Die Form: Zeitschrift für gestaltende Arbeit — 1.1925-1926

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nicht nur an der guten Gestalt der Marken
erfreuen, sondern auch an der ehrlichen, zu-
rückhaltenden Aufmachung des Buches. Ihm
ist eine große Verbreitung auch in den Kreisen
des Handels und der Industrie zu wünschen,
nicht um nachzuahmen, sondern als Qualitäts-
maßstab. Dr. L.

Das Schleswig-Holsteinische Jahrbach, das unser
Vertrauensmann in Kiel, Dr. Ernst Sauermann,
Direktor des Thaulow-Museums, herausgibt, ist
in seinem vorliegenden Jahrgang für 1925/26
ganz den Fragen des Handwerks gewidmet. Pro-
fessor Riebicke hat das Kalendarium gezeichnet,
als eine weise neuzeitliche Gestaltung des alt-
vertrauten Schemas der Kalenderblätter. Der
reiche Textteil wird von einigen Aufsätzen über
die wirtschaftlichen Fragen des Handwerks in
Schleswig-Holstein eingeleitet. Auf den zweiten
Teil darf besonders hingewiesen werden, da hier
Vertreter der verschiedenen handwerklichen Be-
rufe, Meister und Gesellen zu Berufs- und
Tagesfragen Stellung genommen haben. Die
Förderung des Handwerks schildert ein dritter
Teil, der die Lehrlingsausbildung und die För-
derung von Meister und Gesellen behandelt.

Der vierte Teil wird von denen begrüßt wer-
den, die einzelnen Fragen näher treten wol-
len, denn der sorgfältige und reichliche Lite-
raturnachweis greift weit über die engere hei-
matliche Einstellung hinaus und erstreckt sich
über das Gebiet der Geschichte und Förderung
des Handwerks. Volkskundliche Beiträge be-
schließen den Textleil und in einem Bilderaji-
hang werden Zunftallertümer aus Schleswig-Hol-
stein gezeigt. Aber auch in den Textteil sind
viele Abbildungen eingestreut, vor allem solche
alter handwerklicher Arbeiten.
Das Buch ist weit mehr als ein Heimatkalen-
der und eine Zusammenstellung von Studien
über lokale Fragen; es ist eine gründliche Be-
handlung aller der Fragen, die das heulige
Handwerk überhaupt beschäftigen, in interessan-
ten Quer- und Längsschnitten. Der besondere
Charakter der landschaftlichen Orientierung gibt
den Ausführungen die Verankerung und läßt
kein Theoretisieren zu. Wie man überhaupt den
Eindruck hat, daß das Handwerk im ganzen
an seiner Eigenart wirklich angefaßt ist, vor
allem, weil jedes Gebiet seinen Fachmann ge-
funden hat und wenn es ein Buchdruckergehilfe
ist. D. L.

MITTEILUNGEN

DES VERBANDES DEUTSCHER KUNSTGEWERBEVEREINE

Seitens einiger uns angeschlossener Organisa-
tionen wurde beanstandet, daß wir die Mittei-
lungen des Kunslgewerbeverbandes in der Zeit-
schrift „Die Form" zur Veröffentlichung brin-
gen. Wir haben, da der D. W. B. keinen An-
stand genommen hat, seine Mitteilungen in die-
sem Blatte zu bringen, keine Bedenken getra-
gen, auch unsererseits die sich uns bietende
Gelegenheit zu ergreifen, unsere Mitteilungen
hier zu veröffentlichen. Der uns zur Verfügung
gestellte Mitteilungsteil steht allen uns ange-
schlossenen Organisationen zu Veröffentlichun-
gen, soweit darin eine ernsthafte Gesinnung
zum Ausdruck kommt, zur Verfügung.
Der Vorort Berlin fühlt sich berufen, solange
ihm nicht andere, günstigere Vorschläge unter-
breitet werden, weiter im Interesse seiner Mit-
glieder dieses Angebot auszunutzen.
Wir empfehlen deshalb unsern Mitgliedern, nach
wie vor dieses Blatt zu dem für unsere Mitglie-
der angebotenen Vorzugspreis zu abonnieren.

Eingesandt:

Aus den Kreisen des Deutschen Werkbundes
geht uns nachfolgende Betrachtung zu:
Auf dem 27. Delegiertentag des Verbandes Deut-
scher Kunstgewerbevereine wurde u. a. auch der
Antrag des Bayrischen Kunstgewerbevereins an-
genommen, daß die Verbandsvereine sich ihre
Zeitschriften und Veröffentlichungen gegenseitig
zusenden. Auf Drängen des Vorortes Berlin hat

der Verlag sich entschlossen, auch dem Verband
Deutscher Kunstgewerbevereine einen Platz für
Mitteilungen in der Zeilschrift „Die Form"
einzuräumen. Der Deutsche Werkbund kam
dem Verband so weit entgegen, daß er ihm
sofort von dem ihm zustehenden Platz Raum
für solche Mitteilungen abtrat. Als nun auf ein
Abkommen des Verbandes dem Kunstgewerbe-
verein Pforzheim 900 Exemplare einer Probe-
nummer zur Verteilung an seine Mitglieder zu-
gesandt wurden, weigerte sich Pforzheim, diese
Hefte an die Mitglieder weiterzugeben mit der
Begründung, daß sich der Vereinsvorstand nicht
entschließen könne, die ihm zugemutete Propa-
ganda „für die Zeitschrift des Werkbundes"
gegenüber seinen Mitgliedern zur Ausführung
zu bringen. Vielleicht könnte eine Reichszensur-
stelle beim Vorort eingerichtet werden, welche
darüber entscheidet, welche Veröffentlichungen,
weil schädlich für die Mitglieder der einzelnen
Verbände, von der Verteilung ausgeschlossen wer-
den sollen.

Es wird unsere Mitglieder interessieren, daß die
Grundgedanken des s. Zt. von Herrn Geheimrai
Riemerschmid gehaltenen Vortrages nunmehr in
einer Schrift vorliegen:

Richard Riemerschmid. Wege und Irrwege un-
serer Kunsterziehung. Herausgegeben vom Deut-
schen Werkbund. Verlag Hermann Reckendorf,
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