Heidelberger Zeitung — 1864 (Juli bis Dezember)

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8. August öffentliche Gebete angestellt werden
sollen.

B e l g i e n.

Brüfsel, 1ö. Zuli. Der Köuig hat dem
englischcn Leibarzt Dr. Thvmpson, welchem es
vor 2 Zahren nach den verunglücktcn Ver-
suchen mchrercr europäischen Autoritätcn ge-
lungen, ihn vom Stein zu operiren. ein Ho-
uorar von 10t),OlX) Franken und als ehrende
Zugabe das Ofstcierkreuz des LeopoldordenS
vcrliehen.

Z t a l t e »

Mailand, 18. Zuli. Vorgesteru meldete
die „Lombardia": „Scit dicsem Morgen gcht
das Gerücht durch Aiailand, Garibaldiner scien
vou Genua abgereist. Privatbriese aus diesem
Seehafen bestätigen dic Nachricht. Dic Abreise
soll in der Nacht voni 10. auf den 14. von
der ligurischen Küste zwischen Camogli und
St. Margherita stattgefunden haben. Weder
dcr Name des SchiffeS, noch die Stärke der
Legion, noch die Bestimmung drrselben kann
angcgeben werden." Laur den gestrigen Rach-
richten liefen zwei Kriegsschiffe von Genua zür
Verfolgung des Garibaldinischen Schifses aus,
und spätcre Nachrichten melden, daß auch von
Neapcl Kreuzer abgingen. Häupter der Actions-
partei wnrdcn in Turin vcrhaftet. Zcitungen,
welche gestern Abend nähcren Aufschlufj hältcn
gcben sollen, beobachteten das größtc Still-
schweigcn. (S. M.)

Durin, 19. Zuli. Garibaldi ist heutc Mor-
gen in Bcglcitung seines SohncS u»d mehrerer
Freuude auf eiuem Postdampser nach Caprera
abgereist. ,

T n r k e i.

Bucharest, 16. Zuli. Der „Monitorul"
veröffentlicht daL in Konstantinopel vercinbarte
Zujatzstatut, welches die Errichtung eiues Se-
»ats aus 64 Mitgliedern genehmigt, daun das
modificirte Wahlgesetz, mit cincm Ccnjus von
200 Ducaten sür Deputirte, von 100 Ducatcn
für die Wahlmänner, von 48, 80 und 110
Piaster Steuer (je uach dem AufenlhaltSorte)
für die Urwähler.

Afr ika

Algier, 17. Juli. Eiue Dcpesche des in-
terimistischcn Gencralgouverncurs von Algerien
nieldet vom 12. Zuli, daß dcr Marabut Add-
el-Aziz, dcr seit dem Tod von Si - Lazerey an
der Spitze der ausständischcn Flittahs stch be-
sand, ,iu den HLndcn der Franzosen ist. Er
wurde seit mehreren Tagen von dcn Flittahs
selber und einigen angrenzenden Stämmen der
Unterdivision von Maskara versolgt, und er-
gab stch am 9. Zuli dem Vorsteyer des An-
nexes von Zamora, Lieutenant Monier. (T. H.)

Die neuen Zollvereins-Berträge

(Schluß.)

Da der zwischen Preußen und Oesterreich ab-
geschtoffene Handels- und Zollvertrag vom19.
Februar 1853, welchem die übrigcn kontrahi-

renden Staaten zufolge des Ärt. 41 des Ber-
Irages vom 4. April 1853 beigctreten sind, mlt
dem 31. Dezember 1865 abläuft, so betrachten
es die kontrahirenden Staatcu als ihre gcmein-
schaftliche Aufgabe, das dnrch jenen Vertrag
begründete Vcrhältniß in ciner ihren innigen
Bcziehungen zu Oesterreich und den Jnteressen
ihres Verkchrs mit demsklben entjprechcnden
Richtung auf dcm Wege der Verhandlung mit
Oesterreich zu erhalten nno weitcr auszubilden.
— Art. 8. Der Regierung jedes gegenwärtig
zum Zollverein gehörenden Staates ist der
Beitritt zu diesem Vertrage unter den eintre-
tcnden Falls zwischen dcn contrahircnden Staa-
ten zu vereinbarenden Maßgaben vorbehalten.
Sofern nicht bis zum 1. Oktobcr d. Z. der
Beitritt aller dirscr Regicrungcn erfolgt ist,
werden die koutrahirenden Staalcn ungesäumt
über die alödann erforderlichen Acuderungeu in
Zollorganisation und Einrichtungen sür den
Grcnzschutz in Vcrhandlung treten. — Art. 9.
Sosern der gegenwärtige Vertrag nicht vor dem
1. Zanuar 1876 von dem einen oder dcm an-
deren der kontrahircnden Staaten gekündigt wird,
soll er auf weitere zwötf Zahre und sv sort von
zwölf zu zwöls Zahren als verlängcrt angeschen
werden. Er soll unverzüglich zur Ratification
der hohen kontrahirenden Theile vorgelegt und
es soll die Auswcchselung dcr Ratifikationen
binneu spätestcnS scchs Wochen in Berlin be-
wirkt werden.

