Heidelberger Zeitung — 1864 (Juli bis Dezember)

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MLchte im Conferenzsaale des auswärtigen
AmteS zum letzten Beale zusammen, um dcn
feierlichcn Act ;u vollzichcn. Das Jnstrnment,
von welchem drei Abschriftcn gcnomnicn und
ausgctauscht wordcn, wurde vo» osterrcichischer
Seite vom Grasen Rcchberg und Baron Bren-
ncr, von preußischer vo» Hrn. v. Batan u»d
Baron Wcrlher, von dänischer von dcn Herrcn
Kauffmann und Quaade uuterfertigt. Morgen
findet a»S Anlaß des FriedenSschlusses eine
glänzende Hostafel statt, zu wclcher die Theil-
nehmer der Cvnferenz zugezogen sind.

D ä ii e i» a » k

Kopenba-zen, 1. Rov. AuS eincr in der
hcutigen Sitzuug des Flvttethings gesallenen
Aeusjerung des Ministers des Jnnern scheint
hervvrzugehen, daß die Vcrsassuugsfrage dem
Reichsrathe vorgclegt wcrden wird. Hr. Mon-
rad verlangte baldige Vorlage der Finanzfrage.

Neuefte Nachrrchteu.

Nenyork, 22. Oct. Die Rebellen griffen
den Bundesgeneral Sheridan bei Cedar Creek
an und brachten deffen Truppen ansänglich in
einige Verwirrung; später jedvch siegte L>heri-
dan, nahm den Rebellen 20 Kanonen und
1600 Gefangene und verfolgte den geschlagenen
Feind. — Die Nachricht von der Besetzung von
Matamoras bestätigt sich.

Die gemeldete Einnahme von Atlanta durch
Hood war eine Ente, womit man aus die Staats-
wahlen, die Neuyorker und eurvpäischen Börsen
zu wirken suchte. Die Staatswahlen sind, mit
einer Ausnahme, im Sinne der Negierung
ausgefallen. Hood hat sich auf die Communi-
cationslinie des Gcnerals Shermann geworfen.
Shermann berichtet, daß er hinreichend Provi-
sion in Atlanta habe, und von Hood's Ma-
növer nichts befürchte. Price zieht sich in nord-
westlicher Richtung auS Miffouri zurück, und
ist bereits in Lerington, 350 englische Meilen
von St. Louis, am Missouriflusse gelegen, an-
gekommen. General Rosenkranz hat Anstalten
getroffen, ihm den Rückzug abzuschneiden. Die
Gesammtlage der Unionsarmee ist so günstig,
wie nur möglich, und die 300,000 Mann neuer
Truppen werden so schnell, als sie organisirt
sind, auf den Kriegsschauplatz befördert. DaS
Goldagio ist im starken Rückgange begriffcn,
Baumwolle ebenfalls weichend.

Derlin, 2. Nov., Abends. Die „Provinc.-
Corrcspondeuz" sagt: Der Rücktritl dcs Grasen
v.Nechberg scheine mit der Frage der Beziehungen
zwischen Oesterreich u. Preußen nicht zusammen-
zuhängcn. Graf Mensdorff sei in völliger
Uebereinstimmung mit dem Kaiser überzengt
von der Nothwendigkeit emes aufrichtigen Zu-
sammengehens mit Preußen im gemeinsamen
Jntcresse Deutschlands. Die österrcichische Ne-
gierung habe sich dahcr bceilt, die Versicherung
hicrher zu geben, daß durch den Ministerwcchsel
die freundschaftlichen Beziehungen dcr bcioer-
seitigen Regierungen nicht geändcrt würden. —
Weiter bemerkt die „Prov.-Corresp.": Preußen
und Oestcrreich müßten die ihnen überlassenen

Die Wahl in den katkolischen Qrrs-
schulrath^ ^ d

Vormitt'gs von 8 bis 12 und Nachmittngs von
3 bis 5 Uhr, auf dem Ratbhause dahicr statt,
waS mit Einladung an die Wahlbkrechtigtkn zu
zahlreicher Bctheiligung hiermit wiederholt bekannt
gemackl wird.

Heidelberg, den 2. November 1864.

Der Gemeinderath:

Krausmann.

_^____Sachs

Zu vermietheii. Ein- s-h- fr-unvttch-
Woynung von 3 Ziinmern, Küche rc. sogleich oder
auf Wcihnachten. Zu erfragen bei Maurermeistrr
Lai im zweiten Stock, Anlage Nr. 32. (1)

Vr. Pattison's

H-,l- und Präsrrvattv-Mttt-l grgrn Gicht i,nd
Rdenmattsmci, aller Art, alSi g-arn GrsichlS-,
Brust-, Hals- und Zabnschmrrzen. Kopf-, Hand-
Iind Knieglcht, Magrn- Iind Unttrlkibsschmerzen,
sttnckcii- und Lcndcnlchincrz ic. ic.

Ganzc Pakrtr zn Nlt kr. Halbe Pakete za 16 kr.

