Heidelberger Zeitung — 1864 (Juli bis Dezember)

Page: 119
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/hdtz1864a/0119
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
jamkeit. Zur Ernennung der BezirkSrLlhe
müssen von dcn Gemeinden jpätestens bis
1. Sept. die Verzeichniffe der dazu gcjetzlich
befähigten Stnatsbürger angcjcrligt werdcn.
Der Verwaltungshos hat einstweilen seincn
Aufenthalt in Bruchjal zu nehmen. — Einer
bedentenden, seit einer Reihe von Jahren in
Mannheim bestehenden Fabril ist nach dcm
»Fr. Z." der Betrieb unterjagt uno die Schlie-
ßung derscldcn binnen einer Frist von drei
Monaten von Seiten der hiesigen Kreisregie-
rung aufgegeben, weil nach Behauvtung der
Sanitätspolizeibehörde durch die erwähnte An-
stalt die schwarzen Blattern importirt und durch
ihre Arbeiter iu dcr L-tadt verbreitet worden
sein sollen. Die Grünoung eiuer audern An-
stalt, welche die Wiedergewinnung des Oels
aus verschiedeuen Dingen, iusbesonderc aus dcn
bei dcn Maschinen verwendeten Putzlappen rc.
zum Zwecke hat, ist dcm Unternehmer inner-
halb des Stadtgcbiets nicht gestattct worden.—
Die Schützengesellschaft in Ladendurg feierte
am 31. Juti das Fest der Einweihung des
neuen Schießplatzcs und der Fahneuweihe, das
vom schönsten Wettcr begünstigt uud uutcr zahl-
reichcr Thcilnahme dcr ganzen Einwohnerschast
und vicler Schützcn uud Schützensreuuoe oer
Umgegend begangeu ward.—ZuPforzhcim
wurde Herr K. Gruner mit 60 von 72 Stim-
mcn zum Bürgermeister gewählt. Derselbe war
voriges Zahr von der Regierung als Bürger-
meister eingejetzt wordcu. — Am 30. Abends
gegen lO UHr brach in Durlach in der Rap-
penstraße in einer gefülllcn Scheuue Feuer auS,
wodurch diese üud noch zwei Häuser von dcr
Flamme zerstört wurden. — Zn Sulzbach
(Amt Weinheim) brannte am 27. Zuli ein
Wohnhaus uud eine Scheuer ab. Noch wäh-
reud des Brandes verbreitete stch das Gerücht,
der Eigcnthümcr der brcnueuden Gebäude, eiu
gänzlich verkommencs Subjeki, habe das Feuer
sclbst angelegt; es wurde aus dcnselbcn gesahn-
det uud man. fand ihn obeu am Berge sitzcnd,
von wo aus er dcn Fiammen in gemüthlichcr
Ruhe zusah. Seine Verhastuug crsolgte alsbald,
uno er ist der That geständig.

. s. Angeltkürn, 1. August. Jn ver-
gangcner Nacht wurde eine schaudcrvollc That
hicr begangen. Jn Folge deS Auszngs eines
»cucn WirtheS fand gestern cine Tanzbelusti-
gung Statt, bei welcher sich Raufcrcien zwischeu
den jungen Bauernburschen entwickeltcn; einer
derselben sprang zum Saale hinaus und ver-
stellte etwa 7 audern von Wölchingen den Weg,
worauf ihn dicse in so abschculicher Weisc mit
Messcrftichen in den Rückc» »erwundeten, daß
er sogleich den Geist aufgab. Ein Zeicheu der
Brutalität dabei war auch uoch, daß man dem
Verwnndeten eine abgebrochenc Messerklinge
von etwa 2 ' ans dem Rücken grub. — Man
fand sich sowohl in Boxberg als in Wölchin-
gen schon oft veranlaßt gegen die ncu gegrün-
detc» Vereine zu schmähen, sicher ist es aber,
wären diese jungen Leute bei einem derselbeu
betheiligl gewesen, so säße» sie jetzt nicht hinter
Schloß und Riegel und viel Kummcr wäre den
Elteru erspart.

Bekanntmachung.

Die Abfuhr des aufbereiteten Holzes aus
den hicsigen Stadtwaldungcn mnß mit dem
1. September d. Z. geschehen scin, und es
haben nach dieser Zeit alle säumigen Holz-
steigerer Conventionalstrafen zu erwartcn.

Heidelberg, den 1. August 1884.
Stadtbezirksforstei.

Biehler. (1)

Heidelberg.

Häuser- und Güter-Berkäuf«

WohnunK» Vermictbungen

Rcntable GeschLfts- und Wohnhäuser, so wie
schön gelegene Landhauser, Villas und Lanogüter
sind zu verkaufen; möblirte, wie unmöblirte Woh-
nungen, in Stadt-und Landhäusern zu vermiethcn,
durch dic allgcmeine GeschäftSagentur von

Jot). Müller, Fiscymarkt Nr.^7.

«nl'iaiuncn

schönste Waare empfiehlt (2)

°m Markt.

