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Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 19): Landkreis Cuxhaven — Braunschweig, 1997

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https://doi.org/10.11588/diglit.44259#0186

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prägt ist, fällt als herausragendes Ausstattungs-
stück das zweigeschossige Altarretabel auf.
1686/87 von dem Hamburger Bildhauer Albrecht
Mitte geschaffen, wird es durch gewundene
Säulchen gegliedert und zeigt neben dem ge-
schnitzten Kruzifix in der Mitte begleitende Apo-
stelfiguren und reich geschnitzte Ohren. Die wohl
1688 umgebaute Kanzel darf als ein frühes Werk
des Michael Ringkmacher aus der 1. Hälfte des
17.Jh. gelten. Mehrere Epitaphien, Votivgemälde
und Pastorenbilder des 17.-19.Jh. runden das In-
terieur ab. Auf dem inzwischen nach Süden er-
weiterten Friedhof haben sich zahlreiche Grab-
platten und -stelen des 17.-19.Jh. erhalten.

Die nach Plänen von Achmet Steinmetz nordöst-
lich der Kirche errichtete Schule wurde am
30.11.1912 eingeweiht (Papenstr. 4). Dem in
ausgewogenen Proportionen zweigeschossig
aufgeführten Ziegelbau, abgeschlossen von ei-
nem Walmdach und strukturiert durch die gleich-
mäßige Reihung von Lisenen, ist auf der nördli-
chen Traufseite asymmetrisch ein Eingangstrakt
unter einem Mansardgiebeldach vorgelegt, der
den strengen Habitus des Gebäudes mildert.

Das westlich giebelständig angegliederte Wohn-
haus, dessen aufwendig in Fachwerk gestaltetes
Giebeldreieck einen Blickfang bildet, folgt den ar-
Cchitektonischen Vorstellungen des _Heimat-
schutzes.

CUXHAVEN - LÜDINGWORTH

Die Gemarkung Lüdingworth liegt im Hadelner
Hochland zwischen Altenbruch im Norden und
Nordleda im Süden. Belegt ist das Kirchspiel Lü-
dingworth erstmals in einer Urkunde des Erzbi-
schofs Giselbert von 1298, in der er eine Zehnt-
schenkung an das Kloster Altenwalde bestätigt.
Die Schultheißen Lüdingworths, das zusammen
mit Altenbruch und Nordleda das erste schriftli-
che Recht Hadelns verfaßte, nahmen zeitweise
im politischen Leben des Landes eine herausra-
gende Rolle ein.

Durch den jetzigen Altenbrucher-Kanal in ein We-
ster- und Osterende unterteilt, erstreckt sich die
Strichsiedilung Lüdingworth entlang der heuti-
gen Kreisstraße 9 über 13 Kilometer Länge. An-

nähernd die Mitte nimmt die Wurt des Kirchdorfs
mit der Kirche als Zentrum ein. Die Anordnung
der Grundstücke um die Kirche läßt die kreisför-
mige Gestalt der ursprünglichen Siedlung noch
erahnen. Am nordwestlichen Ortsrand dehnt sich
nach Norden ein Neubaugebiet aus.

Ev. Kirche St. Jacobus d. Ä.

An der Jacobistraße erhebt sich die im Kern auf
die Zeit um 1200 zurückgehende Saalkirche mit
Hallenchor über langrechteckigem Grundriß. Der
dem Schiff im Westen vorgelagerte Backstein-
turm über quadratischem Grundriß aus der Zeit
um 1520, der mit seiner Traufe den First des
Schiffes kaum überragt, erhielt zu Beginn des
18.Jh. einen achtgratigen, im unteren Teil ge-
schweiften Helm. Das in Feldsteinmauerwerk
aufgeführte Schiff als ältester Teil der Kirche be-
sitzt noch drei ursprüngliche rundbogige Fenster
an der Nordseite, während die übrigen Fenster,
schon um 1500 verändert, teilweise zu Beginn
des 19.Jh. vergrößert wurden. Das romanische
Portal der Südseite erfuhr eine Erneuerung im































































































Lüdingworth, Kirche St. Jacobus d. Ä., Grundriß (Kiecker, 1956, S. 172)



Lüdingworth, Kirche St. Jacobus d. Ä., Ansicht von Norden

(Aufn. 1955)



Kirche St. Jacobus d. Ä., Taufkessel, Anf. 14.Jh.



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