Heidelberger Zeitung — 1864 (Juli bis Dezember)

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Rastatt iei dem Amtsgcricht WieSloch, dcn Rc-
ferendär Georg Hercs von Amorbach bei dcm
Amtsgcricht Buchcn, den Resercndär August
Nnttiuger »on WieSloch bei dem AmtSgericht
Mosbach, den Ncfcrcndär Jojcph Fritsch von
St. Pcler bei dein Amtsgcricht Villingen, dcn
Ncfcrcndär Karl Martin von Heiligeuberg bei
dem Amtsgericht Waldshut, dcn Refcrcndär
Olto Haaß von KarlSruhe dei dem Amtsgc-
richt Emmcndingen, dcn Ncjerendär Karl Roos
von KarlSruhe bei dcm Amtsgericht Müllheim,
den Refcrendär Hcrrmann Heiß von Lahr bei
dcm Amtsgcricht Radolphzcll, den Refercndär
Jnnozenz Schmidt vou TauberbiichofShcim bei
dem AmtSgericht Badcn, den Neserendär Jo-
hann Dictz von Mannhcim bci dcm Amtsgericht
Schwctzingcn, den Refcrcndär Fran; Bcck von
Kappel bei dem Amtsgcricht Wälldürn, den
Rcfercndär Lndivig Stein von Karlsruhe bei
dem AmtSgericht Nastatt, den Refercndär Lud-
wig Kilgcnstein von Jtterobach bei dem Amts-
gcricht Schopfheim, den Rcserendär Engen Zepf
von Hüfingcn bei dcm AmtSgericht Engen, dcn
Nefcrendär Karl Ullrich von Mannheim bci
dcm Amtsgcricht daselbst, dcn Rescrendär Wil-
hclm Junghanns von Mosbach bei dem Amts-
gericht Kenzingen, den Refcrcndär Adolf Baum-
slark von Freiburg bei dcm AmtSgericht Säckin-
gcn, den Rcferendär Karl Leiblcin von ivkosbach
bci dem Amtsgericht Stausen, dcn Rcsercndär
Johaun Richard von Mannhcim dci dem AmtS-
gcricht Ettlingen, den Rcfcrcndär Karl Eisclcin
von Dvnaucjchiiigeii bei dcm Amtsgericht Kork,
den Rcfcrcndär Zoseph Martin von Möhringen
bei dem AnitSgericht Triberg, den Referendär
Eduard Büchncr von Philippsburg bei dem
Amtsgcricht Borberg, den Rcfercndär Karl
Siegel von Bruchjal bci dem AmtSgcricht
Mannheim, den Rcfcrendär Eduard Erxleben
von Karlsruhe bei dcm AmtSgericht Ladcnburg,
den Refecendär Ludwig v. Braun von Wciswcil
bei dcm AmtSgericht Sinsheim, den Reserendär
Emil Hornung vvn Schlatt bei dcm Amtsge-
richt Ncckarbischofsheim, den Referendär Hein-
rich Hetz von Karlörnhc bei dem Amtsgcricht
Lahr, den Rcfcrcndär Wilhclm Bulster von
Buchen bei dem AmtSgericht Nenstadt, dcn Rc-
fcrendir Karl v. Tcufscl von Mannheim bci
dem AmtSgericht KarlSruhe, den Refercndär
Hcinrich Süpflc von Konstanz bei dem AmtS-
gericht Hcidelberg, dcn Referendär Ludwig
Schembcr von Adelshofcn bci dem Amtsgericht
Pforzhcim, den Referendär Zohann Sengler
von Marburg bei dem Anitsgcricht Ettenheim,
den Reserendär Anton Schönle von Thengen-
Hinterburg bei dem Amtsgericht Bonndorf, den
Rcferendär Emil Fiescr von SinSheim bei dem
AmtSgericht Ofsenbnrg, den Reserendär Johann
Hauscr von Heidelberg bei dem AnitSgericht
Eberbach, den Rcjercndär Wilhelm Bärentlau
von Mannheim dei dem AmlSgericht Adelsheim,
den Refcrcndär August Maycr von Mannheim
bei dem Amtsgericht KärlSruhe, nnd den Re-
fcrendär Theodor Roth bei dem Amtsgcricht
Offenbnrg; den Kanzleirath Dr. Karl Löiv in
Mannheim, den Kanzleirath Maximilan Dictz in
Freiburg, den HofgcrichtS - Sekretär Anton
Schachleitcr in Bruchsal, und den Hofgerichts-

