Heidelberger Zeitung — 1864 (Juli bis Dezember)

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schönen und würdigen Feier ihrcs Gottesdien-
stes cifrig bchilflich, wofür dcr lutherijche Fürst
vom Papstc in einem Breve gclobt wurdc.
Dicses Lob mildcr, gerechter Duldjam-
keit, sagte Häusscr, haben auch dieNachfolger
Karl FriedrichS jcderzeit in vollem Maße ver-
dient, aber nicht immer erhalten. Bor zwölf
Jahren bei dcm Kirchenstreit, dem sogenanntcn
Conflict mit der Frciburger Curie, wie in un-
scrn Tagen bei der hartnäckigen Opposition
gcgcn die Schulresorm konnte auch von Sciten
wahrhaft tolcranter Landcsfürsten die Erfah-
rung zemacht wcrdcn, daß Undank der Wclt
Lohn ist und daß fanatijche Verstocktheit und
Verblendung schwer zu heilen sind. Zu dieser
nachträglichen Bcmerkung veranlaßt uus der
crwähnte Passus i„ HLusser's vortrcsflichcr
Festrede. — Jn der heutigeu Sitzung dcs groß-
hcrzoglichen Kreisgerichts kamcn mehrere
Civilproceßsällc zur öfsentlichcn uud mündlichen
Lerhandlung, die für cine Anzahl hicsiger
Einwohner ei» specielles locales Zuteresse hat-
ten, weshalb auch diese Session deS GerichtS-
hofs vom Publikum zahlreich bcsucht war. Jm
nächsten Monat wird ein mehrfaches Julercsse
bietender Criminalproceß vorkommcn und das
Tribunal verstärkl sich alSdaun durch zwei
tüchtige Zustizbeamte.

u- Heidelberg, 25. Nov. Dem Geh.-
Rath Chelius, emem der Nestoren deutscher
Hcilkunde uud Chirurgie, brachten die Corps-
stuoeuten gestern Abend einen Fackelzug in Au-
erkennung jeiner bleibenden Verdienste um hic-
sige Stadt und Hochschule, für welchen Gruß
und flammende Huldigung dcr Gefeierte vom
Balcon seines Hauses seinen hcrzlichen Dank
aussprach. Die Senioren und Chargirten der
sünf Corps erschienen bei dieser Feierlichkeit in
jchöustem Schmuck u»d Glanz. Nach dem Fackel-
zug war großcr Comniers in Gund's Bierhalle
zum Faulen Pclz. — Dcn Saatcn dcs Spät-
jahrs ist der cingctrctcnc Regen schr sörderlich,
willkommcn auch im Hinblick aus des Ncckars
niedrigen Wasserjtand und die vielen Brunncn
und Quellen, von denen iui Gebitge manche
fast verstegt find. — Zn einigcn Tunnels der
Odenwalddahn sollen erhebliche Ausbesserungen
und Reparaturen nächstens vorgenoinmcn
wcrden.

Sbcrkirch, 17. Siov. Jm hicsigen Bezirk
hat jich cine Geselljchaft gebildet, die die Mittel
und Wege zur Crbauuug eiuer Eiscnbahu ourch
das Rcnchthal zu crjtrcbcn sucht. Diese Bahn
joll sich vom Lahuyof in Appenweier aus über
hier nach Oppenau crstrccken, und im Auslrag
besagter Gejellschafl hal Zngenieur Günthcr vou
Lörrach die Plane nnd den Kojtcnüberschlag
dazu gefcrtigt, und nach dessen Berechnung
kann jolche mit einem Kosienaujwand von
850,MO fl. hergestelll werden. Nachdcm Gr.
Handelsministerium dic Genehmigung des vor-
habenden Baues erthcill, handell cs sich liun
nur noch uin dic Geldmiltel zur Erbaunng
dieser Vizinaleisenbahn, und eS svll ein Aus-
schrciben zur Actieuzeichnung erlassen werdcn,

Großh. Amtögericht Heibelberg.

den 2. Dezcmbee d. I., Ätorgeiis 3 llhr, anderaiiml
Großh. Änitögericht Heideiberg.

