Heidelberger Zeitung — 1864 (Juli bis Dezember)

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Milbürger!

Nachdem die Tapserkeit deutscher Heere die deutschen Greuzmorkcn im Norden vom frem-
den Joche befreit, —nachdcm die augcnblickliche Gefahr, die von einer Einmischung Europas
in unscrn Streit mit Dänemark drohte, durch das Ergebniß der Londoner Conferenz be-
seitigt ist, stockt die Erlcdigung der schleswig-holsteinischen Frage i,n Sinnc dcs deutschen RechteS
und der deutschen Ehre aufs Neue. — Es ist Rußland gelungen, einen deutschen Fürsten zu
vcrleiten, durch vorgebliche RechtS-Ansprüche die Entwickelung der Sache auf's Neue zu verrwir-
ren, und Oesterreich, Preußen und der dcutsche Bund zögern, obschon sie selbst am 28. Mai
die vollständige Trennung der Hcrzogthümer von Dänemark und ihre Vereinigung unter der
Souverainetät deS Erbprinzen von Augustenburg gefordert, mit der Durchführung diescr
Forderung dcs Volkes. — Eine solche Zögerung gefährdet alle die glücklichen Erfolge der deut-
schen Sache in diesem Streit auf's Neue; es ist daher an dem deutschen Volke, seine Ftimme
laut zu erhcben, daß endlich das schleunigst gcschche, was das Recht, was die Herzogthümer, das
deutsche Volk längst verlangten, was die Vcrtreter der deutschen Regierungen iu London selbst
sordcrten. — Die «timme des deutschen Bolkes iin Bunde mit dem guten Recht hat sich iin Ver-
laufe dieses Streites als eine umviderstehliche Macht gezeigt, w elcher dix widerwilligsten Bcftre-
bungen sich fügcn inußten; sie Ivird auch jctzt nicht machtlos verhallcn, wenn sic sich mit Nach-
druck vernehmen läßt. Dcßhalb haben Eure Bevollmächtigtcn für diese Sache, der SechSund-
dreißiger Ausschuß in Franksurt, es angeregt, daß in diesen Tagen durch ganz Deutschland hin
in mächtigcn Versaminlungen der Ruf erköne: „Sie bentsche Uation crwartet und vcrlangt, Laß
Lie deutfchen Negicrungen, der Vcrpüichtung gctreu, welche sie feicrlich übernommen haben,
ohne Aufschub am Änndestage Lie Anerkennung Les Hcrzogs Friedrich aussprechen und ihm
die Möglichkcit gcwährcn, Lic Pegierung nach den Sesiimmungen Les deschworenen Erundge-
setzes in Len Herzogthümcrn anzutretcn", und so ladet denn auch Euch, Bewohner des Bezirkes
Heidelberg, der Heidelberger SchleSwig-Holstein-AuSschuß zu einer Versammlung zu besagtem
Zwecke auf nächsten Lonntag, den Juli, Nachmittags 3 llhr, im Schloßhof
zu Heidelberg ein.

Denkt nicht, es jeien der Beschlüsse nun genug gesaßt, eS sage Keiner, an seinem Erschei-
nen oder Nichterscheinen sei nichtS gelegcn, denn eS gilt, vor Europa cinmüthig und vcrnehm-
lich zu erklären, daß Deutschland unwwandelbar festhält an dcn Forderungen
der Ehre und des Rcchtes. Darum kommt Alle, um Euere Stimmen zu vereinen zu
einem gewaltigen, unadweisbaren Willensausdruck. Es rust Euch das Vaterland!

Heidelberg, 20. Zuli 1884.

(y

Drr Schlrsmig-Holstrin-Ausschuß.

Heute Donnerstag den 21. Juli in dcr Brauerei zum schwarzen Schisf

UuM- L

der

Gesellschaft Blechschmidt.

Ansang 8 Uhr.

Eintadung.

