Heidelberger Zeitung — 1863 (Juli bis Dezember)

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Adam Geiek mit seinen Söhnen Geid getheilt
habe; doch habe er nur bei drm Vater und
dem Sohne Mkchael Geld wabrffenommen; er
h§be geradc die Sense in das Zimmer getra-
gen und da habe der Sohn Papiergeld gc»
zählt. Er habe auch gewußt, daß Adam Geier
das Geld in seiner Kiste aufbewahre; am
Tage, wo die Theilung stattgefunden, sei näm-
lich Adam Geier mit setuem Sohne Philipp
nach Neckarburken gefahren und habe ihm vor
der Abfahrt den Stubenschlüffel eingehändigt;
als er schon auf dem Wagen geseffen, habe
sei» Sohn Philipp gefagt: „Du wirst doch
dem den Schlüffel nicht laffen?" Darauf
habe Adam Gerir ihm den Schlüffel wieder
abverlangt und gesagt, er könne auch einmal
in der Scheuer schlafen. Am andern Lag um
4 Uhr fti Geier mit einem Schweinehändler
auf deu Hof gekommen und habe drei junge
Schweine mitgebracht. Nachdem sie dieselben
untergcbracht, habe er Most iin Keller geholt,
Geier habe Brvd auf den Tisch gelegt und ste
häiten alle drei geveSpert. Geier habe dann
dcn Schweinehändler bezahlt und bei diesem
Anlaß sei elwas Silbergeld auf dem Tisch
gelagen; aus welcher der beiden Kisten, die
im Wohnzimmer ständen, er das Geld geholt,
wiffe er nicht; er habe keine Lcht daraus ge-
habt. Uebrigens habe er schon TagS zuvor
von Schäfer Fiedler erfahren, daß Geier
200 fl. in die am Fenster stehende Kiste gelegt
habe, er habe dies selbst gesehen, und dies sci
oer Grund gewesen, weßhalb Geier ihm den
Schlüffel abverlangt habe. Er habe auch noch
beim VesPern gehört, daß der Schweinehändler
zu Geier gesagt habe, er habe Geld genug in
der Kiste. Ferner habc Geier gegen Schiüing
geänßerti er gehc heute Nacht auf den Mu-
dauer Markt, um ein Paar Ochsen zu kaufen;
es komme Einer Nachts und hole ihn ab; ja
er habe dabei sogar noch gesagt: „für 22 Äa-
rolin bekomme ich ein Paar Ochsen." Als
Schilling stch entfernt habe, sei gcrade Gen-
darm Thun auf den Hof gekvmmen und in
das Zimmer zu Geier gegangen. Er habe
dem den Wagen gerüstet, der an der Scheucr
gestanden und sei dann mit Schäfer Fiedler,
dessen Frau und Mutter auf den Acker ge-
sahren, um Kleeheu zu hvlen. Abends gegcn

6 Uhr sei dte frühcrc Dtenstmagd Margaretha
Wolf mit Polizeidtener Krauß von Aüfeld ge-
kommen und habe vön Geier ihren Lohn ver-
langt. Dieser habe aber erklärt, er könne
ihr nichtS geken, er brauche scin Geld, um
Ochsen zu kaufen, cr müffe die Nacht noch
fort. Er sei dann auf deu Acker gegangen
und habe die Mutter Fiedlers herbeigeholt,
daß sie zu Nacht koche. Gegen G/, Ühr sei
auch Fiedler mit seincr Fra» heimgekommen.
KS sei richtig, daß er dicsen „Nachteulen"
zugerufen habe; dieS fti aber dork in- der
Gegend cin gewöhnliches Sprichwort, wenn
Jemand in dic Nachl hinein arbeite. Er habe
stch, nachdem Fiedler, feine Frau und Mutter
stch entfernt, zu Betlc gelegt; zuvor habe er
die vordere und hinterc Hausthstr geriegelt,
ferner die beiden Stallthüren, die obere so-
wohl, wie die untere. (Forts. f.)

Vermischtc Nachrichteu.

Zürich. Zo Uster und Grelseosec h-ben am Samstagc
zwel talle Huodc t<> Persoocn gebtffen. Man erschrickt,
wenn man verntmmt, Laß etneS dieser Thlere schon eintge
Tage vorher andere Personen gebtffen und diese, ntchtS
BöseS ahnend, zu ketnem Arzte gegaugen sind.

Aus Baden. ZnMannhetm wurden bis jetzt 'dte
von den Offenbvrger VertrauenSmännern vorgeschlagenen
Wahlmänner fast etnstimmtg gewählt. — S. G. H. der
Prtnz Wtlhelm ist auS England, und zunächst von der
Znsel Mainau wtedrr tn KarlSruhc etngetroffen. —
Se. Maj. der Köntg der Belgte. ist mtt Gefolge am
8. Oet. tn Baden eingetroffen.

