Heidelberger Zeitung — 1864 (Juli bis Dezember)

Seite: 544
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'D; 287. Dtenstag, 6. December


L8«L.

Auf dic „Heidclberger
Zeitung" kcmn man sich
noch sür den Monat
Derember mit 18 Kreuzern abonniren bei allen
Postanstalte», dc» Boten und Trägern, sowie
der Expedition (Schiffgasse Nr. 4).

* Politische Umschaii.

Zn Nassau, wo man die Versammlungen
liberaicr Abgeordneter und liberalcr Einwohner
in jedcr Weise verhinderte^ wurde gestattet, daß
zu Wiesbaden eine Wahlverjammlung der so-
genauuten Mittelpartei stattfindet. Auch soll
höyercn Orls gegen eine zu veranstaltende
Bürgerversammlung, wo alle xolitiichcn Par-
teieu vertreten sein sollcn, Nichts eingcwendet
wcrdcn, falls eine derartigc Vcrsammlung in
Aussichi genommen wird.

Prcußcn soll nach der „A. Z." gegen sormale
Satissaction in der Occupationsjrage matcrielle
Zugcsrändnisse in der Successionsjrage an Oester-
reich gemacht habcn.

Die „Berliner Abendzeitung" hört, die preu-
hische tltcgierung habe bie Absicht, dcm Herzog
»on Augujtenburg einc Summc GeldeS — man
erzähle vou s Million Thalern — anzubietcn,
wenn er auf seine Ansprüche zu Gunsten Preu-
ßenS verzichte.

Die „France" meldet aus St. Petersburg,
daß man von der Entlassung deS Fürsten
Gortschakoff fpreche. Die öffentlichc Meinung
bezeichue den Baron Budberg zu jeincm Nach-
solger.

Die Königin von Spanicn hat die Zöglingc
der Militärschule von Segovia begnadigt, welche
wegen Meulerei zu den Strafcompagnien vcr-
urtheilt waren.

Ziir Schleswig-Hoisteiii'schen
Eache.

Frankfurt, 1. Dec. Nach dahicr einge-
troffencn Nachrichtcn, beginncn jetzt auch die
jchleswig'schen Demonstrationen zu Gunsten
Friedrich VliU., wie solche seither nur von
den holsteinijchen Städten ausgingen. Dic
stadtischen Collegien in Husum und Eckcruförde
entsandlen Dcputationen an den Herzog; die
Städte Schleswig und Haderslcben werdcn
wahrscheinlich solgen. Hr. v. Zedlitz ist natürlich
hiervon nicht entzückt. (Wie bcrcits gemeldct ist
ciu Erlaß der Eommissäre crgangcn, wclchc
den SchleSwig'schen Bcamteu jcde Demonstra-
tion in vorstchender Richlung verbictet.)

kur Warnung
für deutsche GeschäftSleutc.

Dir deutsche R-chlsschutzverein in Lvndvn sühlt
sich verpfllcktrt, FolgruveS zur Kcnutnlß dcr dcut-
schcu GrschäiiSrvell zu dringrn.

Ze I-dhail r sick die eommercielleu Bezirhuugm
zwischcn'Euglaud und dem iLoutiurut grstallrn uud
je mehr iu Folge hirrvon deulschr Kaufleute und
Fabrikantrn grnrigt sind, Verbincuugen iu <Lng°
laud anzukuüpirn, riu desto relchrres F,Id birtrt
sich einer hirr tbr llnweseu Ireibrndru Llaff, von
Schwilldlrru für ibr insames Gew rbe, wrlchrs darin
besxbt, solcke, dic sich uicht vor ihrru Machinatio-
nrn zu hüten wisirn, uuter vem Schriue rrrller

pllindrrn. Mit wrlcher Ptanmäßigkrit niid welchem
Sckarssiune dirsrs Gewrrbe, leider zum großten
Tbrtle von Deutscheni die, wo es passrnb erscheint,
englisch klingende Namen annehmen, betrieben
wirb, daoon macht man fich in dem soiideu Deutsch-
land kaum etnrn Begriff; gewbhnlich stehrn mehrere

Dresden, 1. Dec. DaS „Dresd. Journ."
versichcrt, daß von Scitcn dcr pieußischen Re-
gierung an Sachsen nur ein buudeSsreundlicheS
Ersuchen zur Näumung dcr Hcrzogthümer er-
gangcn und von Sachsen mit einer Hinweisung
auf deu beim Bund eiiigebrachtcn sächsisch-n
Anlrag beantwortet sei. Die lächsisch- Regie-
rung wcrde selbstverständlich jedem llltajoriläts-
beschluß dcr Bundcsversammlung soforl nach-
kommen, wolle aber nicht cigenmächtig handcln.

