Heidelberger Zeitung — 1864 (Juli bis Dezember)

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AuSgaben zu regeln und ihre Berschwendungen

abzustcllcn.

Vrrlin, 29. Dez. Iiach Mittheilungen aus
Petersburg denkl der Fürst Gortschakoff crnst-
licher daran, sich zurickzuzichen und soll durch
den Barou Budberg ersetzt werden. Zn diesem
Fall würde der Ministcr des Jnnern, Walinew,
Botschaster in PariS nnd in seinem Ministerium
durch Milutin ersctzt werde». Auch Krabbe
würde vvu dcr Leitung des Marincministeriums
zurücktreteu und durch den Admiral Glasennop
ersctzt werden.

Paris, 29. Dez. Dcr „Monitcur" theilt
mit, daß der Staatsrath demnächst mit der
Prüsung dcS Budgets von 1866 zu Ende sein
werde. Der Finanzminister habe dem Staats-
rath das Berichtigungsbudget für 186S und das
anßerordentlichc Budget für 1866 vorgelegt.
Das Erstere lasse eine bedentende summe zur
Disposition; das Letztere überstcigc zwar das
anßerordcntliche Bndget vo» 1865, sei aber
völlig gedeckt, ghne daß irgend eine außeror-
dentliche Hilssguelle gcjchaffcn werden müßle.
— Der „Cvnstitutionnel" constatirt die dnrch
die päpstliche Enchclica hervorgerufenc allge-
nieine Verwunderung und sagt, daß die prak-
tische Anwcndung solcher Theorien nnmöglich
sei. Wenn eine Gcfahr epistire, so sei es nur
die einer Reaction, die durch derartige llnter-
nehmnngen hcrbeigesührt werden könnte. Frank-
reich werde den Prinzipien trcu blciben, die an
der Spitzc sciner Constitution stehcn.

London, 29. Dez. Nach osfizicllen Berich-
ten aus Katkutta vonr 12. habeii die Englän-
dcr die starke Festnng Dalimkole in Bhootan
erobert und dabei 2 Osfiziere und 50 Mann
verloren.

Aus Baden. Zu Gnnsten derWcssenberg-
Stistung in Konstanz und nm dem Publikmn,
auch den Damcn, iinterhaltende Belehrung zu
gcben, wird beabsichtigt, nach Reujahr eine
Reihc öffentlichcr Vorlesungen im llltusenm-
saalc zu halten. Es sollen ungefähr 14 Vor-
träge über verjchiedcne Gegcnstände der Litera-
I Inr, Geschichte, des aesellschattlichen Lebens. der
Natur- und Arznciwiffenjqast rc. gehatten wer-
den und haben bis jctzt die Herrcn Oberamt-
mann Msser, Dr. Pickford, Dr. Sizenberger,
Krcisschulrath Scitz, Prof. Frnhe, Dr. Mar-
mor, Dr. Vanotti, Dr. Gcismar ihre Mitwir-
tung zugesagt. — Wie die „Bad. L.-Z." ver-
nimmt, wird von verjchicdenen Städten der
obercn Landesgegend, die im Bcsitze reicher
weltlicher Stistungen — gewöhnlich sog. Spi-
talstiftungcn — sind, eine Bittschrist an bie
großh. Regierung vorbercitct, welche um Auf-
hebung der Verordnung dittet, wonach dicS
Stiflungsvermögen zur Zeit in Gemeinschast
mit den kirchlichen Stistungen verwaltet werden
soll. Ein solcher Schritt verdient Angcsichts der
vcrschiedenen Mittheilungcii über das Zujtande-
kommen der OrtsstiftungsrLthe Bcachtung. So
viel verlautet, haben bis jctzt Villingen, Ra-
dolfzell, Konstanz, Ueberlingen, Psnllcndorf
und einige andere, welche alle im Besttze von
bedeutendem weltlichem Stiftungsoermögen,

Bekanntmachung

Hochwächter Phllivp Faß isi wcgcn »oigerück-
ten Altcrs um Entlaffung vvn dieftm Dlclifte ern-
gckommen. Bcwerber um solchcn haben sich bin-
nen 8 Tagcn bci uns zu incldcn.