Gegen Wirih Hemiich Kopp hier, irüher zum Ro-
sendujch in Schlierbach, habeu Ivir Ganl erkannl und
Tagsahrl ani Monlag, den 1L D-zenib-r d. I., Bor-
iniltags 8 llhr, anberanml.

Großh. Amtögericht Heidelberg.

^B^ai^mechnnA.^

werden konnen, wieocrholl in Erinneiung zu bringen.
H-idelverg, dcn 18. 'llovember 1864.

K a h. Iunghann ».

Großh. AmtSgericht Heidciberg.

Präclujiv-Bcscheid.

Di, Gant gegen Kaujinann G-org

Wc d I lle di^ , ^ ° delr.

> i -ig, e.n 10. ^°^»^er 136a.

daß die Gemeinden des AmtsbezirkS znr Theil-
nahme aufgesordcrt werden sollen, und daß jede
Aclie für einen Privaten mindestens 500 fl.
betragen muß. Sobald die Geldmittel auf dicje
Weise hcrbeigeschafft siud, wird mit dem Bau
dieser Eisenbahn begonnen, welche sich lohnen
wird und muß, da uach eincr geinachtcn Zu-
sammcnstellung jetztschon alljährlich über 40,000
Personen mit dem Postomnibus durch das
Renchthal befördert wcrden, woran sich noch
die täglichen großen Aus- und Einfuhren von
Waarcn reihen, und die bei einer Eijenbahn
aus die sünffache Höhe steigen wcrdc».

Aus Baden. Die längst ersehnlcn Ge-
haltsaufbesseruugcn deS nicderen Dicnstpcrso-
nals der großh. Vcrkehrsanstalten sind nun
endlich zum Vollzuge gekommen, und cs ist
dafsclbe, insbesondere das Gchilfenpersonal, iu
den Stand gesetzl, seinem Stande gemäß an-
ständig leben zu könneil. Auch wird dieje An-
ordnnng nicht versehlen, gutes Personal der
Verwaltuug zu erhallen und gcstatlen, tüchtige
Arbeitskräfte, die biS jetzi vielscitig vcrinißt
wurden, cinzustellen. — Die im Mai dieses
Jahres zu Bruchsal stattgehabte Versamm-
lung dcutscher Slrafanstalts-Beamten hatle die
HerauSgabe eincr Zeitschrifl, alS Organ dcS
Vereins und Fördcrung gemeinsamer Bcflim-
mniigcn auf dem Gebiete des deutschen Gesäng-
nißwesens, beschlossen. Das erste Hest der
„Blätter sür Gefängiiißkunde" ist nun (zu
Heidelberg) erschienen. Dasselbe bringt einen
Bericht über die benannle Vcrsammluug, wclche
nnter andern Behandlungs - Gegenständcn die
Zelllneinrichtung besprcchcn, die als die unbc-
ftreitbar besle Gesängnißhaft anerkannt wurde.
— Von den Soinmcrinoiiatcn Zuli nnd Au-
gust d. I. hat das tcchnijch-statistische Bureau
der Direction der grotzh. Verkchrsanstalten die
Darstellung des VerkehrS und der unmittel-
baren Einnahmen auf den badischen Stationen
socbcn veröffentlicht: Zuli: Perjoneu: 432,597,
Gepäck: 21,442 Ctr., Equtpagcn: 23, 17,720
Stück Vieh, 2,089,751 Ctr. Güter; Summe
der Einnahme 948,568 fl. 16 kr. Augujt:
Personen: 466,882, Gepäck: 28,966 Ccnlner,
Equipagcn: ss, 14,339 Stück Vieh, 2,190,117
Centner Güter; Lmmme der Einnahme 1 Mill.
79,799 fl. 12 kr.

Univerfitäts - Nachrichten.

Miinchen, 22. No». Geftern NachtS um
11 Uhr verfchied nach langein Leidcn der kgl.
Akademiker und liniversitäls-ProfcfforDr.Franz
Slrebcr.

vcrniischte Nachrichten.


