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Böker, Doris [Editor]
Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland: Baudenkmale in Niedersachsen (Band 19): Landkreis Cuxhaven — Braunschweig, 1997

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https://doi.org/10.11588/diglit.44259#0162

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Walmdach verzichtet mit Ausnahme eines um-
laufenden Sohlbankgesimses in Höhe der Ober-
geschoßfenster auf ein aufwendiges Gliede-
rungssystem. Einen repräsentativen Akzent setzt
an der Ostfassade der mittig dem Eingangsbe-
reich auf Pfeilern vorgelegte, turmartige Vorbau
über polygonalem Grundriß, hinter dem sich im
Obergeschoß der große Sitzungssaal befindet.
Die westliche Traufseite gliedern zwei außermittig
angeordnete, segmentbogig vortretende Risalite.
Das schlicht gehaltene Innere dieses Trakts er-
schließt eine zweiarmige Treppe aus Betonwerk-
stein mit Dockengeländer. Bereits 1930/31 wur-
de mit einem dreigeschossigen Erweiterungsbau
an der Rathausstraße begonnen, dessen zweiter
Bauabschnitt 1938 vollendet wurde. Die Fassade
des langgestreckten Baus rhythmisieren paar-
weise gruppierte Fenster sowie drei nur leicht
auskragende Rechteckerker in den Oberge-
schossen. Die an der Kirchenpauerstraße gele-
gene Giebelseite, die ein ins Dach hochgeführter,
dreiseitig gebrochener Erker in der Mittelachse
betont, Öffnet sich im Erdgeschoß in drei spitz zu-
laufenden, parabolischen, verglasten Bögen mit
gestufter Laibung.



ER EEE ;
Catharinenstr. 55, Eckerker



©

Catharinenstr. 49, 1907

Zunächst ohne Anbindung an das neu erschlos-
sene Wohngebiet wurde westlich des Grünen
Wegs an der Grenze zur Gemarkung Döse 1892
die Catharinenstraße auf den Ländereien der
Gärtnerei Otto Höpcke angelegt. Sie bietet heute
noch das geschlossenste Bild eines von schma-
len, oft noch durch die originalen Einfriedungen
abgegrenzten Vorgärten geprägten Straßenzugs
mit offener Wohnbebauung in Cuxhaven. Als be-
sonders einheitlich wirkende Gruppe schließen
sich im nördlichen Straßenabschnitt auf der
Westseite die zwölf 1898 errichteten Häuser
Nrn. 2-13 zusammen, wobei mehrere Lotsen
und Kapitäne als Bauherren auftreten. Es handelt
sich zum überwiegenden Teil um vierachsige,
ein- bzw. zweigeschossige, zumeist giebelstän-
dige Putzbauten mit Drempel, deren zurückhal-
tende Fassadengestaltung sich auf profilierte
Fensterrahmen und Gurtgesimse beschränkt,
bisweilen bereichert durch quaderimitierende
Ecklisenen in Putz, einen horizontalen Fugen-
schnitt oder ein mit durchbrochenen Füllbrettern
verziertes Freigebinde. Von diesem Schema he-
ben sich neben dem ziegelverblendeten Mehrfa-
Milienhaus Catharinenstr. 1 lediglich die einer



Kirchenpauerstr. 23, 1904

Catharinenstr. 46



barockisierenden Stilrichtung folgenden Gebäu-
de Nrn. 5 und 6 ab, wobei letzteres bereits 1906
aufgestockt wurde. Die zwischen 1902 und 1905
auf der gegenüberliegenden Ostseite errichteten
Wohnhäuser (Nrn. 55-61 und Nrn. 62-64) wur-
den wie die im Südabschnitt folgenden, zwischen
1904 und 1910 aufgeführten Gebäude (Nrn. 17,
18; 22, 25; 46, 47; 49, 50) überwiegend zwei-
bzw. dreigeschossig konzipiert. Fast allen der
z.T. ziegelverblendeten Fassaden ist eine dem
Barock, dem französischen Rokoko oder der
Renaissance entlehnte Putzornamentik appliziert,
die sich in einigen Fällen wie bei dem Haus
Nr. 46 mit Motiven des Jugendstils verknüpft.
Dies gilt gleichermaßen für das Eckgebäude
an der Reineckestraße Catharinenstr. 55 (erb.
1904), dessen hervorgehobene Lage der Archi-
tekt J. Polack in traditioneller Weise durch einen
Eckerker betonte. Von ihm stammt auch der
Entwurf zu dem an der Einmündung der Schiller-
straße stehenden Doppelwohnhaus Cathari-
nenstr. 62/63 (erb. 1905), an dem typische
Gestaltungsmittel des Historismus, z.B. die Li-
senengliederung der beiden Obergeschosse,
balustergefüllte Brüstungsfelder der Fenster im









Catharinenstr. 55



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