- Mannheim, 1. August. Der Borstand de- hie-
sigen Arbeiterbildungsvereins hatle auf den verflossenen
Samstag eine Versammlling der Milglieoer anberamnt
uno alS Gegenstand der Tagesordnung, deziehungsweise
Abciidordnung, die „Mitiheilung eineo Arlikels in 'Rum-
mer 164 der Heidelberger Zeilung iibcr den Vereiu"
bezeichnet, wobei er die Güre haile, den „Herni" Corre-
spondenteii der genannten Zeilung „höflich>t eiuzuladen."
Der Correspondent, höchst daukbar sür die ihm gescheukle
Aufmerksamkeil, halle jedoch uichl genug kindliche Ein-
falt, um dieser naiven Cinladuug Folge zu leisteu; deun
obgleich er mehr Mnth bcsitzt, a!6 ver Maui'.heimer An-
zeiger seinen Gegnern, die mcht mil aufgefchlagenem
Visir ihm gegenübertreten. zuzuirauen geneigt ist, so
verspürle er doch keine Lust in sich, oem grobeu und

Zielscheibc zu dieneu, oder auch scine Ausichien durch
die Weisheir der Vereinsbildner coirigircn zu lassen.
^^^0^ iveni^ siih^^O^ppo^

Es wird unS Folgendes zur Aufnahine ein-
gesandt:

/ Mannheim, 1. Aug. Jn der letzten
Sramstag Adend stattgehabten Hauptversamm-
lung deS hiesigen ArbeiterbildungSver-
eins wurde ein Artikel — Mannheim, 12. Juli
in Nr. 164 der „Heidelberger Zeitung" zur
Kenntniß der zahlrcich versammelten Mitglieder
gebracht.

Man sprach sich von mehreren Seiten ener-

Museum.

Donnerstag, den 4. August, findet die letzte

8oinni6r-R.6uriiou

statt. Anfang ?'/,Uhr.

(1) __Die Balldirektio».

wicder eingetroffen bei (2)

an> Markt.

Rübsamen

zur Saat empfchlcn

Solirili L Ha.ssl^i',

s8s Unterestraße Nr. 14.

Zeitungs-Papier

wird fortwährend gekauft und gut bezahlt.
Krahnengasse Nr. 6 bei Schlosser Müller
^3) im Zten Slock

gisch gegen derartigen böswilligen, auf unlau-
teren Moriven *) beruhenden Angrisf auf den
Verein auS und crklärte einstimmig:

1) Der Arbeiterbildungsverein in Mannheim hat mit
dem Unsug der „Blauen-Montags-Ercesse" hiesiger
GeseUen und GewerbSgehilfen nichl daS mindeste
geniein. Wenn es ihm iin Gegentheil noch nicht
gelungen ist , dieser verderblichen und wüsten Ge-
wohnheit kräftiger entgegen zu arbeiten und größrren
Enifluß auf die geistige und moralische Bildung
der Arbeittr zu gewinnen, so trägt deiselbe viel
weniger L>chnld, als Diejenigen, welche sich seinen
Bestrebungen feindselig entgegenstellen und als Die-
jenigen , welche dci^Eeziehung und Weiterbildung

ihin stcllen.

Die „Hcidelberger Zeitung" ersuchen wir,
diescr Erklärung unsereS Vereins die Aufnahme
zu gestatten.

Der Borstand des Arbeiterbildungsvereins
in Mannheim.

Verloosungen.

Karlsruhe, 2. August. Bei der heutigen Serien-
zichung der badischen 50 fl.-Lovse sind folgende Num-

^Nr.^°1l" 31°/40.'57. 81. 87, 92. 121, 144, 182.
216. 234 , 258 . 260 . 267 , 278 , 284 , 323, 335, 348,

361. 386. 469. 497. 502, 508. 514. 518. 526. 528,

535, 559, 576, 577, 607, 624, 660, 663, 687, 691.

729, 732 . 736 . 739 , 773 , 779 , 601, 822. 829, 864,

860 . 886 , 836 , 913 , 916 , 920. 940, 942, 946, 957,

978^990.. B 'd l st . ' d

Stt'ie 548/54V^67o" 2110,

2155, 2593. 2630, 3000, 3324, 4275, 4732. 5040,
5247, 5615, 6073, 6231. 6543, 6937, 7836, 8036,
8319 . 8543 , 8875 . 9953, >0.369. 11,012, 11,622,
12,741. 12.891, 13.421, 13.095, 13,220. 13,736,
14,012, 14,312, 15,365, 15,715, 16.467, 16.510,
16.708, 16.837, 17.411. 17,416, 17,755, 17,600,
17.869. 18,193, 13,222, 18,459, 19,640, 19.876. Die

Berichtigung.


Mmeral-Wasser

in Syphons » 10 kr. pr. Flasche empfichlt

8)

Eine Herrschltftsuiohnung,

abgeschlossen, elegant möblirt, bestehend aus 5
Zimmern, Küche rc., sowie Gartengenuß, sogleich
zu vermiethen.

(2) Westl. Hauptstraße Nr. 30, 1 Stiege hoch.

Zu vermietkcn. D-r 2t° Steck mtt sänf
f28s Jos. Keller, wcstl. Hauptstraße S7.

Eine schöne Familien-Wohnung mit 7 Zimmern
und Zugehör ist auf Michaeli zu vcrmiethen.

s7s G. Trübner.

VL. Jnserate "WZ

für dic Heibelterger Zeitung und den Straßcn-
anzciger können rntwebcr bei der Ezpedition
(Schiffgaffe Nr. t)oder in der Buchhandlung
dcs Herrn kt. Vsiss (östt. Hauptstr Rr. 20)
adgcgedc» werdcn.
loading ...