridan hat sich nach Straßburg zurückgc-
zogeu. Dic Rebellen unler Price sctzen ihre
Operationen in Missouri fort. Jn Ohio und
Jndiana ist der republikanische Candidat durch-
gedrungen. — Aus Mexico hat man Nachricht,
daß die mexicanische Hauptarmee bei Durango

Versteigerungs-Ankündigung.

storbenen hie^igen Bürgers und LandwirthS Jo-
hannes Ritter und mit obervormundschaftlicher
Genehmtgung wird das denselben gemeinschaftlich
gehörige Wohnhaus, Plöckstraße Nr. 67, sammt
Schruer und Garten: 34 Ruthen 6 Fuß 36 Zoll
Grundfläche enthaltend, begrenzt einseits Albrecht
Mutschler, Kärchers Ehefrau, nnderseits Metzger-
meister Andreas Hamberger, dinten Caroline Carl
- — der Erbvertheilung wegen am

Montag, den 7. November d. Z.,
NachmittagS 3 Ubr,

auf der Gemeinderathskanzlei frkiwillig öffentlich
versteigert und endgiltig zugeschlagen, wenn ver
Schätzungspreis von 9700 fl. oder oarüber geboten
wird.

Heidelberg, den 20. October 1864.

Krausmann.

_ _ Stcvert.

I>r. Pättisvn s

Heil- u»d Priisirvativ-Mittrl gcgrn Gicht „nd
Äkdriniiatismen aller Art, als: gigen Gcsichtö-.
Brnst-, Halö imd Zalinschiiiirzeii/.ltvps-, Haiiv-
nnd Kntegicht, Magen- „nd üntkrlribsschinerzcn, !
Rückrn- und Lendeiischmerz rc. ic.
lsanze Pakete zn 30 kr. Halbe Pakete zu 18 kr. I

geschlagen lvurde. --- Goldagso 109. Wechsel-
curS sehlt. Bonds per 1882 107'/,. Baum-
wolle 100, matt.

Udine, 22. Octbr. Eine ctwc^ 100 Per-
soncn zählcnde Jnsurgcnlcnbande hat sich in
das Holz vvn Constglio geflüchtet. Mchrcrc
Deserteure von Picve di Cadore und »on Bcl-
luno suche» sich den Jnsurgcnten anzuschließen.

Wien, 25. Oct. Die Bedenken der prcu-
hischen Bcvollmächtigtcn bczüglich der Liquida-
tionssache sind durch eine Jnstruction deS Kö-
nigs gehobcn; es fand hcutc eine lsitznng der
Fricdensconferenz statt. die »ur noch einmal
zusainmcntritt.

Wien, 20. Octbr. Die Polen werden an
den Sitzungen deS Rcichsraths Thcil nehmen.
Das Einbcrufungspatent veraniaßtc eincn lcb-
haften Berkehr unter den Abgrordncten.

Paris, 20. Octbr. Hr. v. Bismarck ist
heutc von Biarritz hicrhcr zurückgckommcn.
Ma» glaubt, cr wcrde vor seincr Abreise eine
Audienz beim Kaiser haben.

Paris, 20 Oct. Der Pariser Moniteur
derichtet aus Merico den 19. 'Scptbi.: Der
Kaiser ist nberall mit Bcgeisternng cmpfangcn
«orden. Die Truppen versotgcn Zuarez im
Nordwesten.