1)1'. Pllttisllll'S I

Heil- und Präservativ-Mittel gegen Gicht und
Rliemnatismei, aller Art, als: gegen Gesichts-,
Brust^, Hals- und Zahnschmcr^en, Kopf-, Hand-

Ganze Pakete zu 30 kr. Halbe Pakete zu 16 kr.

Gebranchsanweisungen und Zeugniffe werden
^rati8 abgegeben.

Allcin ächt bei

f8j E. Weißgerber, Haspelgoffe i.

Z e u i, n i s s e.

Der Unterzcichnete hatte seit sieben Jahren die
unsäglichsten Scdmerzen im linkcn SLenkel zu er-
dulden, melcke sich in letzterer Zeit noch über meh-
rere Theile des Körperö verbreiteten. Da ward
ich endlich — alles seither angewandte nicht Ab-
bülfe bringend durch ein Zeitungsblatt^auf^die

raschenb schnelle Wirkung hervorbringen wcrde^ licß
ich ein Paquet, blos um ihre Wirkung zu prüsen,
kommen, und legte vor Scklafengehen daffelbe auf
die Stelle, wo ich sckon laage die brenncndstrn
Schmcrzcn hatte erdnlden müsse'.i. Früh beim
Aufstehen war mein Schmerz verschwunden! aber

dem Eiusender das »M)re Sachverhälluiß nicht bekanitt
gewesen ist; weshalb eiue wahrheilsgetreue Darstellung
zur orothweudigteit wird. Das Einzige, was in jenem
Arlikel richlig ist, ist das Faklum, datz ein hier durch-
,^der ^rüy^i^ ^H^el^

ist, weiln wir zur Ehre des Einseiiders annehmeii, datz

Körsenbericht.

Frankfurt, 24. Nov. An der ^Börse^herrscht fast
actten 178. ^50, Loosi üE 40, Balula 113. 30 bekanut.

kkm 2 Uhr: Oesterr. Creditaclien 178^. Loose 81 Vr.
1882er Amerik. 42?/«-

Credilactieu zu 17L'/z bez? 1860er Loose Zl^/g^bez.

Gottesdienft in Heidelberg.

Soiuttag, dcu 27. Nov., Vornuttags 9 Uhr, predigcn:
in der Hettiggeistkirche: Hr. Slavlpsarrer Herbst; in
der Providenztirche: Herr Decan Zittel.

vkachmiltags 3 Uyr,

in der Providenzkirche: Hr. Deean Sabel.

UniversitätsgotteSdienst üi der Providenzkirche,
^/-I^UHr^ Hr. Sladlpir. S ch ellenberg.

Deuischkatholische Gemeinde.

I nun zogen wieder Schmerzen im rechten Beine,
' rechten Arm, Hand und Finger umher. Rasch legte
ich die Watte aus die schmerzqaftesten Stellen und
nach mehreren Stunden hatken auch diese aufge-
hört.

Gar oft und viel litt ich auch an starkem Brust-
krampf; seit bes Gebrauchs dieser Gichtwatte hatte
ich auch uoch keinen AnsaU wieder verspürt. Zch

Gichtwatte allen an rheumatischen Schmerzen Lei-
denoen, sie mögen ihren Sitz haben wo ste wvl-
len, iudem cs noch dazu etn so wohlfeiles, als
wohlthätiges Hülfsmittel für sie werden kann, wie
für mich. Ach selbst lasse diese Watte nie mehr
von mir, damit ich gewaffnet bin, wenn je wteder

Rindors, bei Neustadt a. d. S., 8. März 1862.

Chr. Weigand, Lehrer.

Vor einiger Zeit hatte ich die unsäglichsten
Sckmerzen im Halse, so daß ich kaum noch Flüs-
sigkeiten zu mir nehmen konnte, tch nahm von 1)r.
Pattison's Gichtwatte, umhüllte am Abeno deu
Hals; am Morgen waren die Schmerzen gänzlich
verschwunden.

Rapperswyl, 17. März 1863.

Jb. Oehringer.

Eine Scheuer mil ca. 250 Bord bclcgt
ist gleich billlg zu vermiethen. Auskunft er
theilt Metzgermetster Lacobi. (2)
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