Heidelberger Zeitung — 1864 (Juli bis Dezember)

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BollzuMerordnung razu vom 30. Aug. d. I.
die entsprechenden Weisungen ertheilen wcrdcn.

Der großh. OberschulrLth, die Kreirschulräthe
und Ortsschulräthe werden übrigens bei Erle-
digung der an stc kommenden Angelegenheiten,
welche mit dem religiösen Unterricht der katho-
lifchen Jugend in Verbinduug stehen und die
Beziehungen zu den Ortsgeistlichen und den
kirchlicheu AusstchtSbeamten sür üeberwachuug
dcs ReligionsuuierrichtS betreffen, untcr gcwis-
senhafter Wahrung der Jntercssen der Volks-
schule und der Rechte des Staats jederzcit den
Geist des Eutgegenkommens und der Bersöhn-
lichksit bethätigcn, welcher das Gedcihcn dcr
Anstalten bediugt. deren erster Zweck die För-
dsrung dcr Bildung, dcr Religiosität und doitt-
lichkeit der Jugend ist.

Der großh. Obcrschulrath wird beauftragt,
bieseu Erlatz durch das Schul-Vcrordnungsblatt
sosort zur Kenntnitz der Schulbehörde» und
Lehrer zu bringen und für dcn Vollzug deS-
selben zu sorgcn. gcz. A. Lamey.

Karlsruhc, 24. Dcc. DaS Anzeigcblatt
für die Erzdiöceje Freiburg hat iu seiner Nr.
20 vom 14. d. M. Jnstructionen deS crz-
bischöflichen Ordinariats mitgetheilt, wclche die
kirchliche Leitung der rcligiösen Erzichung und
Bildung an dcn katholischen Volksjchulen zu
regeln bestimmt sind.

DaS Gesetz vom 9. Oct. 1860 sichert den
Kirchcn ihre Selbstindigkcit und gibt ihnen
das Recht, deu Religionsunterricht für ihre
Augchörigeu zu überwachen nnd zu besorgen.
Aus der Grundlage dieses Gesctzes anerkcnnt
daS Gesetz vom 29. Zuli d. Z. und dic Voll-
zugSverordnung dazu auch das Recht der Kir-
chen, cigene Aufsichlsbsamten zu crnenneu. Dcn
Kirchen bleibt es selbstverständlich überlassen,
die Verfügungen zu trcsten, welche sie inncr-
halb dieseS ihnen vordehaltenen GcbieteS zur
'AuSübung dieser Rcchtc sür angemcssen halteu.

Wo aber die Kirchen durch ihrc Verfügun-
geu auf das dem Staate vorbehalteue Gebiet
übergreifcn, cntbehrcn diese ihrc Verfügungeu
so langc der rechtlichen Wirksamkeit, als sie
dic Genehnügung des Staats nicht erlangt
habcn.

Treten solche klrchliche Vrrsügungcn in Wi-
derspruch mit den bestehenden SlaalSgesetzen,
so ist selbstverständlich die Folge, daß sie weder -
rechtlich vcrbindlich, noch vollziehbar sind, und
untcr Umständcn strasbar scin könuen.

Für die Staatsbehördcn bleibcn in allen
Fällen nur die Staatsgesetze, wie sie durch die
vcreinte Thätigkcit der gesctzgebcrischen Facloren
geschasten sind, inaßgcbend.

Diescm Grundsatz entsprechend, abcr zugleich
von dem Geist der Gerechtigkeit und der Ach-
tung vor der Rcligion gctragen, ist einc Ver-
füguug des Ministeriuiiis dcs Jnnern an die
großh. Schulbehördcn crlassen worden*), worin
dercn Derhalten bei den Aufgabcn geregclt wird,
wclche denselben auS der eingenoiiimenen stel-
lung der katholischen Kirchenbehörde gegenüber
den Bolksschulcn erwachsen.

