Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 19): Landkreis Cuxhaven — Braunschweig, 1997

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des Wirtschaftsgiebels ist dagegen in Fachwerk
konstruiert.

Nordwestlich von Dreihausendorf, am Zusam-
menfluß der Medem und mehrerer großer Wet-
tern, deren System nach dem Bau des Hadelner
Kanals verbessert worden war, wurde 1928 im
Zusammenhang eines das gesamte Sietland be-
treffenden Entwässerungskonzepts am Über-
gang vom Sietland zur Hohen Marsch ein Stufen-
schöpfwerk erbaut (Am Schöpfwerk 2; die zwei-
te Stufe stellt das Großschöpfwerk in Otterndorf
dar). Die beiden Pumpen, ursprünglich durch
zwei Dieselmotoren von je 175 PS betrieben, be-
saßen je zwei Ausläufe mit zwei Stemmtorpaa-
ren. Auf der Ostseite wurde eine kleine Schiff-
schleuse mit einer Durchfahrtbreite von drei
Metern angelegt. Der eingeschossige, blenden-
gegliederte Ziegelbau unter Walmdach mit zwei
Vorbauten an der Nordseite, innerhalb der hoch-
rechteckigen Fensterfelder Elemente des expres-
sionistischen Ziegelbaus aufnehmend, wurde
1943/44 durch einen mittigen Dachaufbau verän-
dert, der den durch die Umstellung der Ostpum-
pe auf Elektro-Antrieb erforderlich gewordenen
Transformator aufnahm. Der Dieselantrieb für die
Westpumpe ist 1956 durch einen 250 PS starken
8-Zylinder-Dieselmotor (Fabrikat MAN) ersetzt
worden.

Die Strichwege südlich Ihlienworths weisen eine
sehr unterschiedliche, schon auf der Kurhanno-
verschen Landesaufnahme von 1768 ablesbare
Siedlungsdichte auf. So zeigt die Östliche Sied-
lung, Siedenteil, die nördlich nach Osterbruch
überleitet und sich südlich auf Odisheimer Gebiet
fortsetzt, eine weiträumig auseinandergezogene
Bebauung. Auf dem Hof Siedenteil 22 gibt das
1877 datierte Altenteilerhaus mit kleinem Wirt-
schaftsteil ein Beispiel für die sich in dieser Regi-
on in der 2. Hälfte des 19.Jh. durchsetzende Zie-
gelbauweise unter Bevorzugung des Satteldachs
und der charakteristischen Ziersetzungen. Eine
dichtere Abfolge der Hofanlagen ist beiderseits
der Mislager Wettern zu beobachten, an deren
Ostseite der zugehörige Strichweg entlangführt.
Die Hofanlage Mislag 21, zu der eine nordöstlich
vom Haupthaus stehende Fachwerkscheune
gehört, bietet das im Sietland nur noch selten



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Ihlienworth, Medemstade 55



anzutreffende Beispiel eines unter Satteldach
breitgelagerten Fachwerk-Wirtschaftsteils (urspr.
sechs Fach lang), dessen Giebel ein engmaschi-
ges Fachwerknetz überzieht, während der Wohn-
teil wohl später massiv in Ziegel erbaut wurde.

Noch dichter als in Mislag reihen sich die Hofan-
lagen der westlichsten Strichsiediung, Medem-
stade, aneinander, deren südlicher Teil sich vor-
wiegend entlang der Westseite der Großen Me-
demstader Wettern im Verlauf der L 117 er-
streckt, während ihr nördlicher Abschnitt abseits
der Hauptstraße an einem nach Westen ab-
gerückten Weg liegt. Zahlreiche Gebäude gehen
auf eine Bauphase der späten fünfziger und
sechziger Jahre des 19.Jh. zurück — z.T. finden
sich hier noch Giebeldreiecke in Fachwerk —, sind
jedoch fast durchgängig durch Veränderungen
der vergangenen Jahrzehnte beeinträchtigt. Die
im südlichen Areal gelegenen Hofanlagen wer-
den z.T. über lange Zufahrten erschlossen, so
z.B. Medemstade 51, dessen Wohnwirtschafts-
gebäude am massiv in Ziegel erbauten Wohnteil
1856 datiert ist. Hingegen wurde der zweiständri-
ge Wirtschaftsteil (die Südtraufe teilweise massiv

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Ihlienworth, Medemstade 51, 1856

ersetzt) in Fachwerk mit enger Ständerstellung
am Giebel erbaut. Ebenfalls in der Mischbau-
weise von Ziegel-Wohnteil und Fachwerk-Wirt-
schaftsteil präsentiert sich das ausladende Mar-
schenbauernhaus unter Satteldach Medemsta-
de 55, dessen Fachwerktrakt 1835 datiert ist. Die
Jahreszahl der Giebelanker am Wohngiebel,
1852, deutet auf eine Verlängerung des Wohn-
trakts hin. Begleitet wird das Wohnwirtschaftsge-
bäude nördlich von einer langgestreckten, ver-
bretterten Scheune mit zwei Querdurchfahrten
und massivem Stallteil.

KIRCHWISTEDT



Im Verlauf der Heerstraße nach Beverstedt (heute
B 71) entwickelte sich Kirchwistedt, als „Wistede“
in einer Urkunde des Grafen Johann von Stotel
1307 erwähnt, am südlichen Rand des Lunetals
zu einem auch heute noch durch Land- und
Forstwirtschaft charakterisierten Ort. Die Hofanla-
gen, so weist es die Kurhannoversche Landes-
aufnahme 1768 aus, konzentrierten sich im Kreu-
zungsbereich von Haupt- und Raiffeisenstraße,

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