Turin, 20. Octbr. Aus dcn dem Parla-
incnte gcmachten Vorlagen geht hervor, daß die
Rcgicrung für die Bcrlcgung der Hauplstadt
nach Florcnz einen Credit »on 7 Millionen
Franken fordert. Zn dcm ministeriellen Expose
wird erklärt, die Regicrnng betrachte die Sanc-
tion der Scptcmberconvcntion sür cine poli-
tischc Nothwcndigkcit, sei übrigcnS der Ueber-
zcugnng, daß dic Vorthcile dersclben dic etwai-
gen Nachtheile unendlich aufwiegen würden.
AllerdingS scien die mit der Verlegnng der
Hauptstadt verbnndcncn Opfer schwcr i aber sie
würden die Entfernung der fremdcn Truppcn
vom italieuischcn Boden zur Folge habcn nnd
cinc besriedigende definitive Lösung dcr römi-
schcn Frage vorbereitcn. Bei der vorgelegten
diplomatischen Correspondenz findet sich cine
Notc des RittcrS Nigra, wctche eincn geschicht-
lichcn Abriß dcr Vcrhandlnngcn glbt und u. A.
constatirt, daß die französlsche Regierung anßer
dem Versprechen, das päpstlichc Gebiet nicht
anzugrcifcn, noch eiiiige Garaiiticn vcrlangt
habc, welche gectgnet wären, der katholischen
Mciiinng Vertrauen ctnzuflößen. Aber die
itatienischcn Unterhändlcr hattcn bestiminte Jn-
structivn, alle dem Recht der Nation znwidcr-
taufeiidcn Bcdingungen zn verwerfen, und Hr.
Nigra constatirt, es sei wohlvcrstanden, daß
die Convention einzig nur bedeutc, was stc
auSdrückttch besage, nämtich daß Jtalic» sich
verpflichte, anf jede Anwendnng von gewatt-
samen Mitteln zu verzichten.

Aus Baden. Zn Bruchsal hat qm 19.
October der Ortsschulrath bcreits seinc erste
Sitzung abgehalten, und dürste diese Stadt
somit die crste sein, in welchcr daS nene
Schnlgesetz in Wirksamkcit getrcten ist. — Jn
Ncckarbischofsheiin wurden die Herren
Rcchtsanwalt Hormuth, Apotheker Beckcr

und Gastwirth Schiek unter ziemlich großer
Betheitigung zn Ortsschulräthen gewählt, —
JnMannheim war die Betheiligung an den
vorgenommcnen Wahlen in den protcstantischen
Ortsschulrath über daS Doppclte so stark, als
die der Katholikcn (sie betrug nahezu 20 pCt.),
ist aber doch kcin glänzendeS Zrichcn des bür-
gerlichen Gemeinstnns der Wahlbcrechtigten.
Die Gewählten aber stnd auch hier Minner,
die daS vollste Vertraucn der Gemcindc ver-
dienen. — Zn Mannheim wurden in der
am 21. vorgeiiommenen Wahl zu Gcmeinde-
räthen gewihlt: Franz Ant. Heuser, Theodor
Deurer, Friedrich Löwenhaupt, Rudolph Leh-
mann Maier, Friedr. Oesterlin, Eduard Moll,
Karl Friedrich Unkcl. — An der Universität
Freiburg haben di- Vorlcsungen bereits in
vorigex Woche begonnen, und slnd nnn die-
selben größtentheils im rsgelmäßigen Gange.
Bei der Zmmalriculation vom 23. ds. Mts.
wnrden 106 Studirende, worunter 86 Jn-
ländcr und 20 AuSländer, eingeschrieben. —
DaS großh. Ministerium dcS Znnern hat durch
Erlaß vom 7. d. Mts. in der Behandlung der
Gcsuche um Verleihung deS bad. StaatSbürger-
rechtS angeordnct, daß der Bcwerber nm das-
sclbr jeweils die eigcne schriftlichc oder proto-
kvllarische Erklärung darübcr abzugeben habe,
daß er unter Verzicht auf sein seitheriges Jn-
digenat um Ertheilung des bad. Staatsbürger-
rechts nachsuche. — Jn Konstanz ist ein
neucs Dampfboot, dic „Mainan", vom Stapel
gelasscn wordcn. Sie ist der 23. Damxfer, der
dcn Bodensee besährt, und der 6. badische. —
Am 18. Octobcr gcricth in dem Orte Mals-
burg bei Kandern daS Haus des Landwirths
I. G. Kauflin in Brand. Sieben Stück Rind-
vieh, 40 Schafe, 2 Hunde und 1 Katze wurden
nach der Feucrsbrnnst schrecklich verstümmelt
unter dem Schutthaufen hcrvorgezogen. D»
Allcs versichert ist, so ist der Schadcn nicht
beträchtlich. — Zn Achkarren, A. Breisach,
fandcn Alt Htrschwirth Matthias Engist und
dcsten HauShällerm beide ihren Tod durch Er-
sticken im Kellcr. Wahrschcinlich ging Erstcrer
i» dcnsclben, um Wein zu hoten vdcr Nachschau
zu hallcn, und Lctzterc suchtc dcnsclben auf
deffen längeres Ansblciben. Gestern Abend
wurden Beidc, Erstcrcr bercitS kodt, heraus.
gczogen. Letztcrc lebte noch bis gegen Milter-
nacht und gab sodann ihren Gcist »uf.