Die siebente Hauptversammlung

des

Vereines deutscher Ingenieure

wird in Hcidclbcrg während der Tage vom

Montag, den S. bis Mittwoch, den 7. September d. I.

stattfinden.

Außer specielleren Fachvorträgen werden unter anderen folgende Gegcnstände allgemeinen
Jnteresses durch betresjende Vorträge eingelcitet und zur DiScussion auf die Tagesordnung ge-
bracht «erden:

Die Schulze-Delitzsch'schen Genossenschaften in ihren Beziehungen znr Zndustrie.

Die der Organisation polytechnischer Schulen zu Grunde zu legcnden Principien.

Die Einführung des mctrischen MaßsystemeS rc.

Außer den Vereinsmitgliedern werden

Lic Tcchnikcr und ZnLujirirllen AcuischlanLs

hierdurch srcundlichst cingeladen, an dieser Versammlung recht zahlrcich Theil zu nehmen.

Der Vorstan- deS Vereines Veulscher Zngenieurc

Großh. Minifterium des Jnnern.

Die ordentliche Conscription für das
Aahr 1865 betr.

Da nunmehr die Vorarbeiten zur Lonscription
für das Aahr 1865 beginnen, so werden in Ge-
maßhrit deS §. 17 des Constrtptionsgesetzes vom
Jahre 1825 alle Badener, welche in der Zeit vom
1. Januar bis 31. Deccmber 1864 das zwanzigste
LebenSjahr zurückgelegt haben oder zurücklegen, hier-
mit aufgeforbert, fich bei dem Gemeinderath ihres
Orts zu melden oder anmelden zu lassen und ihre
Antereffen bei der Vorbereitung der Aushebung
nach Vorschrift des Gesetzes und der Vollzugsver-
ordnungen rechtzeitig zu wahren, sofort aber spä-
testenö am 31. October d. A. fich zu Hause ein-
zufinden, um auf Vorladung vor der Aushebungs-
vehörde perfönlich erschetnen zu können, oder
aber bei Zeiten die Erklärung abzugeben, daß,
wenn fie durch das Loos zum Dienst gerufen wer-
den, fie einen Mann einstrllen, widrigenfalls in
Ermangelung etnes nach 8. 22 deS ConscriptionS-
gesetzes untauglich machenden Gebrechens dieselben
als tauglich angesehen und — im Falle fie das
LooS trifft — nach Vorschrift des §. 4 bes Gesetzes
vom 5. October 1820 als Ungehorsame behandelt
werden svllen.

Die großh. Kreisregierungen werden beauftragt,
für die Bekanntmachung vorstehender Aufforderung
auch durch die Lokalblatter und auf die für die

^°LarlSrahc,^den° 28.°Am lÄ^"'

A. Lamey.

Buiffon.

Vorstehende Aufforderung Großh. Ministeriums
des Annern wird in Folge oberamtlicher Verfügung
vom 14. d. M., Nr. 14,521, verkündet durch Aour-
nal Nr. 165, hiermit zur allgemeinen und insbe-
sondere zur Kenntniß der Conscriptionspfltchtigen
für 1865 und deren Angehörigen gebracht, mit der
Aufforberung, sich alsvald zur Aufnahme in die
Vorbereitungsltste bei uns anzumelden.

Dabei wird'namentlich hervorgehoben, daß:

1) Dienstbefreiungsgesuche wegen Familien-Un-
entbehrlichkeit längstens bts zum Ablaufe des Auf-
lagetermins der Aufnahmsliste eingereicht sein müs-
sen und später nur dann angenommen werden
dürfen, wenn fie durch ein tnzwlschen eingetretenes
Ereigniß unterstützt find. Solche Gesuche mögen
alsdann bald eingebracht werden;

2) daß jeder Conscriptionspflichtige die Verbind-
lichkeit hat, während der Ziehungstagfahrt oder
längstens tnnerhalb 14 Tagen nach derselben dem
ConscriptionSamte setne äußerlich nicht erkennbaren
Gebrechen anzumelden und Beweis dafür anzu-
treten, widrigenfalls er Strafe zu gewärttgen hat.

