Heidelberger Zeitung — 1863 (Juli bis Dezember)

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stetmschen Sache anschließen. Großh. Heffen,
daß eS bel' seiner Abstimmung über ben Ere.
cutionSantrag ni'cht »nachträglich» dem peeuß..
österreichischen Vorschlag (wie der vffici'elle
Bundesberi'cht sagt), sondern in erster Liiuc
dem Occupationsantrag, und nur eventuell,
wenn di'eser unterläge, der Erecutivn zuge.
stimmt habe.

luermischte Aachrichten.

Aus Bade». 3» d« Näh- »on Pfo, zhetm, dicht

Schultheiß Schöllhetm aus Altbulach. der mit einer Suwme
GeldeS z«m Ankaufe einer Gemetndefeuersprttze unterwegS
war, ermordet und beraubt.

Heidetberg, 13. Dec. Etnem hter längst gefühlten
Brdürfntffe wtrd endlich auf eine etnfache und wentg kost.
spteltge Weise abgeholfen werden. Trotzdem, daß dte be.
nachbartcn Berge etne Fülle deS köstltchstrn OuellwasserS
bergen, gebrach cS doch tn etnzelnen Thetlen der Stadt,
namentlich in der Vorstadt an einer zuretchenden Menge
guten TrinkwafferS. Nun wird jedoch dte Etsenbahnver-
waltung gegen etne Summe von höchstenS 6000 fl. dte
durch den Tunnelbau zum Vorschein gekommenen und bloS-
gelegten Queüen an die Stadt abtreten.

X Heidelberg, 18. Dekbr. Da« gestrtge Eoncert
dcs Jnstrumentalveretns war, wte eS nur von dkm streb«
samen Veretn und dem treffltchen Dtregcnten Hrn. Boch
zu erwarten stand, wieder ganz ausgezeichnet. Wte btllig,
enthtelt daS Concert nur Werke unserer gefetertsten Künstler.
In Mendelösohn'S „Lobgesang" hat daS tünstlerische Wesen
des MetsterS den vollsten und bestimmtesten AuSdruck ge«
funden. Alle ^ene vrrschtedenen Töne der Empfindung,
denen wir tn seinen andern Schöpfungen mehr vereinzelnt
begegnen, kltngen hter zum wunderliebltchen Accord zusam«
men, märchenhafte Phantaftik und eben so ernste alS milde
prtesterliche Wethe. Der große Chor „Jst die Nacht bald
htn" un'gefähr von 150 Mttwirkenden vorgetragen, übte
auf dte Zuhörer einen gewalttgen Etndruck. Chöre und
Orchester letsteten tn der That AuSgezeichneteS, währeyd
die Solt durch Fra» Wlzeck, Fräuleln*** und Herrn
Rocke treffltch waren. Der Totaleindruck deS ConcertS
war cin sehr befriedigender und wtr können nicht umhin,
Hrn. Musikdtrector Boch für setne umstchtige Lettung unsere
wärmste Anerkennung zu zoüen.

Bruchsal, 13. Dec. (Schwurgertcht.) Ankkage gegen
Magbalrna Heppel von OberhilberSheim, wegen MordS.
Am Morgen de» 23. October l. Z. wurde in der Nähe
von Rastatt tn der Murg dte Letche etneS kleiuen KtndeS
gefunden, und dte Section ergab, daß daS Kind ertrunken
war. AlSbald lenkte fich der Verdacht auf dte Angeklagte,
welche auch sogleich in ihrem crsten Verhör bet dem Unter*
suchungSrtchter daS später oftmals wiederholte Geständntß
ßdlegte, daß sie jeneS von thr am 14. October l. Z. un-
eheltch geborene Ktnd abfichtlich, um eS zu tödten, tn'S

Waffer geworsen habe. La da< Ktnd schon acht Lage alt
war, während der mtt gemtlderten Strafen bedrohte KindS-
mord ein nevgeborenet, nicht über 24 Stundeu alteS Ktnd
voraussetzt, so lautete die vou Hrn. Staatlanwalt HaaS
erhobene Anklaze auf daS mlt Todesstrafe bedrohte Ver-
brechen d,s MordS. Die Angeklagte suchte AufangS thre
auch heute wteder zugestandene That als ctne Art von Un*
fall darzustellen, kam aber dann doch wteder auf ihre früheren
AuSsagen zurück und erklärte solche für wahrhettSgemäß.
Gerade tn dtesen AuSsagen fand aber der Hr. Verthetdtger,
Advocat Ree, die Momente der Tödtuug im Affect (des
sogen. TodtschlagS), und machte überdie- geltend, daß bei
der Angeklagten wegen ihrer besonderen Verhältaiffe dte
Fortdauer der Zustände etncr KlndSmörderin auSnahmSwetse
anzunehmen set. Dte Geschworenen tratcn jedoch der An-
sicht der Anklage bet, woeauf der GcrichtShof dte Marga*
retha Heppel zur TodeSstrafe miltrlst Enthauptung verur-
theilte. Wie dte Augeklagte wöhrend der Verhandlung thrc
lebhafte Reue vtelfach kund gab, so hörte fie dteS Urthetl
und die ermahnenden Worte deS Präsibmten mkt heißeu
Lhränen sttüer Ergebung an.