Ebenso ist, wic wir vernehmeu, ein Erlaß

ciilhalleil, so lst mit der Kirchciibehöroe zum Zwcck der

Holz-Versteigerung.;

Domainrnwaldungen bies-
ftiligcn KorsibezirtS ver-
stelgern wir

Donnerstag dc» S.Januar
I8SS

aus den Ablhctlungen
Ochsenlager, obcrer

Irno uno nnirrrresalzlackcnbllsch.'tlZmelst

geringc Eichstämine, 41 ÄI. ctchenr Stangen, 77
rheilwcise sebr starkr Lärchen- und Kichleiisläinme,
42 St. Aichtenstangen. I Bllchstamm unb d blrkene
Stangcn, feriier I!I4'/, stlafler buchcncs Schcttholz.

Samstag den 7. Ianuar I8«ä:
aus denftlben Abtheilungen: iiVi Klitr. eichcneS
Scheitholz, bl Klftr. buchcncS, 16 Klftr. etchenrs,
16 Klftr. btrkcneS und gcmischteS Prügelholz; Sü
Klftr. biichcnes Klötzholz, 6650 St. buchenc und
4450 St. gemtschte Wellen;

anS der Abtheilüng Baucrnweg im GlaS.
hüttrrthal: »75 St. forlenr Hopfcn-, 475 Sl.
Truder- und 2775 St. Bohnmstangen, 185 St.
Baumvfähle, 18 St. Tejchel-, 15 Kl. buchcncS
und 24 Klftr. forlcne« Piüaeldolz; 1550 Slück
buchene und 3400 St. forlenc Wellen.

Bcl gcnüaender Slcherhcttsleistnng wird unber-
jinSIichr Borgstist bt« Marlin, lS6S ertheilt.

deS Ministcriumi bi» Jnnern an daS erz-
bischöfliche Ordinariat ergangen, um von dem-
selben die Vorlage der Verordnungen zu ver-
langen, welche theils in dem jüngsten Anzeige-
blatt erwähnt, theils dort verössentlichl sind,
und welche nach 8 15 des G-setzes v. 9. Oct.
1860, wo solche der Genehmigung der Staats-
regierung nichl überhaupt benöthigt stnd, der
großh. Regierung mindestcns gleichzcitig mib
der Derkündiguug milzuthriien wareu.

Dle großh. Regiiruiig wird hiernach seiner
Zeit die Frage in Erwagung zn ziehen in der
Lage sein, welche weitere Folge ste den materi-
ellcn Anständeii gcden will und joll, zu dencu
dic einzelncn Bestimmungeu dieser Berordnuug
Aulaß bicten könneu, (KärlSr. Ltg.)

Aus dcr PfalZ, 23. Dec. Die „Pfälzer
Ztg." bringi zu dea von ihr 'übcr die Kohlcn-
angelegenheit gemachlen Angaden eiue Berich-
tigung, welche dem wahren Sachverhalte am
nächstcn kvmmen dürfle. — Das Blatt schrcibt:
„Die Preußische Rcgierung hat ein Uebcrein-
kommen mit einer französischc» HandelSgescll-
jchaft geschlvssen, wonach sie dersclben einc
jolche Quanlität liefert, daß unser Bedars nicht
mehr gedeckt werdeu tann; iu Kolge dessen stnd
dic Kohlenpreise fast um die Hätfte gesticgen.
Welche Folgen dics sür unsere Geschäste, in-
dustriellen EtablisscmentS, Eijenbahnen rc. haben
wird, läßt stch nicht berechnen. Was dieje Ma-
niPulatio» mit der Polilik zu lhun hat, wird
sich bald zeigen."

Frankfurt, 23. Dec. Dcr geschäftSlciteu-
den Commissiou dcS 36er AuSschusscs ist diescr
Tage aus Sidney iu Neu - Süd - Wales eiue
sendung von 2357 fl. 30 kr. als Betrag einer
vom dorligen schleSwig-Holsteiil-Coiiiite auge-
stcllten Sammluug zugekommen. Von diesrk
Sumine soll für die Willweu uud Waisen ge-
fallener preußijcher uud Lfterreichischer Soldaten
je ein Viertel, und die audere Hälfte sür durch
die KricgSereignisse in Nolh gerathencn Schles-
wig-Holsteiner verweiidet werden. (F. I.)

