Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Metadaten

Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 19): Landkreis Cuxhaven — Braunschweig, 1997

DOI Page / Citation link: 
https://doi.org/10.11588/diglit.44259#0126

DWork-Logo
Overview
loading ...
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
besitzt das 1902 in neubarocken Formen aufge-
führte Haus Wollingster Str. 2 mit säulengetra-
genem Mittelrisalit einen deutlich repräsentativen
Akzent.

BEVERSTEDT - WACHHOLZ

Der nordwestlich an Beverstedt angrenzende
Ortsteil Wachholz mit dem gleichnamigen Wald-
stück präsentiert sich heute als ein von Einfamili-
enhäusern bestandenes Neubaugebiet. Der im
Wald gelegene Hof des in der Mitte des 17.Jh.
eingesetzten Holzvogtes stellt das einzige Relikt
der ursprünglichen Bebauung dar (1759 gab es
vier Feuerstellen). Das 1781 errichtete Wohnwirt-
schaftsgebäude (Wachholz 4) von fast 27 Me-
tern Länge zeigt ein regelmäßiges Fachwerk mit
Streben über dem Dielentor.

Im Innern des 1981/82 restaurierten und heute
als Sitz des Heimatvereins dienenden Gebäudes
mit dem ursprünglichen Flettdielengrundriß sind
die reich profilierten Kopfbänder an den Lucht-
balken bemerkenswert.



Osterndorf, Körnerstr. 2a



MA

Osterndorf, Wollingster Str. 2, Herrenhaus, 1902

BEVERSTEDT - WELLEN

Am Rande des Forstes Sellhorst liegt nahe der
südlichen Kreisgrenze das kleine Haufendorf
Wellen auf einer bis zu 20 Meter über NN hohen
Geestinsel, die im Süden und Westen vom Welle-
ner Bach und im Norden von der Lune umrandet
wird. Bekanntestes Denkmal in der Wellener
Feldmark sind die Reste der 1212 zerstörten, erz-
bischöflichen Monsilienburg auf einem Moränen-
hügel an der Lune.

Die zumeist Ende des 19.Jh. erneuerte Bausub-
stanz der Hofanlagen, die zu beiden Seiten der in
Nord-Süd-Richtung verlaufenden Dorfstraße und
deren Nebenstraßen angeordnet sind, ist zum
großen Teil stark überformt. In der Dorfmitte, im
Mündungsdreieck von Dorfstraße und dem von
Süden kommenden Hellingster Weg, bildet die
leicht erhöhte, eichenbestandene Parzelle Hel-
lingster Weg 6 mit ihrer Feldsteineinfriedung ein
wichtiges ortsbildprägendes Element. Das trauf-
ständig zum Hellingster Weg stehende Hallen-
haus, dessen Wirtschaftsgiebel laut Inschrift
1704 errichtet wurde, gehört mit dem dendro-



Chronologisch auf das Fälljahr 1522 datierten In-
nengerüst zu den ältesten bekannten Zweistän-
derbauten Niedersachsens. Das Kammerfach
wurde 1764 angefügt. Vervollständigt wird das
Ensemble durch einen um 1750 errichteten Stall
unter Vollwalm.

Weitere denkmalwerte Bausubstanz findet sich
am Ortsrand, z.B. in südlicher Richtung an der
Waldstraße. Der Zweiständerbau Waldstr. 19,
der laut Inschrift 1796 errichtet wurde und sich
durch ein engmaschiges Fachwerkgitter im Gie-
beltrapez auszeichnet, erhielt um 1920 als Anbau
ein zum First quergestelltes Wohnhaus unter Sat-
teldach. Die altertümliche Wirkung wird bei der
wohl 1860 erbauten Querdurchfahrtscheune
Waldstr. 8 durch das Vollwalmdach und die ge-
bogenen Eckstreben hervorgerufen. Bei dem
Wohnwirtschaftsgebäude Aher Weg 20 handelt
es sich um einen wohl hierhin versetzten Zwei-
ständerbau in Unterrähmkonstruktion mit zweifa-
chigem Flett und anschlieBendem Kammerfach.
Auffallend ist die Vorkragung am Wirtschaftsgie-
bel, dessen Gefache teilweise mit Lehmstakung
ausgefüllt sind. Die verzierten Karniesknaggen







Osterndorf, Körnerstr. 2a, Veranda



122
 
Annotationen