Freiburg, 9. Dec. Das heutige erzb. Anzetgeblatt
Nr. 27 enthält 1) die unter „KarlSruhe" stehende Ver*
fügung des «rzb. Ordinartates, 2) eine wettere Verfügung
derselben Slelle, wonach dte Bestellung der erzbtschöflichen
Decane und Cammerer von ihr den großh. Beztrksämtern
jewetlS zur Kenntntß gebracht wird, wogegen die erzbtschöfl.
Decane beaustragt sind, von der Ernennung resp. dem
Dtenstantrttt der Pfarrverweser in threm DecanatSbeztrke
gleichzrttig mit der Anzetge an daS Ordinariat auch dem
betreffenden großh. BeztrkSamte Kenntntß zu geben, und
dte Pfarrämter den Auftrag erhalten, jewetl- von dem Er-
gebniffe der Wahlen für dte Sttftungöcommtsfionen dem
berreffenden großherz. BeztrkSamrc sofort Mitthetlung zu
machen; 3) Pfründebesetzungen. Die Pfarrei Lenzkirch dem
Psarrverweser Stang in Buchholz, dte Pfarret HetterShetm
dem Pfr. Werkmann von Heuweiier, die Pfarret Brötztngen
dem Pfr. Magon von Ulm.

Vom Rhein, im Decbr. Vor einer Rethe von
Zahren wurde tn drm damaltgen Hetdelberger Tageblatt
etn Wunsch auSgesprochen, der bisher fast vergeffen. um
so mehr wteder angeregt zu werden virdtent, alS er wirk*
lich zettgemäß und sicher unter der Mehrzahl der Bürger
HetdelbergS vollen Bctfall findcn dürfte. Es ist bekannt,
daß die Trennung der Heiltggeistkirche in zwet Theile, von
denen der größere dem protestantischen Gottesdienste, der
kleinere dem katholische» Cultuö vorbehalten wurde, setncr
Zeit Anlaß zur Verlegung deS kurpfälzischen HofeS von
Hetdelberg nach Mannheim gab, da der Kurfürst Phisipp
dic ganze Kirche dem katholischen GotteSdtenste zugethetlt
wiffen wollte, waS fich aber dte protestantische Bürgerschaft
ntcht gefallen ließ, und jene Abtrennung durchsetzte. Wte
gefagt, wurde nun vor mehreren Jahren der Antrag ge-
stellt, diesc Schetdewand etnzuretßen und statt der zwet ge*
trennten Räume in demselben GotteShause etne ctnztge
Stmuitanktrche wtrdrr herzustellen. Ganz abgesehen davon,
daß hterdurch eine schöne Gelegenheit geboten wäre, den iu
Hetdelberg so lange bestehenden und fast allgemetnen Getst
I der Tole.anz unter den verschiedenen christltchcn Confesfionen

aufs neue vor aller Welt zu bethättgen, wurde dtese Nte-
derreißung das schöne Znnere des Gebäudes tn setner ganzen
Herrlichkeit wieder herstellen und auch 1a dteser Beztehung
ntcht uur der Stadt, fondern auch dem Laude zur neueu
Zterde geretcheu.

: : Smsheim, 8. Dec. Die Btldung cineS Prote*
stantenvereinS hat in hiefiger Stadt etnen schönen Anlauf
genommen; bereits hat etne ztcmliche Anzahl protcstanttscher
Männer thren Beitritt durch Unterzeichnung erklärt und
werden die Etnlettungeu zu einer Versammlung behufS
definitiver Constttutrung deS VeretnS demnächst getroffen
werden können. Vorerst sollen dte Statuten de- gleichea
VeretnS tn Hetdelberg zu Grunde gelegt werben. — AuS
unserer NachbaZchaft NeckarbischofShetm vernehmen
wir, daß der dorttge AmtSvorstand in rtchttqer Würdtgung
der Verhältntffe bet Gelegenheit einer Wahlmänuerver*
sammlung Belehrung und Aufklärung über dte zu erwar-
tende Reform deS SchulwesenS erthetlte. DteseS Begtnnen
kann der wohlthätigsten Wrekung nicht verfehlen und ver*
dtent die Anerkennung aller Freunde der Zugendbtldung
und ben Dank deS LehrerstandeS, ist aber auch der etfrtgsten
Nachahmung würdtg, damit dtr Lüge verdrängt und der
Wahrhett dte Ehre werde.