Karlsruhe, 8. Oct. Fürst Michael Stonrdza tn
Baden hat zur Erinnerung an setnen in PartS vrrstorbenen
Sohn, den Prinzen Mtchae) Stourdza, tn die v. Stulz'sche
Waisenanstalr zu Ltchtenthal zur Gründung von fünf Fret-
plätzen 10,000 fi. grstiftet. Diese Stistung hat die StaatS-
genehmigung erhalten, und es soüen dte Fretplätze erstmalS
auf Osirrn 1864 besetzt wcrden.

Wilhelm BooS von Minseln und Otto Kreyfelt von
Mannhetm wurdeü unter die Zahl der Actuariatötnciptenten
aufgenommcn.

Die Prüfung der ActuariatSiuctpienten findet tn Frei-
burg, den 23. November, früh 9 Uhr, statt:

Die prakttsche Prüfung der NotartatSpraktikauten findet
den 11. Novcmbcr, früh 8 Uhr, in KarlSruhe statt.

Mannheim, 8. October. Mannheimer Börse. Jn
Weizen dletbt die fiaue Stimmung vorherrschead und tn
Roggen zeigt fich überall mangelnde Kaufluft. Gerste in
schöner Qualität ziemlich fest zu unverändcrten Pretsen. Jn
Rüböl bewegt fich daS Geschäft tn engen Grenzeu und in

Anzeigeblatt der Heidelberge

R. F. Daubitz'scher Kräuter-Liqueur,

ats dewährtcs Getrcink ber schwacher Berdauung, Ver-
jchlcimung, HLnäorryvidal- Beschwerden von medici-
uischen Autoritäien empsohlen und durch zahlreiche At-
leste allseitig anerkannt, ist nur allei» Lcht zu hab'cn
bei dem Erfinder desselben, Apocheker IL. I' Hitulrtlt«
hn «erU», OI»»>I«ttv»8tl»88« t». l!»

Äutorisirte Niederlagcn im Unterrheinkreift bc-
finden stch

ii! Heidelberg bei F. Eber, Westl. Hanptstraßc
Nr. 12V, fcrner
in AdelSheim bei I. F. Rajl,

„ Buckcn bei I. F. Kieser,

^ Eberbach bei G. A. Alt,

„ Mannheim bei Georg Dankmaim,

„ Mosbach bei C. Wippcrmann,

„ Ncckargemünd bei W. Schöflei», Conditor.
„ Rappenau bei Fcrb. Niebcrgall.

„ Lchwctzingen bei Fr. Ios. Ihm.

„ Sinsheim bci Ernst Jac. Stntzmann,

„ Tauberdischofsheim bei Ucop. Franc,

„ Weinhcim A. bei Iochim,

„ Wertheim bci Const. Müller.
sö. Aus Orten, wo noch keine Niedcriqgen sc-
slchcn, wollen sich solide Kaufieutc behuft Ueber-
nahmc des Alleinvcrkaufs für ihren Platz an
Louis Glokkc in Casscl wcndcn.

Rcsultate Ulld Bewcise,

welche durch den Gebrauch obig erwähnteu «. k'.

Itrllriter - I.Iqu«,,r8 crzielt
„ sind.

Nachftrhtnde Briefe, bctrcffend den R. F. Dau-
bitz'schen Kräutcr-Liqucur, von dem Apotheker
R. F. Daubitz in Bcrlin, Ckarlottcnstraffe IS,
erfunden und nur rllein bcrciict, gcben wir von
den unzahligen Dankschrcibcn, die dcm Ersinder
sür die bkwährte und gute Wirkung seines Fabri-
kats zugehen, zur allgemeinen Bcachtung:

„Ew. Wohlgeboren erfuckc ich ganz crgebcnst,
mir wtederum rc. (folgt Bcstellnng). Jck richte
dicse Bitt« an Sie auf Grund der gutcn
Wirkung, die der Gebrauch diescs Heil-
mittclö aufmciii schon srit 2Ü Zabrcn d en
ärztlichcn Bcmühungen trotzcndes - Un-
terleibsleidcn auSgeübt hat"

Hochachtungsvoll

Schultz, Prcdigcr.

Grünberg bei Schloppe, de», 2. Fchi„„r iÄül.
Jndcm ich Sie hicrmit ergebenst ersuche, mtr

wiedcrum 8 Fl. Zhres Hämorrhoidal-Kräuter-Li-
queurs gegen Postvorschuß zusenden zu wollcn, theile
ich Zhnen glcichzeitig mit, daß die vor cinigcn
Wocken von Ahncn dezogenen vicr Flaschen vor-
genannten FabrikatS inir hinsichtlich hartnäcki-
ger Verschleimung und unregelmäßiger
Stuhlabsonderungresp. Bcrstopfung sehr
gnte Dicnste geleistct haben.