Vermischte Nachrichten.

Frankfurt, SS. O-, G-st-,„ Abind ist d-m b-y--

risch-n Giit-iiug dli d-r Smtioi, Lansach -in, wii man
harl, s-br -rh-blich-r UnglückSsall ziiz-staßen, indim
m-hr-r- Gül-rwag-i, Ulal z-rlrümm-rt wurdin „nd auch
M-iisch-nlib-ii zn b-klag-n smd. Von Aschass-nbura
aii» wnrdi sosor, -in Hisjszug nach d-r UnglückSstäNk
h-sdrd-rt, „m di, Passagi-r- imd da« Prrsonal auszll-
nihm-n. di- d,nn auch N-chtS 12 Uhr hi-r kinlrasin.
Näheres haben wir noch nicht e,Mren„ HF. I.)

Dcutschkatdolische Gemeinde.

Donnerst » g, den 27. d. M., AbendS 8 Uhr,
wird Herr CzerSki in unserm B-ts»»le einen
Vortr»g h»lten.

f2j C. WeißKerber, Haso-lgasse i.

Z e n g n i s s e.

Der Uiiterzeichnkte hatte seit fieben Iahren die
unsäglichsten Scbinerzen im linken Sckenkel zu er-
dulden, welche sich in letzterer Zeit noch über meh-
rere Theile des Körpcrs verbreiteten. Da ward
ich endlich — alles seither angewandte nickt Ab-
hülfe bringend — durck ein Zeitungsblatt auf die
vr. ksttisou's Gichtwatte aufmerksam gemacht. Gar
uickt ahnend, buß dirse Glchtwatte cine .so über-
raschend sch»elle Wirkung hrrvorbringen werde, ließ
ich ein Paquet, blos um ihre Wirkung zu prüfen,
kommen, und legte vor Scklafengehen dasselbe anf
die Strlle, wo ich sckon lange die brennendsten
Schmerzen hatte erdulden müffen. Früh bcim
Aufstehen war meiii^Schmerz verschwundcn! aber

rechten Arm, Hand und Kinger umher. Nasch legte
ich dic Watte auf dic schmcrzoaftesten Stellen und
nach mehreren Stunden hatten auch diese aufge-
hört.

Gar oft und viel litt ich auch an üarkem Brust-
krampf; seit des Gebrauchs dieser Gichtwatte hatte
ick auch noch keinen Anfall wieder verspnrt. Ich
empsehle ans daS Dringendtte diist vortreffiichc
Gichtwatte allcn an rheumatischen Schmerzen Lei-
denben, fie mögen ihren Sitz haben wo sie wol-
lrn, iudem eS noch dazu ein so wohlfeiles, als

> wohlthätiges Hülfsmittel für sie werden kann, wie
fur mich. Ich selbst lasse diese Watte nie mehr

> von mir, damit ich gewaffnet bin, wenn je wieder
ein Anfall kommen sollte.

Rindorf, bei Neustadt a.d. S., 8. MLrz 1862.

Chr. Weigaud, Lehrer.

Vor einiger Zeit hatte ich die unsäglichsten
Schmerzen im Halse, so daß ich kaum noch Flüs-
figkeitcn zu mir nebmen konnte, ich nahm von vr.
Pattison's Gichtwatte, umhüllte am Abend den
Hals; am Morgen waren die Schmerzen gänzlich
verschwunden. .

Rapperswyl, 17. März 1863.

_ 3b. Oehringer.

Gewerbevereiii.

Donnerstag, den 27., Abends 8'/z Uhr,

allgememe Bersainmlung

Tagcsordnung: Gei>cinnützige Mittheilunge».

Äraut- öe ttiihkneinschneiden

(ncu construirter Rübenrutscher,)

i» und »nßer dem H-mse empfiehlt sich

F. Gauiber,

flf Steingasfe Nr. 7, Hkiliggcistkirche Nri 8.

Vin jungcr Bursche, dcr gleich cin-

trcten kann, wird gesuchl. Westliche Haupt-
straße Nr. 33, (2)
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