An die Bezirks-Ausfchüffe für
Schleswig - Holstein.

Da es sehr wünfchenSwerth tst. daß dte für SchleSwtfl-
Holstetn im Großherzogthum gesammelten Gelder möglichst
bald der schleöwtg-holstetnischen Regterung zur Verfügung
gestellt werden, so ersuchen wir dte BeztrkSauSschüsse. den
Ertrag threr Sammlungen nach Maßgabe deS stebenten ber
tn Offenburg gefaßten B(schlüffe biS Ende dteser Woche
hterher rtnzusenden.

KarlSrube, den 13. Dec. 1863.

Dte tn KarlSruhe anwesenden Mttglieder des Landes-
AuSschuffes.

Htldenbrandt. KnteS. Prestinari. Baumgarten. Busch.
v. Cornberg. Kölle. Malsch.

Gottesdienst in Heidelberg.

Sonnta^, den 20. Dec., VormkttagS 9 Uhr, predigen:
in der Hetltggeistktrche: Herr Stadtpfarrer Schellen-
berg; tn der Providenzkirche: Hr. Decan Sabel.
NachmtttagS 2 Ühr,

tn der Hetliggeistktrche: Hr. Stadtpfarrer Herbst.

Seminargottesdienst in der Provtdenzkirche u«
11 Uhr: Hr. Candtdat Dorner.

WochengotteSdtenste:

Donnerstag NachmittagS 2 Uhr, Vorbereitun g: in der
Hetltggetstktrche: Hr. Stadtpfr. Herbst; tn der Provt-
denzkirche: Hr. Decan Ztttel.

Deulschkatholische Gemeinde.

Son nlast, den 20. Decbr., früh 9 Uhr,
Gvttesdicnst in iinsercm Betsaale durch Herrn
Dr. Brugger.

Anze.igeblatt der Heidelberger Zeitung

Zum zahlreichen Besuch der

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Bekanntmachung.

Am Dienstag den 22. d. M., BormittagS
9 Nhr, wlrd auf der GcmeindcrathSkanzlei sor-
gcnommci,:

s) die Vcraccordirung der der städtischcn Bau»
verwaitung innerhalb dcS StadtctterS erforderltchcn
Fubrdicnstc für daS Jahr 1884;

b> die Vcrsteigerung deS StraßcnkehrichtS prv
1864;

e) die Wiedcrverpachtung folgender, der Stadt
gehörigcn Wiese: 2 Biertel 26 Ruthcn 41 Fuß
Wiese in der IV. Gcwann zwtschcn der crsten Mühl-
und kletnen Lindcngasse, biöhcr an Klscher Balen-
tin FrleS von hier für 10 st. verpachtet.

Dtes wird znr öffcntlichen Kenntniß gebracht und
dic Accord- und Pachtlicbhabcr eingeladen.

Hetdclberg, den 14. Deccmbcr 1863.

DaS Bürgermeifteramt.

S u l z e r.

f3)_Sachs.

Vorträge » Museum.

Samstag, den 19. Dezember, Abends 7 Uhr
Herr Professor !)c. Delffs: Ueber die Ent-
deckung des Sauerstoffes und deren Einfluß
auf die wissenschaftliche Entwicklung der Chemie

Danksaguug.

Von einer unbekanntcn Wohlthäterin durch Herrn
L. Ehrmann für hiesige

erhalteu zu haben,

ilesige israelilische

fünfzig Guldei

Armen

bezeugt mit verbtudlichstem Danke.
Der L-Ynagogcn rath.
Ein Laden nebst Wobnung auf der Hauptstraße
wird soglcich oder biS Ostcrn zu mrethen gcsucht.
Das Näbere bci dcr Erpedition dieser Zeitung

zu erfragen._^_fl)

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alle Arten und von jeder Fapon, sind stetS zu
haben bct Ch. Bessinger, GasthauS zum Rothen
Löwcn dahtcr. Für die Aechtbeit und Güte mei-
ncr Uhrcn werde ich stetS garantiren. Auch ist Jeder-
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Näheres in der Erpedition dicser Zettung. f5)
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