So gcschehen in Berlin, den 28. Zuni 1864.
(gez.) v. Pommer - Esche. Philipsboru. Del-
brück. v. Thümmel. Schmidt. Bode. Thon.
v. Thielau. Mettcnius.

Ein Schlußprotokoll zu der Ucbcrcinkuiift
wcgen Bestcuerung deS Rübenzuckers bestimmt:
Die Steuervergütung für dic im Artikel 1 der
llebereinkunft vom 25. April 1861 bezeichneten
Erzeugnissc der Zuckerfabrikation soll vom 1.
Sept. 1866 ab, LN Stelle der unter Nr. 1,
L, a des SchlußprotokollS vom 25. April 1861
sestgcstellleu, mil folgenden Bcträgen gewährt
werden, und zwar: jür Rohzucker und Farin
mit 2 Thlrn. 26 Sgr. odcr 5 fl. 1 kr., sür
Brod-, Hut- und Kandiszucker, jowie für ge-
ftoßeneii (gemahlenen) Brod- und Hutzucker
mit 3 Thlrn. 15 Sgr. odcr 6 fl. 7'/^ kr. für
dcn Centner. — Dann folgt der Verlrag vom
28. Zuni zwischen Preußen, Sachsen, den zum
Thüringischen Zoll- und Handelsvereine ver-
bundenen Staatcn und Braunschweig über die
gleiche Besteuerung innerer Erzeuguisse. Hieran
schlicßt sich ein Vertrag vom 28. Juni zwischen
Prcußen, Sachsen, Kurhessen, dcn zum Thü-
ringischen Zoll- uud Handelsvereine verbunde-
nen Staaten und Braunschweig über den Ver-
kehr mit Tabak und Wein, nebst einem beson-
deren Artikel; ferner der Vertrag vom 27. Juni
zwischen Preußen, Kurhessen, Weimar-Eisenach,
Mciningen, Altenburg, Koburg-Gotha, Schwarz-
burg-Rudolstadt, Schwarzburg-SonderShausen,
Reuß ält. und Reuß j. Linie wegen Fortdauer
des Thüringischen Zoll- und Handelsvereins,
nebst einem Schlußprotokoll. — Der Vertrag
vom 11. Juli zwischen Preußen, Sachsen,
Baden, Kurhesfen, den bei dem Thüringischcn
Zoll- und Handelsvcreiue bethciligtcn Staateu,

Braunschweig und der freien Stadt Frankfurt
einerseits und Hannover, sowie Oldcnburg an-
dererscits, betreffend den Beitritt Hannovers
und Oldenburgs zu dcm ZollvercinigungSver-
tragc vom 28. Zuni 1864 und zu dem Vertrage
über den Verkchr mü Labak und Wein von
demselben Tage enthält in einem Separatartikel
FolgendeS: Der dem Königreich Hannover und
dem Herzogthum Oldenburg nach der Bestim-
mung in Art. 6 des Zollvereinigungsvcrtrages
vom 28. Zuni d. I. zustehende Antheil an dem
znr Vertheilung kommendcn Ertrage der Ein-
gangS- und AuSgangSabgabcn wird, wenn er
hinter dem Betragc von 27'/, Sgr. — 1 fl.
M/, kr. — aus den Kopf der dem Verein
angehörcnden Bevölkerung des Königreichs
Hannover und des GroßherzogthumS Oldcn-
burg zurückbleibt, aus dem Antheil der andcrcn
konlrayirenden Theile bis auf den Betrag von
27>/z Sgr. (1 fl. 36*/, kw) ergänzt. Hanno-
ver wird die Steuer vom «alz auf den Betrag
von 2 Thlrn. oom Zollccntner erhöhen.

Aus Baden. Dsr Vorstand der Heidel-
berger „Augenheilanstalt", unter Leitung des
Augenarztes Dr. Knapp, hat soeben den
zweiten Zahresbericht veröffentlicht, woraus wir
ersehen, daß die Zahl der klinischen Paticnten
in diesem Jahre 1554 beirug, der im Hause
Verpflegten 290. Größere Operationen wur-
den 349 gemacht. Von 60 Staaroperationen
wurden 52 gut, 2 mittelmäßig uud 6 hatlen
wcnig Erfolg; von 101 Jridcctomicu (künst-
liche Pupillenbildung) hatten 90 guten, 5 mit-
tclmätzigen und 6 schwachen Erfolg. — Der
Thäter dcs bei dcm Sängerfest an einem Hei-
delberger Sänger in Weiuheim verübten
Straßenraubs ist durch die Thätigkeit der dor-
tigen Gendarmerie ermittelt und bcreits dem
Gerichte überliesert worden. Derselbe ist «in
Schreincrgeselle aus der baherischen Pfalz und
soll dem Vernehmen nach am gleicheu Tage
noch mehrere Betrügercien begangen habeu. —
Zn deu Gemeinden Diedesheim, Obrig-
heim und Neckarelz, AmtS Mosbach, flnd
mehrere FLlle von Blatternkrankheit vorgekom-
mcn und bereitS in erstercr Gemeinde zwei
TodeSfälle zu beklagen. Wie man vernünmt,
soll die Krankheit durch eincn von Amerika
zurückgekehrten AuSwanderer eingeschleppt wor-
den sein.

