Böker, Doris [Hrsg.]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 19): Landkreis Cuxhaven — Braunschweig, 1997

Seite: 11
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Vorwort

Der in dem vorliegenden Denkmaltopographieband dargestellte Landkreis Cuxhaven, ge-
kennzeichnet durch seine geographische Randlage im Norden Niedersachsens, fand als
Denkmallandschaft = selbst in Fachkreisen = bislang vergleichsweise wenig Interesse. In
seiner Geschichte konnte er kaum als ein Bereich überregional bedeutsamen künstleri-
schen und architektonischen Schaffens in Erscheinung treten. Vielmehr unterlag er Einflüs-
sen benachbarter Regionen, deren Anregungen aufgegriffen und weiter verarbeitet wur-
den. In dieseam Zusammenhang übten insbesondere die beiden kulturellen Zentren Bre-
men und Hamburg eine nicht zuletzt auf politischen Verflechtungen beruhende Wirkung
aus.

Der moderne Denkmalbegriff, der nicht nur den herausragenden Baudenkmalen, sondern
besonders auch den architektonischen Zeugen der Alltagskultur verpflichtet ist, eröffnete
vielfach erst den Blick für die Bedeutung der auch den Landkreis Cuxhaven prägenden
komplexen Zusammenhänge zwischen topographischen Gegebenheiten, Wirtschafts- und
Siedlungsstrukturen sowie den jeweiligen ländlichen Haus- und Hofformen. Selten ist der
naturräumliche Einfluß auf die Denkmallandschaft so gut nachvollziehbar wie in diesem
durch die Nähe zum Meer und die Lage an den Mündungsarmen von Elbe und Weser cha-
rakterisierten Gebiet, dessen Besiedlung und Kultivierung mit Hilfe des technisch ständig
fortschreitenden Küstenschutzes unmittelbar in Aohängigkeit von geographischen und kli-
matischen Verhältnissen erfolgte. In diesem Rahmen erlangen auch die wasserbautechni-
schen Anlagen, allen voran die Deichbauten, einen herausragenden Stellenwert.

Ferner zeichnen den Landkreis eine stattliche Anzahl von Kirchen sowie Herrensitze des
Landadels aus. Den größten Anteil an Baudenkmalen stellt jedoch der ländliche Wohn- und
Wirtschaftsgebäudebestand dar. Besonders diese Bautengruppe, der ein erheblicher
Identifikationswert zukommt, unterliegt aufgrund des in den letzten Jahrzehnten stattfin-
denden Strukturwandels in der Landwirtschaft einem erhöhten Veränderungsdruck und bil-
det den Schwerpunkt des denkmalpflegerischen Handelns im Landkreis Cuxhaven. Zahl-
reiche Verluste allein während des Bearbeitungszeitraums machen die Dringlichkeit deut-
lich, mit der es auch in Zeiten knapper staatlicher Finanzmittel gilt, die Öffentlichkeit für ihre
Verantwortung in bezug auf die Erhaltung des historischen Erbes zu sensibilisieren.

Die 1979 von der Vereinigung der Landesdenkmalpfleger initiierte „Denkmaltopographie
Bundesrepublik Deutschland“, in deren Reihe der vorliegende Band erscheint, leistet hier-
zu einen wesentlichen Beitrag, indem sie den Reichtum an Baudenkmalen im Gesamtzu-
sammenhang ihrer unterschiedlichen Siedlungsformen vorstellt, deren Bedeutung und
Wert erläutert und und darüber hinaus allen an ihrer Erhaltung und Pflege beteiligten Part-
nern eine verläßliche fachliche Handreichung für den täglichen praktischen Umgang mit
diesem Kulturgut bietet.

Der hiermit vorgelegte Band verdankt sein Erscheinen einer gemeinschaftlichen Anstren-
gung vieler Beteiligter. Das Grundlagenmaterial in Form einer flächendeckenden Inventari-
sation der historischen Bausubstanz wurde zwischen Oktober 1985 und September 1989
von mehreren Arbeitsgruppen in einem vom Landkreis finanzierten Projekt unter fachlicher
Leitung des Instituts für Denkmalpflege erarbeitet. Hervorzuheben ist die Unterstützung,
die der Autorin durch den Landkreis und die Stadt Cuxhaven entgegengebracht wurde. Ein
besonderer Dank für die gute Zusammenarbeit gilt Frau B. Greiner und Herrn G. Steinke
von der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises, Herrn P. Schlichting von der
Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Cuxhaven, Herrn A. J. Behne und Herrn G. Hoff-
mann vom Kreisarchiv in Otterndorf, Herrn A. Wendowski-Schünemann von der archäo-
logischen Denkmalpflege der Stadt Cuxhaven, Herrn T. Thees vom Stadtarchiv Cuxhaven
und Herrn D. Peters vom Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven. Nicht zuletzt sei
den zahlreichen Denkmaleigentümern und -bewohnern gedankt, die mit ihrem freundli-
chen Entgegenkommen die Denkmalbewertung vor Ort erleichterten. An der Finanzierung
der Kosten für die Drucklegung haben sich dankenswerterweise der Landkreis Cuxhaven,
der Landschaftsverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden sowie vor al-
lem die Kulturstittung der Kreissparkasse Wesermünde-Hadeln und die Arbeitsgemein-
schaft der Volks- und Raiffeisenbanken im Landkreis Cuxhaven durch die Bereitstellung er-
heblicher Mittel beteiligt.

Für ihr Engagement und die sorgfältige Bearbeitung, mit der sie den Band erstellt hat, sei
insbesondere der Autorin Frau D. Böker nachdrücklich gedankt, ebenso Frau B. Knoche,
die für die Fotodokumentation verantwortlich zeichnet, sowie allen anderen Mitarbeitern
meines Hauses, die am Entstehen mitgewirkt haben.

Dr. Christiane Segers-Glocke
Landeskonservatorin


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