Gcbraiicksanweisuilgcn und Zeugnisse wcrdcn
xrstis abgcgcbcn.

Länder bcsctzen, würden daher wegen baldiger
Znrückziehung der BundeStrnppen mit der Bun-
dcsversainmluiig in's Vcrnehmcn treten.

Hcidelberg, 2. Nov. Gestern und
heute am Allcrseelentage begaben sich der rauhen
Wittcrung ungeachtet zahtreiche Gruppen und
Gesellschaften, besonders viele Frauen und
Mädchen, nach dcm Friedhof, um die Gräber
gcliebler Angchörigen, bie uns in oic ewige
Heimath vorangegangen sind, mit Kränzen zu
fchmückrn. Bcreits in den crstcn Zcitcn der
christlichen Kirche gedachte man der Verstvrde-
ncn in Gebeten unb bci dem heiligcn Meßopfer.
Die angesehensten Kircheuväter ließen es an
Ermahnungcn nich! fehlcn, diesen srommen
Brauch nnd Ujus, diesen schönen Act wahrer
Pietäl bcizubehallen. Die Gedichtnißfeier
aller Scelen aber als allgemeines Kirchenfest
finden wir erst von Odilo, Abt zn Clugny, im
Anfangc dcs clftcn Zahrhundcrls sür die Klö-
ster semcs Ordcns eingesührt. Dieje Einrich-
tung wurde nicht lange nachher auch von an-
dern Gcnosscnschatlen unb Bischösen, unter
denen Rüdiger, Bischof von Lnltich, der erste
gewesen jein soll, angeuommen. Diefen folgtrn
dald dic üdrigen Bischöse und die römische
Kirche jelbst, wodurch biesc Feicr eine allge-
meine wurde. Sie fällt aus den zweiten ober
wenn dicser ein Sonntag isr, aus den drittcn
November, alsv gerade m eine ZahrcSzeit, in
wclcher der entlaubte Wald mid die kahl ge-
worbene Flur an die Vergänglichkeit alles Zr-
dijchen mahnen. Die katholische Kirche begehl
die Ällerseelenfcier mil einem bejondern
Todtenopser; an vielen Orlen des tathotischen
Deutschiands (Altbayerii, Tyrol, Sleicrmark)
siudet eine Processton ftatt aus den Fricdhof
zu deu Gräbern deeen, die der Herr zu sich
gciivmmen. Es tann nur gcbilligt und gut
gehcißen werdcn, daß sich auch die Christen ber
evangelijch-protestantijcheii Consession diese schöne
und crhebcnde Erinncrungsseier an dic Dahin-
geschiedenen üi neuester Zeit angecignet und
in ihren Privatcnltus aujgenommen hadcn; die
Bikciuier des mosaischen GlaubenS bejitzen die-
selbe seit den ältesten Zeiten.

lH Hciöelderg, 3. Nov. So eben erst,
währenb schon der Druck der heutigen Zeitun-
gcn nahczu gcschlosscn sein wird, crhalren wir
daS ultramontane Flugblatt, welches stch be-
müht, die Kathotikcn Heidelbergs von der mor-
gen stattfindendcn Schulraths-Waht abzu-
haltcn. Dic Verdrehungen dicses Blatles im
Eiuzclnen zu wideriegen, dazu ist keine Zeit
mehr. Es ist aber eiue solche Widerlegung
auch uichl uothwendig; dcun die ultramoutanc
Fedcr siugt nur das alte Lied von Verletzung
der Gewisscnssreiheil u. s. w. Dic Männer,
dercn Parlcigcnossen Zudenlnaben stehlcn und
in Spanicn wie Jlalicn das blose Lcicn der
heiligcn Schrist nük Galeerenjtrafe belegen, in
Oefterreich nicht dulden, daß die Gebeüie sincS
Proteftanten auf dem katholischen Friedhos
ruhen, diese Leute klagen üder Beeinträchtigung
der Geivissensfrciheitl! Svllte ein Hcidclberger
so bcschränkt sein, durch solche Vorspicgelung

sich von der Schulrathswahl abhalten zu lassen?
Spaßhaft klingt es, wcnn die Ultraniontanen
in dem Flugdlaktc zur Gründung bcsonderer
Schulen die HerauSgabe des Schulvcrmögens
fordern. Dcr Staat wlrd ohne Zweifel sich
eincr solchen Gewissenlostgkeü nicht schuldig
machen; denn es ist seine Pflicht, durch Er-
ziehung wahrer Menjchen und Staatsbürger
den kirchlichen Frieden zu erhalten, nicht ader
einen zweiten dreißigjährigcn Krieg dnrch die
Jesuiten anschüren zu lasscn. Wir habcn die
feste Ueberzeugung, daß die Kathvliken Heidel-
bergs bei der SchulrathSwahl in zahlreicher
Betheiligung nicht hinter ihren protestantischen
Milbürgern und deu GlaubenSgenosseu der
Schwesterstadt Freiburg zurückbleibcn werdcn.

vermischte Nachrichtcit.