Dörlenbel.ichl.

Fraukfurt, 20. Juli. Die Börse war weulg be-
lebt uud die Nolirungen erfuhreu nahezu keiue Veräu-

Ocsterr. Bauk 800 bez., Credii Iviihp— 97, Darm-
städler zu 223 am Markle.

Vou Slaalspapiereu Naüonal Wb/-—3/ zinproc.
M-la«. öt>/,.

' (Dcklußcurse.) Crcdit 197-/.—198. 1882er Ameri-
kauer

Erbvvrladungen.

Kark Laug vou Rust. AleriuS Häfele, Pelrvneüa

Deutschkatholische Gemcinde.

Sonntag, den 24. d. M., kein Gottesdienst.

Bauarbeiten-Verg ebung.

An dem Oberamtsgebäude dahier vorzunehmende
Bauarbeiten sollen im Soumislwnswege in Akkord
gegeben werden.

Der Voranschlag beträgt für:

die Maurerarbeit 837 fl. 46 kr.

„ Steinhauerarbeit 277 „ 11 „

„ Zimmerarbeit 864 „ 36 „

„ Schreinerarbeit 9t) „ 52 „

„ Glaserarbeit 88 „ 23 „

„ Schlosserarbeit 109 „ 30 „

„ Tüncherarbcit 100 „ 34 „

Plan, lleberschlag und Bedingungen find in un-
serem Bureau zur Einficht aufgelegt, woselbst auch
die Angebote brs

Samftag, den 23. d. M.,

Nachmittags 3 Uhr,
abgegeben werden' können.

Heidelberg, den 18. Iuli 1864.

_Gr. Bez.-Bauinspection._(2)

Gasthaus - Wcrsteigerung.

AusAntrag der Betheiligten und mit obervor-
mundschastlicher Ermächtigung wird das zur Ver-
lassenschaftsmasse des verstorbenen Bierbrauers C.
Theodor Stulz dahier gehörige, uuten näher
beschnebene Gast- und Wohnhaus am

Dienftag, den 9. Auguft l. I.,
Mittags 2 Uhr,

M

-WM

auf vem Geschäftszimmcr des Großherzogl. Notars
Heinr. Pezold dahier, östliche Hauptstraße Nr. 64,
öffentlich versteigert und endgiltig zugeschlagen,
wenn der Schätzungspreis oder mehr erreicht wird.
eschreibung der Ltegenschaft.

Ein an der westlichen Hauptstraße
Nr. 67 gklegknes Wohnhaus mit der
dinglichen Schild- und Wirthschafts-Gc-
rechtigkeit zmn „goldenen Engel" nebst
dazu gehörigen Gebäuden, nämlick:

s) einem 2stöckigen Wohnhause mit gewölbtem
Keller und vierstöckigem Mittelbau von Stein
mit Riegelfach;

b) Tanzhalle, 2 Stock hoch, gleiche Bauart;

o) Anbau an solche von Stein;

ä) 3 Sckwetnställe von Stein;

e) Scheuer, zweistöckig, mit gewölbtem Keller,
und Wohnzimmer von Stetn mit Riegelfach;

t) Sommerwirthschaft mit Kegelbahn.

Die Gebäude sammt Hofraum enthalten nach
Lagerbuch einen FläÄenraum von 44 Rth., 7 F.,
1", 3'" H. W.-Maß oder 97 Rth., 81 F., 73 Z.
n. bad. Maß nebst dabet liegendem Garten, 40 R.,
6 F., 9", 8'" H. W.-Maß oder 88 Rth., 97 F.,
60 Z. n. bad. Maß.

Das Ganze also 186 Rth. 79 F. 34 Z. n. bad.
Maß, begränzt einseits zum Theil Flaschnermeister
Josef Eberbard, zum Theil die Ziegelgasse, ands.
Mctzgermeister Georg Friebrich Schaaf, hiuten die

Anstößer: Weingärtner Ph. Jakob Müller, Su-
sanna Frei ledtg und Johann Phtlipp Gamber,
Tar 30,000 fi.

Heidelberg, den 18. Jult 1864.

Großh. Amts-Revtsorat.

F i s ch e r.

Auszuleihen, (!. 4«o V°r-

mundschastsgeld gegen gute Versi-
cherung. Westliche Hauptstraße Nr.
33. im 2ten Stock. (2)

Drei Schlafstellen nebst Kost

im 2. Stock, Dreikönigstraße Nr. 2. (1)

Wohnung zu vermiethen

Hauptsttaße und Frie'brichsstraße, Eck ^ir. 94,
wegen Wegzug auf Michaeli bet

sls_ M. C. Krall.

Bei Unterzeichneter werden alle Arten Federn
schön und billig gewafchen, gefärbt und gekraust.

Unterstraße Nr. 29, im 2. Stock.

_Zohamia Rosenfelz.

Eine freundliche Wohnung

von 5 Zimmern mit oder ohne Möbel zu ver-
miethen Markt Nr. 9. sZ)
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