Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 19): Landkreis Cuxhaven — Braunschweig, 1997

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CUXHAVEN
Geschichtlicher Überblick

Die an der Landspitze zwischen Elbe- und We-
sermündung gelegene Stadt Cuxhaven umfaßt
heute ein ca. 161 Quadratkilometer großes Ge-
biet, das im Westen Anteil an dem Geestrücken
der Hohen Lieth und im Osten an der Elbmarsch
hat. Cuxhaven war 1872 als Landgemeinde, der
1905 bereits Döse zugeschlagen wurde, aus den
beiden Teilen Ritzebüttel und der Hafensiedlung
Cuxhaven gebildet worden und erhielt 1907
Stadtrechte. Nach den 1935 vollzogenen Einge-
meindungen der Ortschaften Groden mit Ab-
schnede, Wester- und Süderwisch, Stickenbüttel,
Duhnen und Neuwerk mit Scharhörn betrug die
Zahl der Einwohner etwa 33.000. Durch das
Groß-Hamburg-Gesetz vom 01.04.1937 ging
Cuxhaven unter Bildung eines Stadtkreises vom
Land Hamburg auf das Land Preußen über. Die
Inseln Neuwerk und Scharhörn gelangten 1969
an Hamburg zurück. Weitere Eingemeindungen
fanden in den Jahren 1970-72 statt: Zunächst
kamen 1970 Holte-Spangen und Sahlenburg zu

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Cuxhaven, 1971 Berensch-Arensch und schließ-
lich 1972 Altenwalde mit Gudendorf und Fran-
zenburg sowie die alten Hadelner Dörfer Alten-
bruch und Lüdingworth. Mit diesen Eingemein-
dungen war die Einwohnerzahl von ca. 48.000
auf ca. 60.000 angestiegen. Als „Große selbstän-
dige Stadt“ wurde Cuxhaven am 01.08.1977 in
den neugegründeten Landkreis Cuxhaven einge-
gliedert und zum Sitz der Kreisverwaltung be-
stimmt.

Keimzelle der Stadt ist die Siedlung Ritzebüttel,
deren Gründung etwa im 10.Jh. angenommen
werden kann. Indes fehlen bisher archäologische
Belege für diese Vermutung. Wohl im Verlauf der
Marschbesiedlung ließ sich hier das seit 1315 in
Hadeln nachgewiesene Grundherrengeschlecht
der Lappe nieder und errichtete am Ufer eines
damals noch schiffbaren Priels einen Sitz, um
eine Territorialherrschaft an dem strategisch
wichtigen Punkt der Einfahrt in die Elbe zu eta-
blieren. In einer von „Voldericus dictus Lappe,
vicecomes in Wolde et Groden“ 1325 besiegel-
ten Urkunde wird erstmals der Name „Ritsbutle“
genannt. Die Existenz einer „Steenborch“, aller-

dings ohne Ortsangabe, belegt erst eine Urkun-
de des Jahres 1342. Der dendrochronologisch
um 1340 zu datierende Fund einer Brunnenbohle
während der archäologischen Untersuchung am
Schloß Ritzebüttel in den achtziger Jahren unse-
res Jahrhunderts deutet jedoch aufgrund der
Fundumstände auf einen Zusammenhang des
bestehenden Wohn-Wehrturms mit dem Lappe-
Bau hin. Urkundlich ist ein „Schloß“ in Ritzebüttel
1370 eindeutig nachgewiesen.

Die Sicherung der Landspitze an der Elbe war
insbesondere für Hamburg von großem Interes-
se. Die Stadt hatte bereits 1299 mit den Hadelner
Landesherren, den Herzögen von Sachsen-Lau-
enburg, einen Vertrag geschlossen, in dessen
Folge von 1300 bis 1310 auf einer vorgelagerten
Insel ein als politischer Stützpunkt und Seezei-
chen dienender Turm errichtet wurde, der als
„Neuwerk“ der Insel den Namen gab. Die Lappe
übernahmen zunächst für Hamburg den Schutz
der Schiffahrt vor Überfällen, gerieten jedoch zu-
nehmend in Abhängigkeit gegenüber der Stadt,
an die sie 1372 die Kirchspiele Groden und Alten-
walde verpfänden mußten, darüber hinaus dann

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Cuxhaven, Karte des Amtes Ritzebüttel von Johan Schröter, 1594 (Stadtarchiv Cuxhaven, Ka 1878)

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