schimpfte, die der Major uns angkthan, und wir
saben cln, daß etwaS geschchrn müffc, um auf
„anständige Weifc" die Nacht zuzubringrn. Wir
riefen unserc Burschen, verhaudelten mit ihnen,
ob kcin Brennmaterial aufzutreibcn sci, forschtcn
nach Rum, Zuckcr und Zitronen, erhtelten aber
die sehr niederschlagende Antwoit, daß dcr Fou-
rierwagcn noch nicht angekommeii, daher an etn
erträgUchrs Naß ntcht zu deuken sei.

„Ste werden doch eine Feuer machen könncn",
wctterte der Schwede, der rin Loch im Sticfel hatte,
ffch dahcr auf dic Adfib- st-llte, um trockeiien FußcS
zu bleiden. „Wenn Sic keln Holz findcn können,
dann stehlen Sie etwas, — eine Soldat findet
tmmer, was ffe brancht."

„Wir können den Lindendaum vor der Pastorcn-
wohnung nmhauen", sagte ein alter Baier, dcr in
Gricchiutand und Atgier mitgesochtcn hatte.

„Oder, wir wären ein Scheunenthor, etnigc
Wagendeildsein oder sonstiges Hausinventar?" fragte
etn alter Unterofficicr, der eincn gründlichen Haß
gegcu die Bauern hatte und tn dcm Rufe stand,
dcn I-Ünischen Bauern IütlandS eben nicht in En-
gelsgcstatt eifchienen zu sein. Wenn vte Herrcn !

K-kr-tär Franz Blahle in Freiburg in den
Ruhestand; ferner den im Sekretariat deS Hof-
gerichtS zu Koustanz verwendeten AmtSrichter
Karl Baumgartncr als Sekretär zu dcm KreiS-
gericht MoSbach, den Hofgerichts-Sekretär Jo-
sexh Schrempp in Frciburg zn dem KreiS- und
Hosgericht Offcnburg zu versetzen; dagegcn zu
Sekretären den Rcfercndär Karl Amann von
Freiburg bei dem Krctsgericht Villtngcn, den
Refcrcndär Albert Hosmann von Lahr bei dem
Kreisgericht WaldShut, den Referendär Mar
Heinsheimer von Bretten bei dim KreiS- und
und Hosgcricht Freiburg, dcn Referendär Anton
Schloß von Mannheim bei dem KreiS- und
Hofgericht Karlsruhc, den Refcrendär Berthold
Traub »on Mannhetm bei dem KretS- und
Hofgcricht Mannhcim, dcn Refercndär Kärl
Edmund Dlum von Säckingen bei dem Krcis-
gericht Lörrach, dcn Referenbär Hcinrich Nau
von Krnztugcn bei dcm Kreisgericht Baden,
den Neferendär Ludwig Amann von Heidelderg
bei dem Kteisgericht Heidelberg zu ernennen.

st- Bon der BergstraHe, 29. Juli.
Daß im Oberhanfe der dadischen Ständever-
sammlung die Opposition gegen das vielbefxro-
chene Untcrrichtsgefetz wcit schärfer und
energischcr auftrat ats in der zweiten Kaminer,
war kcin Unglück. Es ist ini Gegentlieil ganz
gnt, weim die verschicdenen Meiniiiigen sich
auösprcchen, und da im Laiide einmal eine de-
kannle Partei und das Kircheiiregiment felbst
Opposilion machen, to ist es nicht zu verwun-
dern, daß diese auch im Ständchause erncuert
wird. Solche Gcgensätze haben sich öflerS bei
fast allcn Völkern gezeigt und bemerkbar ge-
machl auf dcm Gebiete dcs geistigen wie des
niateriellen Daseins; derartiger Streit und
Fehoe ist inaiichmal sehr nütztich gewcsen, in-
dcm er die Leute ans trägcr Jiidolcnz und
Befchaulichkeit aufrütlclte und zu lebhafter und
leideiijchaftlicher Discufsioii hinritz und das ist
kein Ungtück, dcuii bei einer Ration ist nur
die dumpfe Gtetchgültigieit, die Kirchhofsrnhe
vom Ucbet. Bci dcrarligen Zwisten unb Con-
flicten ist nur der Fanatismus gesährlich
u»d dedenklich, denn man joll an die Unwissen-
heit nicht appclliren, keine Bcroächligungen und
Berläuindiiiigcn unter dic Masse schleudern, dcS
BvlkeS hciligftc Gefühle soll >nan nicht auf-
rcizen und stachcln zu feindseliger Auflehnung
gegen die SkaatSleilung DaS ist ttichl nur
bedenklich, sondern cin großes Unrecht u»d der
Ausgang kann für die Urhcber nnd Veranlasser
schlicßlich nur ungünstig jein.

