Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 19): Landkreis Cuxhaven — Braunschweig, 1997

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Odisheim, Dorfstr. 74/76, ehem. Pfarrhaus, 1907



Ze

Odisheim-Norderteil, Dorfstr. 32, um 1880

Odisheim-Norderteil, Dorfstr. 46, um 1850

Gesims. Die zugehörige, etwa gleichzeitig ent-
standene Scheune, ein z.T. verbretterter Fach-
werkbau, zeigt die in dieser Region verbreitete
Form mit Giebelkübbungen unter tiefem Walm-
dach. Vom Typ her identisch ist die jedoch ältere,
reetgedeckte Scheune auf dem Hof Bent-
wisch 72, die wohl um die Mitte des 19.Jh. nach
Westen verlängert wurde. Bereits vollständig als
Ziegelbau errichtete man 1857 das Wohnwirt-
schaftsgebäude der Hofanlage Bentwisch 45,
wobei der in Zweiständerbauweise konstruierte
Wirtschaftsteil mit vier Rechteckfenstern und dem
korbbogigen Dielentor sehr schlicht gestaltet ist,
während der Wohngiebel im Erdgeschoß- und
Trapezbereich eine Reihung von gliedernden Li-
senen sowie ein aufwendiges Traufgesims be-
sitzt. Zusätzlich akzentuiert den Wohnteil über
dem zurückgesetzten Haupteingang der Südsei-
te ein Zwerchhaus. Dem Wirtschaftsteil ist nach
Norden ein Schweinestall angebaut. Aufgrund
seiner Zeitstellung kommt dem in der Nordwest-
ecke des Grundstücks stehenden, 1798 in Ziegel
aufgeführten Backhaus, das auch als Remise
dient, Seltenheitswert im Landkreis Cuxhaven zu.
Um 1860 als Wohnhaus eines Obsthofes erbaut,
zeigt Bentwisch 23 zwei Giebel mit einem über
Stichbalken auskragenden Halbwalm. Den zu-
rückgesetzten Haupteingang auf der westlichen
Traufseite, hervorgehoben durch ein Zwerch-
haus, flankieren zwei in die Mauerflucht einge-
stellte Holzsäulen.

In dem nur wenige Hofstellen umfassenden Orts-
teil Hasenfleet, etwa zwei Kilometer Östlich von
der Reihensiedlung Bentwisch entfernt, hat sich
mit Hasenfleet 7 ein ehemaliges Häuslingshaus
erhalten. Der kleine Zweiständerbau mit einer nur
zwei Fach langen Diele stammt im Kern von
1755

In dem gegenüber von Bentwisch links der Oste
gelegenen Ortsteil Laak wird die Siedlungsstruk-
tur von Einzelhöfen bestimmt, die über Zufahrten
vom Deich aus erschlossen werden. 1848 wur-
den hier lediglich acht Wohngebäude registriert.
Auf dem vormaligen Broberger Hof (Laak 4) erin-
nert eine Grabplatte des 16. Jh. mit der Reliefdar-
stellung eines Ehepaars an die hier ansässige
Familie von Brobergen, die ein niederes Gericht,



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