Bambcrg, 23. Dec. Hr. v. d. Pfvrdtcn
halte vorgestern hier einc Besprechung mit Hrn.
v. Beust. Es ist ein neucr LriaSptan im Werk;
dcrselbe ist bereitS festgestellt.

Älcrkin, 23. Dce- Dic „Nordd. Allgem.
Ztg " bringt eine königliche Ordre vom 18.
Dccember, worin daS Staatsministerium zu
Vorschlägen über Errichtung von Schlachtdenk-
mälerii aus dem Schlaeytselb »ou Düppel, am
Gestade der Jnjel Aljeu und in dcr Haupt-
stadt, ausgefordert wird.

Hamburg, 24. Dec. Kopenhagener Briefe
vom 22. meldcn, daß deS Königs Bruder, der
Prinz Zulius, aus den Wunsch des KömgS
Gcorgios und mit Zujtimmung des Grafen
von Spvnneck alS Rathgeber uach Athen ad-
gereist ist.

Hamburg, 24. Dcc. Die „Hamburger
Nachr." bringeu eine officiöse Correspondenz
auS Berliu, wouach das von den Kronsyndicis
auszuarbcitende Gutachten die Grundlage einer
jpälcr zusammenzusctzcndeu österreichisch-preu-
hischeu Prüfungscommission bilden werde. Hr.
v. Ahlefeld wcrde nach dem Wcihnachtssest da-
hin zurückkehren.

Hannover, 22. Dec. „Eine au« der
Augsb. Allg. Z. in andere Blätter überge-
gangene Korrespondenz", so lautet eine heutige
offiziöse Note der Hannover'schen Zcit., „spricht
von dem Eindrucke, welchen angeblich ein
Schreiben Sr. Maj. dcS KönigS von Bayern
an Se. Maj. den König von Hannover i»
hiesigen Hoskreisen gemacht habe. Wir könncn
versichern, daß den hiestgen Hofkreisen Korre-
spondenzen Sr. Maj. des KönigS mit ans-
wärtigen Souvekancn überall nicht bekannt
werden." Offcnbar will diese Note dcr AugS-
burger Fassung entgegentreten, die aus ein
Eingehen Köuig Gcorgs in die Vorschläge des
bayerischen Monarchcn könnte schließen lasscn.
E » q l a n d

London, 21. Dcz. Der Spccialcorrespon-
dcnt der „Timcs" gibt folgende Nachrichten aus
New-Nork: Die Situation in Tenneffee gibt
zu lebhafter Unruhe Anlaß. Die Conföderirten
beherrschcn den Fluß vollstindig mit ihrcn
Balterien und alle Versuche, ste auS dem Platz
zu verdrangen, si»d ohne Erfolg gebllebcu.
Andere Telcgramme zeigen an, daß die Con-
söderirten die Eisenbahn von Nashville nach
North City zerstört haben. Man sagt, daß eS
an Proviant gebrach. Zwölfhundert Dollars,
dic man auf der „Florida" erbeütet hat, stnd
dem Marinedepartement eingesändt worden. Hr.
Ssward hat Hrn. Adams beaufttagt zu erklären,
daß die uniomstischc Regierung nicht gestatten
werde, daß die 17,000 Pfund Sterlmg, die in
Liverpdvl durch einen sür die gefangenen Con-
föderirten eröffncten Bazar zusammengebracht
worden sind, an dieselben vcrtheilt würden.
Hr. Seward' nimmt als Borwand, daß diese
Gefangenen gar nicht der Hilfe bedürftig stnd,
und daß ein Geld-Anerbieten SeitenS Englands
cine Beleldigung für den Norden ist.