Kiel, 2. Dcc. Gcstern Abend. hat dir her-
zogliche Landesregierung einstimmig den Be-
jchluß gefaßt, bei den Buudescommissären ihre
Entlafsung einzurcichen. Die Urjache zu diesem
Schritt liegt in dem Conflict der Meinungen
hinsichtlich der Finanzangclegeuheit.

Wien, 3. Dec. Ein österreichischcs Rund-
schrciben erklärt, das Aufhören der Mitbesetzung
HolsteinS beeinträchtige nicht die Geltung des
vollen RechtcS des BundeS auf dessen compe-
tcnzmäßige Entscheidung der Erbfolgefrage.

Deutschland.

Dnrwstadt, 3. Dec., Abends. Bei den
heutc vorgenommenen Gemeindcrathswahlen in
erster Klasse siegte die FortschrittSparlei mit
vier Candidaten gegen einen Conservativen.
Ju allen drei Klasscn sind jcchs Forlschritts-
candidaten gegen vier Conservativc und. zwei
gcmcinschaftlichc gewählt.

Frankfiirt, 3. Dec. (Osficiellc Mitthei-
lung üb-r die BundeStagssitzung vom 1. Dec.)
Von Seitcn dcr kaiscrlich österreichisch und der
königtich preußischen Regierung wird der Autrag
eingcbracht, hohe Bundcsversaminllliig wolle
das am 7. December v. A. beschlosscne Exe-
kutionsverfahren in den Herzogthümern Hol-
ftein und Laucnburg als beendct ansehen nnd
die mit dem Vollzuge desselbcn beaustragten
Regierungcn vom Köuigreich Sachsen und Han-
nover ersuchen, ihre Truppen aus den genann-
ten Herzogthümern zurückzuziehen, sowie die
vvn ihnen dahin abgcordnctcii Civilkommissäre
abzuberufen. Diesem Antrage werden von
Seitcn der kaiserlich östcrreichischen, königiich
preußischcn, sächsischen und hannover'schen
Herren Gesandten Erklärungen beigefügt und
wird dannach der Bcschlnß gcfaßt, denselbcn
am S. Dccember zur Abstimmung zu briugen.
Ein Vortrag des Militärausschusses übcr Jn-
terpretation einiger Bestimmuügen in dem Bun-
desverpflcguiigsrcglement wird zur demnächsii-
gsn Entscheidung mittelst Abstimmung auSge-
setzl. Schiießlich beschäftigte sich die BundeS-
vcrsammiuiig mit cinigen Privat-Eingaben.

bindung zum Zwecke gegenseitiger Auskiinft-Erthei-
lung, Wechsel-Ausstellung u. s. w., oft nehmen sie,
mit geringer Vcntation, die Namen bestehender

2) A"e>bieten von Darleben und Kapktalien;

3) Lff-rten von Stcllen für Handlungsbcflissrne,
Gouvernanten u. s. w.

Jn B zug nuf jeden einzklnen dirser Pnnkte könn-
tcn zablretchr B>ispirle angefi'ihrt werven. Möge
man also doch hinsichtlich derartiger Inserate und
Offerten äußersl vorsichtig sein!