Man follte üdrigens nichl glauben, datz so
viel Eifer sür eiue so einfache Sache kundge-
gcben würde! Dle Rüftkammern und Zeug-
häufcr der Dialektik, Cafuistik und scholastischen
Philosophie sind von gewisfcn Eiserern geleert
worden, um mit gezogene» und ungezvgenen
Gcschützen gegen das Unterrichtsgesetz zu Felde
zu zichcn. Und was ist denn eigcntlich dic
Krage? Lwll dcr Hcrr Dckan oder Pfarrer
oer gebornc Präsidcnt dcs Ortsschulvorstandes
scin odcr nicht? Mit der Religion hat eS
dnrchaus nichts zu schaffcn, ob er Präsident
ist odcr nicht, mtl seiner Aulorität viclleicht.
Aber gcrckie i» diejcm Falle ist es fehr gut,

Offictere erlauben, wolltc lch wohl mlt meiner Cor-
poralschaft ciniges Brennbark herbeischaffcn."

„Verstcht fich", antwortete dcr Schwede, „AUeS,
was brennt. Sie find cine Perle, Unterofficier
Htinrichs, schaffcn Sie nur schnell etwaS herbci,
sonst crkälte ich mich. Jst denn kcinc Trvpsen zu
habcn?"

„Da im Graben ift Meerwaffer mit Fenchcl und
Krausrmünze versetzt", erwidcrte ich, tanche Dein.en
Apollokops über den Rand deS GrabenS und schtürsc
mit vollen Zügen."

„Svll ich trinken wie cin Ochs? Aus allc Viere
lirgen und die Nast hineinstecken in die elende
Wrsser? Pah! Morgcn werd« ich etnr Bowlc
Pnnsch brauen nnd in meinr Bett auStrinkcn, da
kannst Dll zuschen, mcinc Freund, wic dir aitc
Schwcd, zu leben versteht — abcr da kommt dte
Heinrichs mit Holz. Eine brtllante Milltär, dirse
HeinrtchS!"

Heinrich« hattl f-ine Wnth an d-n Bauern
anSgrlassen, das wiffrn dir Göttrr. Mitchelmer,
Schicbkarren, Wagenräder, rin roth angtstrichentS
Schcunenthor und, wenn tch nicht irre, rin Brun-
nrnrtmrr waren von ihm mit Beschlag betcgt und

wenn die Geistlichkeit daran gewöhnt wird,
ferner nicht in dcr gorm dcr Autorität -inen
religiösen Etnflnß übe» zu wollcn, denii nicht
die Form, fondcrn nur der Geist vcrleiht die
rechtc nnd ächtc Antorität.") Man tadelt es
vvn kirchlicher Seitc besvnders und namentlich
der Curatclerus lhut dieS in seiner bekaiinten
Denkschrifl, daß der Geisttiche künslig als Glei-
cher unter den Gleichen daftehe, während er
doch ein Oberer sei, ein Priestcr deS Brahma,
wie die HinduS sagcn. Das ist aber eben die
mittelaltertiche Anstcht und Anschauung, die
hier wieoer aufersteht oder vielmehr ats un-
heimliches Gespenst ipukt, die aber für unsere
Zeit nicht mehr paßt, daß der Clerns nämlich
als ein höhercr Sland yoch und eryabcn über
der ganzcn Laicnwelt stehe, gcwifferniaßcn als
ganz andere Menfchcn, dic, weil sie bie Weihe
crhalten haben, nicht aus denifelben Boden stehen
dürfcn mil den Uiigeweihteii. DaS tst dte Doctrin
nnd Satznng, wetche die großen Päpste frnhercr
Jahrhunderte festgesteUt haben, Gregor Vll.,
Jniiocenz lll, Pafchalis und BpnifacinS. Die
Kirche mag imuierhin diese Ansicht heutc noch
festhalten, der Slaal will davon durchauS nichts
mehr wissen, denn läiigst schon hat er sich so
cingerichlct, daß Laien und Geistliche anf ganz
gleichem Terraln stehen. Jm Miltclalter war
daS anders, dort standen stc außerhalb des
Staats unb übcr demselben tn absolul privi-
legirter Stellung. Das ist vorbci, längst vor-
bei, gesallen und gestürzt ist so Vieles uud aus
Ruinen erblühet neueö Leben. Der moderne
Staat aber mnß diejes Princip der Gleichheit
festhalten, denn für ihn ist dies eine Lebens-
srage, eine Frage der Erislenz.