Schönthal, dcn 3t. Zanuar 1883.

Hochachtungövoll

Fröh lich, Lehrer.

Fahrnißversteigerung.

Nächstcn Donnerstag, dcn tb. und Freitag,
den 16. d. M., je von MorgenS 9 und Mittags
2 Uhr an, werdcn aus dem Nachlaffe des verstor-
bciicn Metzgers Zakob Erhardt am Fisch-
markt dahicr dic nachstehcnden Fahrniffc gcgen
gleich baare Zahlung durch den Uiiterzeichneten
öffcntlich versteigert, und zwar

am Donncrstag, den 15:

Em braunes Pferd (Slute) zum Reiten und
Fahrcn, zwci Chaisen, zwei Berncrwägelchcn, drei
Schlittcn, Pferde-, Wagen- und Schliltengcschirr,
Hausrath, bcstcbcnd in cinem Schreibpult, Koni-
moden, Schränkcn, Ttschen und Stühien, einc
Bcttlade und Bettung, Weißzeug, männlichc Klei-
dcr, daruntcr 36 neue letncne Hcmdcn, zwei Pelz-
überwürfc rc., Zinngeschirr, Küch-Meräthe, sechs
steinerne Salztröge, zwei cichene Wendeltreppcn,
circa 12b Pfund trockcnc gesalzene Rindsdärme,
sowie vcrschiedener Hausrath,

am Frcitag, dc» 16:

Gegrnstände für Iagdliebhaber:
sünf Doppelflintcn, mchrere einfache Flinten unb
Büchsen, circa 30 Stück Hirsch- und 200 Stück
Rehgeweibe, die sich größtenthctls durch Größe
und Schönheit auszeichncn nnd unter denen sich
mehrercAbnormitätenbcfinden, fcrnerzweiPistolen,
Pulverhörner, Schrotbeutcl, Wildrufc, drei Ber-
ltncr Eiftn- nebst vcrschicdcnen andercn Kallen zum
Wild- und Dogelfang, sowie verschiedeneS Zagd-
geräthc, mehrerc großc Vogelhecken rc.

Die' Gegenstände könncn Tags »orher eingeseben
wcrden.

Heidelberg, den 8. Oktober 1863.

s2) 8 Kayfter, Amtstarator.

LrhrÜllgs-Gesnch.

Ein mit den nöthigen Schuikenntniffen vcrsebener
bravir Zungc wird iii ei»> biefigc Buchdruckcrei a!S
Sctzerlehrling gesucht und kann svgleich cinlreten.

Letoöl war dei Umsatz schr beschräakt. SpirituS nahm
ta s-kg- der günftigea Kariosetrriisle einr kllhige Haltllllg
an. Effectrn und D-Visrn feff. ^ Wcizen, htefiger, fl. 11.
15 6., fl. II. W p., ftänk. fl. II. r«6., fl. 11. 30?.,
altn, fremdcr fl, tg, 30 6,, fl. 10, 45?,, auf Lt-semng
Rooemier fl, 11. 15 ?,, Reggcn, «ffeciin, fl, 7. 45 ?,,
G-iffc, eff., Psälz-r, fl. 8. iä 6., fl. S. Sü?., fränk.
fl. 8. 15 6., fl. 8. 3V?,, wüiirmbergtsche fl. 8. 1ü 6.,
fl. 8. 15 ?., aus Liefening fl. 8, 30 ?., Hafer, effectio,
si.3i 3«?.. K-rnc», eff., fl. n. 15 ?,, Bohoen fl, 10 ?.,
Koblreps fl, 19 6-, fl, IS. 15 , L-t»öl, effecttv, in

