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Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 19): Landkreis Cuxhaven — Braunschweig, 1997

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https://doi.org/10.11588/diglit.44259#0206

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Transportweg, z.B. für den Torfhandel und die
seit der 2. Hälfte des 19.Jh. prosperierenden Zie-
geleien, verlor die Oste durch die Eröffnung der
Bahnlinie Cuxhaven-Stade-Harburg 1881. Die Ei-
senbahnstrecke überquert die Oste südöstlich
von Hechthausen auf einer am 10.8.1945 in Be-
trieb genommenen Brücke, deren 1939 fertigge-
stellte Vorgängerin am 3.5.1945 gesprengt wor-
den war. Konstruktiv handelt es sich bei diesem
technischen Kulturdenkmal um eine Balken-
brücke aus genietetem Stahlfachwerk. Den in
Ost-West-Richtung verlaufenden Hauptverkehrs-
weg Hechthausens stellt im Verlauf der B 73 die
Hauptstraße dar. Von ihr zweigt nördlich die zur
Fährstelle führende Mühlenstraße ab. Mit Eröff-
nung der weiter südlich 1935 angelegten
Straßenbrücke wurde der Fährbetrieb eingestellt.
An die einstige Bedeutung des Platzes erinnert
die über dreigeschossigem Ziegelunterbau auf-
ragende Galerieholländermühle (erb. 1840), de-
ren Kappe mit Flügelkreuz und Windrose 1993
erneuert wurde (Mühlenstr. 22). Das zugehörige
Lagerhaus, ein zweigeschossiger, lisenengeglie-
derter Ziegelbau mit Drempelgeschoß, wurde
erst im letzten Drittel des 19.Jh. hinzugefügt.

% All UM Vi VE 4 Z RE haltene Jahrmärkte. Ihre Funktion als wichtigster
I





Ev. Kirche St. Marien

Südlich der Kreuzung von Hauptstraße, Schul-
weg und Marktplatz und damit den Mittelpunkt
der Ortschaft prägend, erhebt sich die ev. Kirche.
Der schlichte Rechtecksaal, dessen Westwand
Reste eines Feldsteinbaus des 13.Jh. enthält,
wurde um 1500 in Backstein aufgeführt und
1630/40 einer gründlichen Instandsetzung unter-
zogen (u.a. Erneuerung des Ostgiebels, Anlage
der großen Rundbogenfenster). Den hölzernen
Glockenturm im Westen ersetzte 1975 ein Back-
steinneubau.

Von der Ausstattung des Inneren, das Mitte des
17.Jh. eine hölzerne Segmentbogentonne und
eine dreiseitige Empore erhielt, sind der 1632 da-
tierte Flügelaltar mit Gemälden, der mit Knorpel-
werk verzierte Taufstein in Pokalform von 1642
und die 1635 geschaffene Kanzel hervorhebens-
wert. Eine reich geschnitzte, um 1640 gearbeitete
Prieche sowie zwei Sandsteinepitaphien der Fa-
milie von Marschalck aus dem späten 17.Jh.
komplettieren das Interieur. Das Erbbegräbnis
dieser eng mit der Geschichte des Kirchspiels
verbundenen Familie, deren Name sich von dem
Amt des Erbmarschalls im Dienst des Bremer
Erzbischofs ableitete, befindet sich auf dem
Friedhof am westlichen Ortsrand (Am Friedhof).
Es wurde in Form eines leicht erhöhten, von
Scheinzypressen umfriedeten Rondells gestaltet,
dessen Mitte ein 1845 aufgestellter Obelisk ein-
nimmt und an dessen Fuß sechs gußeiserne
Grabkreuze des 19.Jh. stehen.



Im Ortskern, in dem 1865 bei einem Brand 26
ZZ : Gebäude verlorengingen, kommt nur dem süd-
lich der Kirche stehenden Wohnhaus Hutloher
Str. 2 Denkmalqualität zu. Es handelt sich um ei-
nen klassizistischen Fachwerk- bzw. Ziegelbau,
der um 1800 über L-förmigem Grundriß errichtet
wurde. Der um 1900 mit weitem Überstand ver-
änderte Dachstuhl wurde nach einem Brand
1989 wiederhergestellt. Die übrige denkmalwerte
Architektur findet sich in den Ortsrandlagen, u.a.
mit dem kleinen Zweiständerbau Feldstr. 16,

Se %
TIL



Hechthausen, Kirche St. Marien, Ansicht von Süden



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