Drr drutsche R-chtsschutzverrin bat rS sich zur
sprcirllen Aufgabe gemacht, nach Krä'ten diescm
37retbrn entgegenzntreten; zum g'ößten Thril aus
^anflrutcn brstkhend, fühlt er sich untrr rinrr ge-

Kaffel, 3. Dcc. Zn dcr gestern Nachmit-
tag auf Veranlassung der Rcgierüng stattge-
habtcn Sitzung der Stäudeversammlung wurde
derselben durch den LaiidlagSkommiffär ein lan-
desherrliches, v°n sämmilichen Ministern gegen-
gezcichnetes Anlworlschreiben auf die Adreffe
der Stände verkündet und nach Verlcsnng dem
Präfidentcn zngestellt. Der Knrfürst weist da-
rin die Adresse als einen die Schranken stin-
discher Wirksamkeit verletzenden Schritl zurück,
wcil sie, stätt in geziemendcr Ehrerbietnyg um
Abstellnng bestimmtcr etwaiger Beschwerden zu
bitten, in allgememm vagen Vorwürfen einc
nnbefugie Kritik selbst Regieruiigsperioden sei-
ner Vorfahren hcreinziehe und sogar nicht An-
stand nehme, Zweifel an dem Willen seiner
Regierung znr Ersüllunz der Verheißungeii deö
Junipatents auszusprechen. Es wird das höchste
Befremden darüber auSgedrückt, die Zustände
dcs LandeS von seinen Vertrelern in solcher
Weise getadelt und 'die Thätigkeit der Rcgie-
rnng verkannt zn seheitj insbesvndcre aber wird
hinsichtlich des Znnipatents zu bedenken gege.
ben, daß die Regiernng allen Zujagen dessclben
bereits nachgekommen sei, und der noch nscht
ersolgte Abschluß der VerfassungSangelegen-
heit lediglich der Ständeversammlmig zur Laft
gelegt werden müsse, welche solchcn aus Kosten
der unveräußerlichen Prärogative der Krone
nno einer gesichertcn StaatSordnung zu erzie-
len gedenke und namenliich zur Vcreinbarung
einer ncuen Wahlordnung sich HLtte bereit fin-
den lassen sdllen. Jndem der Kursürst die
Ständcversammlung aus Erledigung dieser ietz'-
teren Angelegenheit verweist, weil sie vom
Standpunkte seiner Regierung aus die erste
und fiiiidamentale Vorausfetziing jeder gedcih-
lichen Beilcgung des Slreits bilde, zugleich abcr
erklärt, daß seine Regiernng nicht ablassen werde,
auch nnter Mitwirknng der jetzlgen Landesver-
tretung der Besörberung der LandeSwdhlfayrt
sich aiizunehmeil, lehnt er die Bitte derAdresse
ab, seiner Regierung ein raschereS Handeln
noch besonders zur Pflicht zu machen, da er
vielmehr einer treuen Pflichterfkllung zu der-
selben sich vcrsehe, dahingegcn aber auch von
dcr Ständeverjammlung erwarte, daß ste sich
künflig eines jrden mit seiner Antorität unver-
, einbartichen Schrittes cnthalte.

Wic«, 30. Novbr. (Verhandlungcn deS
RcichSrathS vom 29. Fortsetzung der Adreß-
dedatte). Abg. Berger: DaS Ziel, welches dic
Adresse sowohl beznglich dcr inneren, als der
äußeren Lage Oesterreichs im Auge habes lässe
sich in dcn beiden Worten zuiammenfassen:
Selbsterkcnntniß und Umkehr. Die Jsolirlhcit

; merciellen dcutf^cn Lolonic in Lonvon nicht IN

Ein Spccicilcomtte inncrbalb des Vcrcins besaßt
sich mit solchcn FäUcn ausschlicßlich, uno hat dercn
brreits etnc Anzahl mit gutcm Ersolge zn Endc
gesührt und die Bcorohtcn vor Verlustkii gcreltct;
cS grlang, Waarc hcrauszube ommen, dlc bcrcit»
ais vcrloren bctrachlel wordcn war, und dic Gcl-
tcndmachuug von Acccptcn zn vcrhlndcrn, dlc ln
Erlvartnng cincs Biar-Aiilchcns ausgcstclll wur-
dcn, stalt ccsscu dic Bclrogcneu, wrlche dtc Ziiiscn

rcit in dcrarligen Aiigelcgcnbeiten mil Rälb und
Tbat zu dlrncn, und biltcii sogar sclbst dringrnd
darnm, scibst wo unsere Thängkcit von kclncm
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