Parthiecn, Jnlarid fl. 28. 3Y 6-, fl. 29 ?., faßweise
fl. 29 6,, fl. 29. 3ü ?., in Parthien, trnnfit fl, 27.
30 6„ fl. 27. 45 ?., faßweis, fl. 28 6., fl. SS. 15 ?.,
Röböl, Jniand, i» Paithic-n, -ffictiv, fl. 24. Lü 6.,
fl. 24, 15 ?,, p-r October fl. 24. 3ü 6., fl. 24. 45?.,
prr Novcmbrr fl. 24. 3V?., Wrijinmehl Nr. a fl. 11 ?.,
Nr. 1 fl. 9. 45 ?., Nr. 2 fl. 8. 38 ?., Roggenmehl
Nr. ü u. 1 fl. 7 ?., Branntwcin, eff, tranfit, fl. 18 6.,
fl. 18. 15 ?,, Sprit, tranfii, fl, 4Ü ?., jklresamcn,
deutschrr fl. 22 6,, fi. 22. 3V bt« fl. 24 ?., Llizcrner
fl. 25 btS fl. 28 ?. , Espaefttten fl. 8>/- 6., fl. 7 ?.,
Oeflerr. Rational fl. 7t>/, 6., fl. 7t-/, ?., Banlactten
824 6., 828?., Bad. 4°/o Obl. 1üü>/. 6,, tüü»/» ?.,
ä'/r °/° Elsenbahnscheinc 92'/, 6., 92°/, ?., 3>/, °/„
Rentschelne 91>/, 6., 91°/, ?., Darmstädter Bankactien
23t 6 , 232?., öst-rr. Credit. mob-19S>/«6„ 198>/,?.,
östrrr. 8vr Leose 88s/, 6., 88°/, ?., LlldwigShafcn-Bei-
bacher Eiftrrbahnactien 142>/, 6„ 143>/, ?., Mannhctmer
Schleppschlfffahrt 98 6„ Ivü?„ WaghänSler Zuckersabrik
130 6„ 133 ?., Würtcmbergtsche ditto Sb 6., 58 ?„
Ludwigshafener Brauerei IIÜ 6., 112 ?.

Värseuberrcht.

Frnnkfurt, 9. Oct. Aut b-ss-re Wlener Notiiuogc»
(Ereditactien 188. 40, Looft 98. 99, Valuta 111. 40)
war dte Börse in fthr airgliegter Sitmmnng, und die
Kauflust lebhaft. Gegr» Schlnß brachtcn Gewinnstnahmen
-ioigc Ermattungrn hervor.

Um 2 Uhr: Ocsterr. Creditactierr 1S8>/,. Rat. 7t>/,
bi« r/g. Lvvfe 88>/,.

,8 Ubr Abend«. Jn der Effcctensortrtät wurden österr.
Eredttactien zn 1S8°/s- 198°/, bez. Loos« 88>/, G.

Gottesdienst i» Heidelberg.

Sonntag, deu 11. Oct., VormittagS 9 Uhr, predigen:
in der Hetliggeistkirche: Herr Stadtpfarrer Schellen-
berg; tn der Provtdenzkirch?: Hr. Decan Sabel.
Nachmittags 2 Uhr,

in der St. Peterskirche: Hr. Stadtpfr. Herbst.
WochengotteSdienste: in ver St. PeterSktrche:
Mittwoch, 9 Uhr: Hr. Stadtvicar Höntg.

Deutschkatholische Gemeinde.
Sonntag, den 11. Octbr., früh 9 Uhr,
Gottcsdienst in unserem Betsaale durch Herrn
! Dr. Brugger.

: ZeiLung.

Versteigerung von Baugegenständen.

Mo » tag den 12. October, Vormittags 9 Uhr,
wexden bcim Ncubau der Universität (gegen Baar-
zahlung) Baugegcnständc vom Abbruch dcs ehc-
maligen Knnz'schen und Helwcrth'schcn HaustS vet-
ftcigcrt, bcstehcnd in:

Bakken, Riegclholz, Fcnster, Thüren, Bord,
Backstcinc, Mauerstcine, Sandftetnplatten
und cinige gutc Waffersteine.

Heidelbrrg, dcn 10. Octvbcr 1863.

_Anton Stoe Maurermeister.

Schützknverein.

Tas GaLenschießen jindet stalt an den
Nachmittagen des Sonntag, den 11. und Mon-
tag, den 12. d. Mts. Schluß am Montag
Nachmittag 5 Uhr. .

Die Schützen, welche stch noch an dem
Schießen zu betheiligen wünschen, und denen
die Liste aus Versehen nicht zugekommcn seiu
sollte, sind gebeten, sich bei einem der Vor-
stände einzuschreiben.

Sonntag den 11. d. M. findet '

. .Tanzmustk

in der Hirschgaffe statt, wobei süßer
Traubcnmost verzapft wird.

Auch sind Luitten bei mir zu haben.

Zu vermiethen. i bis 2 Stuben, möblirt.
Nähercs bei dcr Erpcdition dieser Zeitung. s16j

Hofthoater in Mannhcim.

Sonntag den 11. Oktober.

Maebeth

Große Oper in 5 Akten nach ShakeSpearc von F.
Eggers. Mufik von W. Taubert.
I*r»rq»et-8p«i-r8ttre zu dieftr Vor-
stcllung sind am Billetabgabeschalter dcr ll. Elasft
der B'dischen Bahn im VorauS zu haben.

E Eisenbah»sahr t:AbendS iO UHr und Nachts
12*> von Mannheim nach Heidelberg.
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