Z t a l i « «

Rom, 21. Dcc. Cardinal Antonelli hat
mil Frankreich ein Uebereinkommen abgeschlossen
wegcn Ueberlieferung von 600 nichtpolitischen
Gcfangenen, die den emvcrlcibten Provinze»
angehören.

L p a n i « n

Madrid, 21- Dec. Marfchall Concha ist
zum Präsidcnten des Senats ernannt- Dle
reactionären Journale, wie die der Modera-
doS, grelfen die Rcgicrung wcgen dieser Er-
nemmng an-

Madrid, 23. Dec- Hr- Alexander Castro,
Candidat der Rcgierung, ist zum Prästdenlen
der Kammer erwahlt wordcn.

Aus Badcn, Lieutenant nnd Ordonnanz-
osftzier Sladel vom Leib-Grenadierregiment er-
hiett die nachgcsuchte Erlaubniß, daS ihm von
dcm König von Jtalien verliehene Ritterkreuz
deS St--Mauritius- und Lazarus-OrdenS an-
nehmen und tragen zu dürfen- Feldwebel Otto
von WalterStorff im Jägerbataillon wird zum
Portepeesähnich besördert. — Die am 20. ds.
auf allerhöchste Anordnung zuin Bortheil drr
Armen zu KarlSruhe in dem gr,ßh. Hostheater
gcgebene Vorstellung „Die Nibelungen" ergab
eme reine Einnahme von 346 fi- 20 kr.

Die Verhandlimg sindet auf dcm Rathhauft da-
hler ftätt und tegiimt leweils früh 9 Uhr.
ZiegelhauskN, dcn 24. Dezembcr 1864.
Gr-ßh>rj-gl- BejiikSf-rftei-
(I) Köhltsch-

Bckanntmachung.

Die Rlinigung V°II Raupinnrftern an Obk- n.
Zierbäumeil s°wir Gefträuchrn hat >n Gärten,
Wellibergen, Wtcsen Iind Keldern nach dcr Ver-
ordnuilg Gr-ßh- Kreiskegierliilg vom 10. Dezember
1839 und nach K- 55 der Feldp-Iijeiordnung zwi-
schcn dem 15- Rdvembrr nnd 1- Fcbrnar ju gc-
sckehen. Ebensv smd nach h. 85 der s-ldvvlizei-
ordnung die an den Landuraßen und Vicinal-
wegen sehlcnden -der abgängigcn Obstbäumc durch
jungc zu ersetzen und dte sckon ftehendcn Bäume
von den Rebcnäsicn zn reinigen und mlt den etwa
erforderlichen Psählen zu verfthcn.

Wir machcn die Begütcrteu auf v-rftebeildl
Bekauntmachung mit dcm B-merk-n aufmerksam,
daß gege» die Zuwidcrhandelndcn nach 8- 143 deS
P-lizelftrasgefttze» elne Strase »on 1 biS 10 Gul-
den crkanill nnd üblidieß dic Reinigung auf
Kaften derftlben durch die KeldlchLtzen vvrgenom-
mrn wird.

Hitdelderg, den 9- Nvvember 1864-
2. Bürgcrmetsteramt:

D. B. A. V.

- Thiele. flj

Einc Meldhuterstcll«

ift alsbald neu zu befttzen. Bewerber wvlle» thre
Gesuche schriftlich biimen 8 Lagen anhn etnr-ich-n.
Heidelberg, den 27. Dezember 1864.

Dcr Gemcinderath:

KrauSmann.

in allen Sorten,

^»i„«i, «-»„„>

ir«tkvei„e (billig, zu Glühwei»
gccignet.)

Alle Sorten Rbcinweine, sowic
Franz. Cbampagncr und
Dcutsche Schaumweine (1)

bei Carl Will.

W-llene Pferde-TeDiche,

das Stück vvn fl. 2'/, an und höher
empfiehlt

S. A. Stern.
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