Gernsheim, 1. Aug. DaS gr. hess. Mi-
nistcrium des Znnern hat durch Rsscript vom
15. v. M. dem Eomite für AnSfnhrung ciner
Eisenbahn dnrch daS s. g. Rieb eröffnet, daß
nach sorgfäitiger und grüvdlicher Prüsung, wie
eS die Wichtigkeit deS Gegenstandcs erforderte,
Se. K. H. der Großherzog auf die crstatteten
Berichte dejchlossen habe, daß der Bau und
Betricb auf Lüaatskosten nichl genehmigt wer-
den könne.

München, 30. Zuli. Ueber die Minister-
veränoerung erfährt man folgendes Nähere. Zn
der bayerischen Oberpfalz befindel jich ein Be-
zirksgcrichtsrath, der eine Schwcster hat, die an
cinen schwedischen Hofbcamten verhetrathet ist.
Bei dcr Throubesteignng unscrcs jungen KönigS
nahm der schwedische Gratulalionsgefandte Bcr-
anlassung, um die Versetzung jencS Beamten
nach München zu bilte». Der Mtnister von
Mulzer ging aber auf das ihm deshalb gestelltc
Anstnnen nicht ein. Zn Kissingen wicderhotte
nmi die Königtn von Schwcden die benannte
Bittc und bcfahl dann der KLnig die Ver-
setzung. Herr v. Mulzer weigcrte sich wieder,
und als man ihm wiedcrholt befaht, nahm er
seine Entlassiing. Der „Berl. Ref." wird da-
rüber geschricben, es sei diescr Antaß das schon
tängst ersehnte Momenl gewescn, um bcn als
OrganisationSminister schon längst mißliebigen

") Vgü Bluiilschlt's Ireffliche Nede über diefeil Gegen-
stand in der crsten badischen Kammer.

dcm Feuertode gcweiht worden. Wir hatten allcr-
dings cinigc Bevenkcn über dte Ziiläsffgkeit dlcses
Autodafö's, aber Lindström bkschwichtigtc durch dic
Frage, ob fie vielleicht all dte Zeug wiedcr zurück-
schlepprn und unS lächeriich machcn wollten?
csortsetzung solgt.)

(Ca la barbo h n e.) Mtt der von der Augrn-
hcitkunde s-it Kurzem tn Gebranch g-zogrn-n, auS
Obrr-Guinra stammrndr» Lalabarbohnc (kk>ao-
lltißma ronooosllm Llllk.) wurdr im botanischeu
Gartkii zu KarlSruhe ein Versuch zu dercn Fort-
pflanzung gemacht, welchcr Ersotg zu haben vcr-
spricht. Dle Bohnc keimtc wenigstciis nach drer
Wochen, die jungc Schlingpflanzc wächst rafch uud
rrrctcht hrute schon dle Höhc von 1>/, Fuß.

(Ctsenbahnunglück in Amerika.) DieNew-
Iorker Handrlszlg. brrichtet unterm 18. Juli: Ein
entsctzltcheS Unglück wldcrfnhr grstcrn cinem von
Zrrsey Cily mit 8SÜ gesangenrn Rrbellen nach dem
Lagrr bri Elmira abgesahrenen Zuge; dcrsrlbe stieß
mit eincm nach Port Jervi« fahrrndrn Kohlrn;ngc
zusammcn, und über 1ÜU Personrn wurden grtöotcs
und vrrwundrt.
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