Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 19): Landkreis Cuxhaven — Braunschweig, 1997

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Dobrock, Hasenbeckallee 33, 35, ehem. Forsthaus Dobrock



hende Scheune mit vertikaler Verbretterung kom-
plettiert die Anlage.

Im Bereich des Haubuschs, der den Übergang
zwischen Speckenweg und Süderleda markiert
und von dem aus sich ein schmaler Waldstreifen
bis zu dem Waldgebiet des Großen Ahlen auf ei-
ner Geestinsel hinzieht, wurde 1883 das Forst-
haus Wanna erbaut (Haubusch 4). Der schlichte
Ziegelbau fällt durch das hohe Drempelgeschoß
und die beiden Freigebinde mit verzierten Füll-
brettern und Hängesäule auf.

WINGST

Das sich in Ost-West-Richtung über etwa neun
Kilometer, in Nord-Süd-Richtung über etwa
sechs Kilometer ausdehnende Gebiet der Ge-
meinde Wingst umfaßt unter Eingliederung der
vormals selbständigen Orte Oppeln im Westen
und Voigtding im Osten die Geestinsel Wingst mit
den angrenzenden Randmooren und Marschen.
Höchste Erhebung des Geestrückens der Wingst
— der Forst „Winx“ wird 1301 in einer bremisch-
erzbischöflichen Urkunde genannt — ist der 74
Meter hohe Silberberg. Weitere Kuppen finden
sich an dem im Vergleich zum Westrand steileren
Osthang, den zahlreiche, vielfach von Westen
nach Osten verlaufende Bäche zerteilen. Diese
heute in das Grabensystem der Marsch einmün-
denden Gewässer sind für die Vermoorung des
umliegenden Sietlandes verantwortlich. Gegen
das in die Marsch eindringende Geestwasser
schützte ein Deich am Ostrand der Wingst, des-
sen Linie die von Hemmoor nach Cadenberge
führende Bundesstraße 73 benutzt.

Die sich ringförmig um den Höhenzug legenden
Siedlungen, der nach archäologischen Funden
von Hügelgräbern und Urnen bereits in vorge-
schichtlicher Zeit bewohnt war, wurden auf dem
festen Untergrund des trockenen Geestrandes
gegründet, von dem aus das ertragreiche
Marschland bewirtschaftet werden konnte. Um
1750 existierten 24 Siedlungen mit insgesamt
192 Feuerstellen, von denen Wingst, Dobrock,



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