Hcidclbcrg, dcn 29. Dczcmbcr 1864.

Das Bürgcrmciskeramt:

Krausmann.

__ Sachs.

' Eine Fctdhükcrstelle

ist aisbal» ncu zu dcsktzcn. Bewcrbcr wollen ihrc
Gesuche.schriftlich binncn8Tagrn anbcr cinrcichcn.

Heibclberg, dcn 27. Dczember 1864.

Dcr Gemeinderath:

Krausmann._

Bekanntmachung -

D- dcr neugewählte Gcmcindcrechner, H-rr
Joscph Krausmann, durck Unwohlscin vrrhindcrt
ist, »uf t. Januar sein Amt zu übcraehmen, s°
hat sich Hcrr RcchiSanwalt Klingcl bercit erklärt,
den Dicnsi einstweiien noch fcrner zu verschcn,
was von dcm Gcmcinderalh dankbar angenommen
und hicrmit jnr öffcntlichcn Kcnntniß gcbracht
wird.

Heidclberg, den 28. Dezembcr 1864.

Der Gemetnderath:

KrauSmnnn.

SachS. -

meist über 1 Million sind, ihre Zusage gcge-
ben. — Jn Mannheim starb am 26. nach
längercm Unwohlsein der ObergerichtSadvokat
und Procurator Herr Zohann Gerlach, seit
1829 Syndicus des hiestgen katholischen Bnr-
gerhospilals, 73 Zahre alt. — Tanberbi-
schofsheini hat nach der nenesten VolkSzäh-
lnng 2891 Einmohner mii Einschlnß der Gäste
und um 251 S. zugenommen.

Universtkäks - Nachrichken.

Tübingen, 21. Dec. Prof. Dr. Michaelis
in Greifsmald ift zuni ordenrtichcn Profcssor
dcr altklajsischen Philologie und sür Kunst,
Archäologie, zugleich auch znm Ntitvorstand ocs
phitoiogijchen SeniinarS und Vorjtands dcs
Antiken - Cabinets an hicsiger llniversttäl be-
rufen.

Bonn, 27. Decbr. Sicherem Vernchmcn
»ach hat Profcssor O. Weber einen Ruf als
Professor und Direcior der chirnrgijchen Ktinik
an die Univerjilät Heidclberg erhatten.

Grcifswaid, 25. Dcc. Prof. Dr. Hasert
ist am 23. d. M. gestorben.

vermischte Uachrichteli.

sckließlich der Besatzmig, 8i),79l Einwoyner, gegen
früher ?8,540 bei der Zählung von 1861.

Nach der jüngsten VolkSzählnng hat die Sladt E lb er-
sÄ E Zunabme von

20,972 SeeIeu^1846 mehr als 1861. ^ j -

Pharmaeemen, Denlisten, Eleven oer Pepiniere^ Bau-

Karlsruhe, 21. Dec. Durch allerhöchsten Befehl
vom 10. d. M. wurde nachbenanmen Angehörigen dcö

Holz-Versteigerung.

und unduntererSalZlackenbusch: l23 meist
geringe Eichstämme. 41 St. eichene Stangen, 77
tbeilweise sebr starke Lärchen- und Flchtenstämme,
42 St. Fichtenstangen, I Buchstamm und 5 birkene
Stangen, ferner194V2 Klafter buchenes Scheitholz.

Samstag den 7. Ianuar 1863:
auS denselben Abtheilungen: 3V» Klftr. eicheneö
Scheitholz, 5l Klftr. buchenes, 16 Klftr. eichencs,
16 Klftr. birkenes und gemischtes Prügelholz; 90
Klftr. -uchenes Klötzholz, 6650 St. buchene uno
44ä0 St. gemischte Wellen;

aus der Äbtheilung Bauernweg im Glas-
hütterthal: 375 St. forlene Hopfen-, 475 St.
Truder- und 2775 St. Bohnenstangen, 185 St.
Baumpfählr, 19 St. Teickel-, 15 Kl. buchenes
und 24 Klftr. forlenes Prügelholz; 1550 Stück
buchene und 3400 St. forlene Wellen.