Die Direclion der k. k. priv. (^asbeleuchtunqsanstalt
der Jmperial-Coillinemal-Gasech'ociatiou in Wien hat
an die „Wiener Zlg." iolgende Zuschrifl gerichltt: „Wir
begegncien in der „Wiener Zlg." vom 14. Oct. einer
Miuheilung über die Heilnng des Keuchbustens, zu
deren Bekräfligung wir erfreulichc Belege aus den in
unferen Gasfadriken gesammellen Erfahrungen zu lie-
fern im Slande sind. Anch die Wiener Gasfabriken
find seil einigen Jahren von vielen mit dem Keuch-
husten behaflelen Kmdern besucht worden, welche schon
nach den ersten Tagen Erleichlerung sühlten und endlich
nach wiederholten Besuchen vou ihren Leiden befreit

. f . Aus dem Unterlande, 1. Nov. Mit Bezug

Hellerlegens in unserer Zeil als eine Gedanken-
losigkeit erscheine, da diese Kleinigkeiten nicht einmal
mehr den Werth des WillwenscherfleinS darsrellen.

Verloolungen.

Wien, 2. N v. Bei dcr heute stattgefundenen Ge-
winnziehung der österr. 500 fl.-Loose von 1860 ftelen

L5M5^Nr. 19 ZOOMO ^ ss^^8ne 14^312 "NO^18
50,000 fl.. Serie 16,708 Nr. 10 25.000 fl . Serie 12,741
Nr. 5 und Serie 3324 Nr. 20 je 10,000 fl.. Serie
8875 Nr. 6, Serie 8319 Nr. 20. Se,ie 1042 Nr. 14,
Serie 1042 Nr. 20. Serie 16.708 Nr. 7, Serie 7836
Nr. 17, Serie 14.012 Nr. 15, Serie 13.095 Nr 2,
Serie 17,416 Nr. 1, Serie 11,622 Nr. 3, Serie 19,876
Nr. 1, Serre 13,736 Nr. 2, Serie 5040 Nr. 17. Serie
1821 Nr. 4 nnb Serie 19,640 Nr. 4 je 5000 fi. Die
Auszahlung ersolgt am 1. Febrnar 1865. — Von cer
älteren SlaakSschulo wnrden Nr. 137 , Nr. 334 und
47 5 gezogcn.

Allcin ächt bei

ftj C. Weißgerber, Haspeigaffe .

D U t l" h^tt" '/siV' Z h

dulden, welcke sich in letzterer Zeit noch übe/ meh-
rere Theile ^>es Körprrs verbrciteten. Da ward
ich enblich — alles scither angewandte „icht Ab-
bülfe bringeno — burch ein Zeitungsblatt auf die
Or. ?attisoll8 Gichtwattt a^fmerksam gemacht. Gar

ich ein Paquet, blos um ihre Wirkung zu prüfen^
kommen, unb legte vor Scblafengrhen dasselbe auf
die Stelle, wo ich sckon lange die brenncn>sten
Schmerzen hatte erdulden müssen. Früh beim
Aufstehen war mein Schmerz verschwunven! aber
nun zogen wieder Schmerzen im rcchttn Beine,
rcchten Arm, Hand und Finqer umher. Rasch legte
ich die Watte auf die schmerzoaftesten Stellen und
nach mehreren Stunden hatten auch diese anfge-
hört.

Gar oft und viel litt tcb auch an starkem Brust-
kramps; scit des Gebrauchs dikser Gichtwatte hatte
lch auch noch keinen AnfaU mieder verspürt. Jch
empfchle auf bas Dringendste diese vorlrefflicke
Gichtwatte allen an rheumatischen Schmerzen Lci-
denden, ste mögen ihrrn Sitz haben wo sie wol
len, iudem es noch dazu ein so wohlfeilrö, als

Jch Wüt" n"tt" mchr

Rindorf, bei Neustadt a. d. S., 8. März 1862.

Chr. Weigand, Lehrer.

Vor etniger Zeit hatte ich die unsäglicksten
Sckinerzen im Halse, so daß ich kaum nock Flns-
stgkeitrn zu mir nebmen konnte, ich nahm von vr.
Pattison's Gicktwatte, umdüllte am Abeno den
Hals; am Morgen waren die Sckmerzen gänzlich
verschwunden.

Rapperswyl, 17. März 1863.

Jt». Oehringer.

Streulaub-Versteigerung.

Am Frrilag dcn 4. Novcmber d. Z-, Bonittllags 10
Uhr wcrd.ii in d-m^Schassn-r-iwald Distrikl Hrrr-nw-ld

loosweise versteigert.

Die Zujammenkunft ist bei der GraiSbachwicse.
Lobenseld, den 28 Oktober 1864.

Großh. Schafsuerei.

Bollin. _

Gesunden. Ein HaiiSschlüsscl
.iul dcm Schloß. Beim Castcllan
abzuholcn.
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