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Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 19): Landkreis Cuxhaven — Braunschweig, 1997

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https://doi.org/10.11588/diglit.44259#0156

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le wider. Auf dem Grundstück Deichstr. 10 ließ
sich der Apotheker Voß 1894/95 ein traufständi-
ges Wohn-/Geschäftshaus in gemäßigter histori-
sierender Formensprache errichten, wobei der
südöstliche Geschäftstrakt mit drei Geschossen
den zweigeschossigen Wohntrakt überragt. Die
Häuser Deichstr. 4 (erb. 1900) und Nr. 9 (erb.
1899 auf dem ehemaligen Mühlengrundstück)
gehen beide auf Entwürfe des Architekten Ru-
dolph Glocke zurück, der die Fassaden mit auf-
wendigem Dekor im Stil des französischen Roko-
ko gestaltete. Die Baulücke zwischen Nr. 4 und
Nr. 10 wurde 1910 geschlossen, als der Rechts-
anwalt R. Utermark und der Architekt Richard Al-
berts, der auch die Pläne lieferte, hier ein trauf-
ständiges Doppelwohn-/Geschäftshaus erstell-
ten (Deichstr. 5, 6, 7, 8). Vier Zwerchgiebel, die
beiden äußeren in Mansarddachform, die beiden
mittleren als geschweifter Knickgiebel ausgebil-
det, überfangen jeweils drei Achsen und sugge-
rfieren die Giebelständigkeit der paarweise axial-
symmetrisch konzipierten Gebäude. Mit Loggien
in den beiden Obergeschossen, Fensterstürzen
aus Naturstein und einem quaderimitierenden
Putzfugennetz fügen sich die an den Heimatstil
anknüpfenden Fassaden zu einer homogenen
Gruppe zusammen, in die allerdings die
nachträgliche Veränderung der Erdgeschoßzone
störend eingreift. Das Eckhaus an der Konrad-
Adenauer-Allee, Deichstr. 12, von einem Anbau
im Südwesten (1934) und einem weiteren im
Nordwesten (1936) eingefaßt, wurde als Dienst-
und Wohngebäude des Lotsenkommandeurs
1840/41 errichtet. Entsprechend klassizistischen
Vorstellungen ist das Gebäude als zweigeschos-
siger, verputzter Kubus mit Mezzanin unter fla-
chem Walmdach sowie fünfachsiger Fassade zur
Deichstraße hin konzipiert und wird lediglich
durch Sohlbankgesimse horizontal gegliedert.
Auf dem nördlich folgenden Eckgrundstück
Deichstr. 12a wurde nach zweijähriger Bauzeit
am 16.07.1904 ein Amtsgerichtsgebäude einge-
weiht. In zeittypischer Manier für diese Art des
Verwaltungsbaus gestaltete man das verputzte
Gebäude im Stil der deutschen Renaissance mit
Sandsteingliederungen, einem repräsentativen,
rosettengeschmückten Giebel und einem Säu-
lenportal. 1929 um vier südliche Achsen in glei-
chen Architekturformen verlängert, umfaßt es
heute insgesamt neun Achsen. Dem 1905 west-
lich vom Hauptbau fertiggestellten, zweigeschos-
sigen Gefängnis, dessen Mauerflächen durch
den Wechsel von hellem Putz und Gliederungs-
elementen in rotem Ziegel belebt werden, wurde
im Cuxhavener Tageblatt zur Eröffnung ein
freundlicher Eindruck attestiert. Schon bei der
1897/98 erbauten Polizeiwache (Deichstr. 13a)
hatte man auf das Formenrepertoire der deut-
schen Renaissance zurückgegriffen, um dem
über winkligem Grundriß zweigeschossig ange-
legten Gebäude mit Krüppelwalmdach eine hi-
storisch legitimierte Solidität zu verleihen, verbun-
den mit einem repräsentativen Anspruch. Zu
dem malerisch wirkenden Gesamteindruck trägt
der Kontrast zwischen den lichtgelben, von
Rauhputz überzogenen Flächen und den roten
Sandsteineinfassungen der Fenster und Gebäu-
deecken bei, vor allem aber die Gestaltung des
giebelständig zur Deichstraße vortretenden Ge-
bäudetrakts mit seinen säulengestützten Log-
giaöffnungen und der von einem rosettenge-
schmückten Giebel überfangenen, erkerartig
TI vorgezogenen Mittelachse. In dem dreigeschos-
sigen Wohn-/Geschäftshaus Deichstr. 20, einem

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Deichstr. 12a, Amtsgericht, Ostfassade, 1902-04



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