Heidelberg, ben 16. Auli 1864.

Der Gemeinderath:

KrauSmann.

HMrliistoriscll - Nleäieilliseller - Vereill.

Freitag, den 22. Zuli. Sitzun-,._

Zu vermiethen. Ein° fr-undlich- W°hn-
ung von 3 Zimmern. 2 Mansarden, Küche u. s. w.
Zu erfragen Westliche Hauptstraße Nr. 48. s2j

Zu vermielhen.^ D-r 2tr Sisck mit fünf

(1?i Jos Keller, wcstl. Hauptstr-ß- 57.

Eine schöne Familien-Wohnung mit 7 Zimmern
und Zugehör ist auf Michaeli zu vermiethen.

j7j G. Trübner.

Ei» Logis

von 2 gut möblirten Zimmern mit 2 Betten
wird zu miclhen gesucht.

Adressen unler II. I. an die Erpedition
dieser Zeitung. j2j

(Zu vcrkaufen.) Eine Kartofielmühle,
auch zum Zerqueljchen von Aepfel drauchbar,
b-i (2)

Maurermeister ^khrmaun

Dccimal-Waage von 2—3 Ccntner
Tragktaft wird zu kaufen gesucht. Anlage
Nr. 3. ^ (1)

wird ein gewandles Ztmmer-
mädchen, welches gule Zeug-
nisse bcsitzt und sogleich etntrctcn kanu. Anlage
Nr. 3 zu -rsrag-n. (1)

Eiiie gebildetc Dame (Französtn) mit
den besten Zeuaniffen vcrseheu, wünscht soglcich
cine Stellc alö lZouvernante in clncm Privalhause.
NähcreS zu erfragen bei der Lrprd. d. Ztg. s3j

zremdeuliste

vom 20. bis 21. Zuie 1864.

und Nichte aus Finnl'and. Apfel. ^Brauereibesitzer ^ans
Darmstadt. Porro und Fam., Rent. a. Odessa. Ans-
berger und Hourld, Kfl. auS Ulm. Schönstein, Post-

LivIÄenes IIvrL. Wismer, Student aus Zürich.
Koch, Uhrmacher aus München. Baldegger, Kfm. aus
Oberutzwill. Mäbiur, Doktor, Klovarl und Ditale, Ge-
sangslehrer, Oldach, Privatm., Janzen, Lehrer, aus Ham-
burg. Hafner nebst Frau, Oekonom auS Lützelsachsen.
Nefiner, Hosmusikus aus KarlSruhe.

Ll«Ickei»e8 Ikvss. Hauser aus Wien, Heß aus
H^ambur^, Kfl. ^Maler,^ Priv^ a. Schweinfurt^ ^a^

Durchlaucht^Fürstii?Hillkof^ mit BedUn.^, Fürstin^a-

aus Pelersburg. Madame West und Madame Gold-
schmidt aus Frankfurt. Conaroff aus Rußland. Vaimsky
aus Polen. Tabelarius aus Wallachei.

Franksurt, den 19. Juli.

fl. 9 3972-40'/,

Pistolen
Preußische Friedrichsd'or .
Holl. fi. 10 St. . . . .

20 Franken-St.

Engl. Sovereigns . . .
Russ. Jmperiales . . .
Pr. Cassen-'Lcheine . . .

Buckdruckerei in Hetdelberg:

9 56—57
9 49—50
5 33—34
9 25-26
11 48—52
9 41—43
1 45—45'/i

Redaction. Druck uud Verlag von Adolph Emmerling, VrrtagS-Buchbandlnng «ntz

Hierzu eine Beilage „Heidelberger Familienblatter,, Nr. 66.
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