Bei genügender Sicherheitsleistung v;ird unver-
ztnsltche Borgfrist bis Martini 1865 ertheilt.

Fehrenbach vom 2. Füsilierbataillon, dem Füsilier Joh.
Mayer vom 2. Füsilierbataillon, dem Wundarzneidiener

Drag.-Negimenl, dem Corporal Joseph Schneider vom
3. Drag.-Negimenl, Prinz Karl. k. Von der Gen-
darmeric. Die 3. Klasse: dem Gendarmen 2. Klasie

Karlsruhe, 24. Dec. Durch Beschluß großherzogl.
Steiieröchec^i^ vom ^20. Sept. ^d.^J. sin^ nachstehende

' Thcaternotiz.

Am Montag, den 2. Januar, findel die Beneficvor-
stcllung des Hrn. Dreßler statl, und hat derselbe die
hier so belicbie Posie: „Der Goldonkel" gemählt. Wir
machen alle Freundc der heilern Muse daraus aufmerk-

Körsenbericht.

Frankfnrt, 29. Decbr. Oesterr. Esiecten waren
durch eiuigen Ueberfluß an Stücken sür den^mor^endeu

Bon Wini. waren CredUacnen 170, 1860er Loo^e 93.
60, 1864er Loose 64 bekannt.

Um 2 Uhr: Oesterr. Creditactien 174V4- Loose 31.
1882er Amerik. 45V,.

6 Uhr Abends. Jn der Effectensocietät wnrden österr.
Credilaclien zu 175V,—'/, bez., 1860er Loose 8IV4 bez .
1882er Amerikaner 45'Vie—46 bez. Die Tendenz war
günstig.

Gottesdienst in Heidelberg.

Samstag, den 31. December, Abends 5 Uhr,

Schlußgottesdienst:

in dcr Heiliggeistlirche: Hr. Sladipsr. Schellenberg:
in der Provioeuzkirche: Hr. Tucan Ziktel.

Am Neujahrsrag Vormittags 9 Uhr, predigen:
in der Heiliggeistkirche: Herr Stadlpsarrer Herbst;
in der Providenzkirche: Hr. Decan Zittel.

Nachmiltags 3 Uhr,

in der Providenzkirche: Hr. Stadlvicar Hönig.
Wochengottesoienst üi der St. Peterskirche:
Millwoch, 9 Uhr: Hr. Stadtpfr Schellenberg.

Deutschkatholische Gcmeinde.

Sam^stag.^den 31. d. M., Abends 6 Uhr, Schluß-

Die Verhandlung findct auf dem Rahthause va-
hier statt und deginnt jeweils früh 9 Uhr.
Ziegelhausen, den 24. Tüzkmber 1864. . ^
Großhrrzogl. Bezirkssorstei. 'W
(1) Föhlisch. F

Bekanntmackung.

ordnung^Großh. Kreisregierung vom 10. Dezkmber
1839 und nach 8 55 der Fklopvlizeiordnung zwi-
schen dcm 15. November »nd 1. Februar zu ge°
schehen. Ebenso siud nach 8- 65 der Fcwpolizei-

wegen fehlenden oder abgängigen Obstbäume durch
junge zu ersetzen und die sckon stehenden Bäume
von den Nedenästen zu reinigen und mit den etwa
crforderlichen Pfählen zu versehen.

Wir machen die Begütcrtcn auf vorstebende
Bekanntmachung mit dem Bemerksn aufmerksam,
daß gegen die Zuiviberhanoelnben nach 143 des
Polizeistrafgesetzes eine Strase von 1 bis 10 Gul-
den erkannt und überdieß die Reinigung äuf
Kosten derselben durch vie Feldschützrn vorgenom-
men wird.

Heidelberg, den 9 November 1864.

2. Durgermeisteramt:

D. B. A. V.

Thiel-e. ^
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